Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Pfalz Touristik: Keine Extrawurst für Kaiserslautern und VG Ramstein-Miesenbach

Die Kaiserslauterer Hotellerie weiß der Stadtrat bei seiner Entscheidung hinter sich.
Die Kaiserslauterer Hotellerie weiß der Stadtrat bei seiner Entscheidung hinter sich.

Kaiserslautern und die Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach steigen aus der Pfalz Touristik aus. Der Verein ist die zentrale Vermarktungsorganisation für die Pfalz und strukturiert sich gerade um, was die Mitgliederversammlung Ende 2023 mit großer Mehrheit beschlossen hatte.

Der Kaiserslauterer Stadtrat hatte sich daraufhin für den Aussteig entschieden, weil das Geld fehlt und er ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis bezweifelt; mit der Umstrukturierung geht ein gestiegener Mitgliedsbeitrag einher, der sich gemäß der neuen Beitragsordnung nach der Anzahl der Übernachtungen richtet. Wie Touristik-Chefin Julia Bickmann bei der Mitgliederversammlung der Pfalz Touristik in Otterberg ausführte, machen Geschäftskunden und nicht Touristen den größten Teil der Übernachtungsgäste in Kaiserslautern aus. Die Stadt habe nicht in allen Bereichen jene Projekte, die die Pfalz Touristik im Sinn habe. Im kleineren Kreis über machbare Projekte zu sprechen, wie sie vorschlug, wurde abgelehnt.

Zuvor hatte der Bad Dürkheimer Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld als Vorsitzender der Pfalz Touristik die Konsequenzen für Kaiserslautern, aber auch jene für den Verein aufgezeigt. Dieser spiele nicht die beleidigte Leberwurst, doch sei klar, dass mit dem Ausstieg sowohl Kaiserslautern als auch die Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach von der touristischen Landkarte verschwinde.

„Westpfalz fällt hinten runter“

Zwar ist die Verbandsgemeinde finanziell besser gestellt als die Stadt Kaiserslautern, doch spielt der gestiegene Mitgliedsbeitrag auch für sie eine Rolle. Wegen der Stationierungsstreitkräfte gebe es viele Hotels und damit Betten, mit dem Tourismus habe das aber kaum etwas zu tun, so Pressesprecher Stefan Layes auf Anfrage. Trotzdem würde der Mitgliedsbeitrag ab 2025 von 4000 auf 9090 Euro steigen: „Die 9000 Euro können wir gut für andere Veranstaltungen oder Vorhaben einsetzen, die für unsere Region tourismusfördernd sind.“

Auch die Verbandsgemeinde sieht sich durch die Pfalz Touristik nicht gut vertreten. Das Hauptproblem bestehe darin, dass sie trotz des hohen Beitrags vornehmlich für die Vorderpfalz werbe „und die Westpfalz hinten runterfällt“, so Layes. Das passe nicht zu dem Anspruch, eine Solidargemeinschaft sein zu wollen. Deswegen habe die Verbandsgemeinde ebenso wie Kaiserslautern das neue Konzept abgelehnt.

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