Kaiserslautern „Plötzlich ging das Licht an“

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Eine Ministerpräsidentin zum Anfassen, gutes Wetter und ein Programm, das sich sehen lassen kann: Seit gestern ist Ramstein-Miesenbach die Bühne des 32. Rheinland-Pfalz-Tages. Schon vor der offiziellen Eröffnung war auf der Feiermeile einiges geboten.

Um 18.45 Uhr betritt eine strahlende Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) die RPR1-Bühne am Netto-Parkplatz. Was die wenigsten der mehreren tausend Besucher wissen: Die Frau hat schon ein gewaltiges Programm hinter sich – und das bevor das Landesfest überhaupt offiziell eröffnet ist. „Der Bürgermeister ist an meiner Seite – zum Glück. Er ist ja der Kenner hier“, sagt Dreyer noch bei der Pressekonferenz morgens mit Blick auf das vielfältige Programm, die vielen Bühnen und unzähligen Stände, die zum Landesfest gehören. Sie ahnt da wohl schon, dass sie ein strammes Programm erwartet. Ihrer guten Laune tut das keinen Abbruch. Trotz engen Zeitkorsetts findet sie immer wieder Zeit, um mit Festbesuchern ins Gespräch zu kommen, nachzufragen, wie es ihnen geht und was sie auf dem Rheinland-Pfalz-Tag machen. Der leicht abgewandelte saarländische Spruch „Hauptsach gudd gess, gefeiert hann mir gleich“ scheint sich auch aufs rheinland-pfälzische Kabinett übertragen zu lassen. Bevor die Regierungsmitglieder sich in die Partymeile stürzen, geht es zum Mittagessen in den Ramsteiner Hof. Dessen Küche war allerdings, wie viele andere Häuser in Ramstein, von einem Stromausfall betroffen. „Plötzlich ging das Licht an, und wir bekamen auch etwas Warmes zu essen“, berichtet hinterher einer, der dabei war. Gut geschmeckt soll es haben. Was genau serviert wurde, ist zwar kein Staatsgeheimnis, war aber keinem Teilnehmer des Mahls zu entlocken. Der nächste Termin steht um 15.30 Uhr an: Jugendempfang im Pfarrgarten hinter der katholischen Kirche. Rund 150 junge Leute sind gekommen. Die Veranstaltung ist nur mäßig spannend. Einer der Jugendlichen sagt, er habe das Gefühl, dass die Minister nur auf die Bühne wollen, um beklatscht zu werden. Justizminister Gerhard Robbers (SPD) kommt hingegen gut an bei den jungen Leuten. Auf die Frage des Moderators, wie Jugendliche ihn erreichen könnten, nennt er seine E-Mail-Adresse und verspricht, die Mails zu beantworten. „Scheut euch nicht!“ Sonst geht es auf der Bühne noch um den Umgang mit Flüchtlingen und die Ehrenamtskarte. Integrationslotsen berichten von ihrer Arbeit, und das Ramsteiner Jugendbüro stellt sich vor. Etwa eine halbe Stunde dauert das, dann verlassen die Politiker die Bühne und mischen sich unter die Jugendlichen. Dreyer gefällt es dort offensichtlich ganz gut. Zu ihrem Termin bei der Diakonie kommt sie jedenfalls mit etwas Verspätung. Auf der dortigen Bühne plaudert sie mit Landesdiakoniepfarrer Albrecht Bähr. Ihm verrät sie, dass sie bei der Gartenparty der Queen in Berlin ohne Hut war und dass sich ihr Mann bisweilen als „Prinz Philip von Rheinland-Pfalz“ bezeichnet. Im Hintergrund wummern da schon die Bässe der nahen RPR1-Bühne. Dort laufen die letzten Soundchecks vor der großen Eröffnungsfeier. Vor dem Eingang zum Bühnengelände hat sich eine große Menschenmenge angesammelt. Nach und nach fluten die Gäste das Areal. Um 18 Uhr soll es eigentlich losgehen, da ist von Ministerpräsidentin Dreyer noch nichts zu sehen. Das Programm verzögert sich. Auf der Bühne sorgen die „Dicken Kinder“ dafür, dass keine Langeweile aufkommt. Um viertel vor sieben ist es dann so weit. Dreyer und Layes kommen auf die Bühne, mit dabei sind Wirtschaftsministerin Eveline Lemke und Grünen-Fraktionschef Daniel Köbler sowie RPR1-Geschäftsführer Kristian Kropp. Sie machen es kurz und schmerzlos. Ein paar Sätze mit dem Moderator, dann zählen alle, Besucher wie Politiker, von fünf rückwärts und Ministerpräsidentin Dreyer sagt den Satz, auf den alle gewartet haben: „Der Rheinland-Pfalz-Tag 2015 ist eröffnet.“

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