Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Pfarrerin mit Hilfsgütern für die Ukraine auf dem Weg

Viertklässler der Geschwister-Scholl-Grundschule haben geholfen, den Transport mitzufinanzieren. Die Organisatorin Pfarrerin Chr
Viertklässler der Geschwister-Scholl-Grundschule haben geholfen, den Transport mitzufinanzieren. Die Organisatorin Pfarrerin Christine Dietrich ist nun auf dem Weg.

Auf eine rund 2000 Kilometer lange Strecke startete Pfarrerin Christine Dietrich samt Helfern am Freitagmorgen mit einem beladenen Lieferwagen von Kaiserslautern Richtung Ukraine. 250 Päckchen mit Grundnahrungsmitteln und Hygieneartikeln hat sie im Transporter. Bestimmt sind die Päckchen für Flüchtlinge aus dem Osten der Ukraine.

„Wir haben uns den humanitären Grenzübergang bei Krakowez im Westen der Ukraine etwa 80 Kilometer von Lemberg ausgesucht. Es soll ein sicherer Grenzübergang sein, an dem das Rote Kreuz eingesetzt ist.“ Dort werden die Päckchen von einem Helferteam entgegengenommen und weiter nach Bratslav, einem Ort in der Provinz Winnyzia im Süden der Ukraine, weitertransportiert.

Anspannung vor der Fahrt spürbar

Im Gespräch mit Christine Dietrich, bei der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft in Kaiserslautern zuständig für den Ökumenischen Weltgebetstag der Frauen und Projektarbeit in der Ukraine, ist die Anspannung spürbar. Wenn sie von ihrem Projekt erzählt, merkt man ihr die Vorfreude an, den Menschen in der Ukraine etwas Gutes zu tun, gleichzeitig aber auch die Unsicherheit, ob alles gut gehen wird.

Seit 2014 ist die Seelsorgerin mit einem Sonderauftrag der Landeskirche immer mal wieder in Projekte der jüdischen Gemeinde in Bratslav involviert. Zusammen mit Faina Bajek, der Vorsteherin der Gemeinde, ist sie angetreten, dem Antisemitismus entgegenzuwirken, dem die Menschen aus 20 umliegenden Gemeinden ausgesetzt sind. Die Eltern der Vorsteherin seien Holocaust-Überlebende. „Zusammen haben wir ein Holocaust-Museum aufgebaut.“

Supermarktregale in der Ukraine leeren sich

Zurzeit befinden sich in Bratslav eintausend Flüchtlinge aus der Ostukraine. Als Christine Dietrich der Hilferuf aus der Ukraine erreichte, dass die Regale der Supermärkte immer leerer werden und die Vorräte, geflüchtete Kinder, Frauen und ältere Menschen zu versorgen, zu Ende gehen, hat sie gehandelt. Einrichtungen der protestantischen Kirche in der Süd- und in der Westpfalz hat sie über ihr Vorhaben informiert und um Päckchen mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln im Wert von 30 Euro gebeten. Ebenso mit im Boot ist die Grundschule Geschwister-Scholl-Schule in Kaiserslautern. Dort haben Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen Waffeln gebacken und zugunsten der Aktion verkauft. „300 Euro kamen zusammen. Ein tolles Ergebnis.“

Mit einem Sprinter ist die Seelsorgerin zusammen mit einer Begleiterin, die der polnischen und russischen Sprache mächtig ist, und einem ehrenamtlichen Helfer über Polen mit Zwischenstation in Krakau nun in die Ukraine unterwegs. Die notwendigen Begleitpapiere hat sie sich vorher beim Zollamt besorgt.

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