Kaiserslautern Perfekte Muskelspiele

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Michael Heinz hat seinen Traum verwirklicht: Bei der „Internationalen Deutschen Meisterschaft im Classic Bodybuilding“ stand der Mackenbacher ganz oben auf dem Podest. Der Weg zum Erfolg ist extrem und beginnt mit Sylvester Stallone. Trotzdem backt er nach dem Titelgewinn erstmal mit dem Sohnemann Plätzchen, statt auf der Europameisterschaft erneut die Muskeln spielen zu lassen.

Es war nicht der erste Titel, den der 41-jährige Personaltrainer mit nach Hause nehmen konnte. Bereits im Jahr 2004 kehrte er als Mister Universum (Kategorie bis 175 Zentimeter) in die Westpfalz heim. „Das war damals eine Veranstaltung, die sich etwa mit der Zweiten Bundesliga vergleichen lässt“, ordnet Heinz den damaligen Titel ein. Ein toller Erfolg für einen, der seit seinem 18. Lebensjahr dem Kraftsport zuspricht und der als 30-Jähriger begann, sich auch mit anderen auf Wettbewerben im Classic Bodybuilding zu messen. Das reicht dem ehrgeizigen Michael Heinz aber nicht. Er will den Titel in der Liga ganz oben. Ende November in Bochum beim Internationalen Verband für Bodybuilding und Fitness ist es so weit. Endlich hat es geklappt. Sagt er. Endlich war er genau am Tag X perfekt in Form, hat sich in genau fünf Wettkampfminuten perfekt in Szene gesetzt. „Es gibt nur die eine kleine Chance“, beschreibt er den Moment des Sieges als überragend. Fünf Minuten ein akkurates Spiel mit Bizeps, Trizeps, dem Latissimus. Fünf Minuten gekonntes Posen, Drehen und Wenden. Fünf Minuten, in denen die Richter gleichmäßige Muskelentwicklung, Muskulosität, Muskelteilung, Proportion, sportlich-athletische Erscheinung, exakte Ausführung der Posen sowie die gesamte Ausstrahlung bewerten. Klingt so einfach. Klingt nur so. Der Weg dorthin, der ist mehr als hart. Bei Michael Heinz sah er in etwa so aus: Von Montag bis Freitag geht er ganzjährig ins Mackenbacher Fitnessstudio Health Fit 24, um sich die Eisen eine gute Stunde vorzunehmen. Bis an die Schmerzgrenze. Sagt er. Das Wochenende gehört der Familie. Da isst er dann auch mal das, was andere als ungesund bezeichnen, und genießt Fast Food in Form eines Burgers. Unter der Woche achtet er streng auf reichlich Eiweiß, Gemüse und auf viel Flüssigkeit. Das Gewicht liegt bei 85 bis 90 Kilogramm. Hört sich human an. Der Wettkampfmodus naht, jetzt wird es ernst. „18 Wochen vor dem Tag X wird das Training noch härter, noch öfter, und ich lebe strikt nach einer konsequenten Diät“, zeichnet der Deutsche Meister seinen Weg dahin auf. Die Diät, die hat es in sich. Täglich ein Kilogramm Gemüse, etwa Brokkoli und täglich ein bis eineinhalb Kilogramm Fleisch plus vier bis fünf Liter Wasser. Das Fett muss bis auf ein Minimum von drei Prozent aus dem Körper. Im Notfall hilft die Reiswaffel über ein Loch. Nicht helfen kann sie über ziemlich schlechte Laune und das In-sich-gekehrt-Sein. „Die Familie leidet schon darunter“, hält Heinz nicht hinterm Berg mit den Auswirkungen. Zwei Tage vor dem Auftritt gilt es noch, 15 Liter Wasser zu trinken. Bei der Qual ist es ziemlich verständlich, dass ihn der Weg vom Siegespodest direkt in die nächste Burgerbude führte. Eigentlich hätte die Schinderei noch einen Nachschlag erfordert. Nach dem Gewinn des Meistertitels ruft nun die Europameisterschaft Mitte Dezember. „Das war für mich kurz vor Weihnachten nicht zu machen. Mein achtjähriger Sohn wollte Plätzchen mit mir backen. Das wäre bei strengster Diät nicht machbar“, gibt Heinz unumwunden zu. Er sagt aber auch, eine Europameisterschaft reize ihn schon und dass er sicher wieder angreifen werde. Auslöser für das ehrgeizige Modellieren der eigenen Muskulatur ist für den Personaltrainer kein Geringerer als Sylvester Stallone. „Der Mann war und ist für mich ein Idol“, schwärmt er geradezu vom schauspielenden Muskelmann, der als Rocky Filmgeschichte schrieb. Nun – der Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur und Filmproduzent, der ist mittlerweile 69 und hält die Form. Durchaus ein Vorbild für einen Bodybuilder.

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