Kaiserslautern Party in der Kammgarn: 25 Jahre French Touch

 Das Tanzpaar Camilla Marcati und Teade Abma.
Das Tanzpaar Camilla Marcati und Teade Abma.

Es war die perfekte Geburtstagsfeier: das Jubiläumskonzert zum 25-jährigen Bestehen der Kaiserslauterer Band French Touch am Samstag im ausverkauften Kasino der Kammgarn.

Das wichtigste an Feiern dieser Art sind die Geburtstagskinder – in diesem Fall waren es gleich vier: Akkordeonistin und Moderatorin Alexandra Maas als Frontfrau des Quartetts, dazu Gitarrist Harald Pfeil, Kontrabassist Wolfgang Janischowski und Schlagwerker/Vibraphonist Michael Lakatos zeigten sich als einfallsreiche Einladende mit einem Top-Unterhaltungsprogramm für ihre Gäste. Und das nicht nur rein musikalisch: Maas streute zur Freude des Publikums immer wieder nette Anekdoten aus der Band-Historie ein.

So erfuhr man etwa, wie sich Bandmitglieder einst kennenlernten (Harald Pfeil etwa war Gast im Lokal „Benderhof“, dessen Inhaberin seinerzeit Alexandra Maas war) und was bei Band-Aktivitäten und Videoaufnahmen in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten schon so alles passierte - unter anderem eine lange Odyssee auf dem Weg gerade mal vom Humbergturm in die Lauterer Innenstadt.

Vielseitig unterwegs

Dann die Musik: Auf Geburtstagspartys immer wichtig, bei dieser Veranstaltung von besonderer Bedeutung. Waren French Touch in ihrer Anfangszeit noch konzentriert auf das vom Akkordeon bestimmte stilistische Gebiet zwischen Musette und Tango, so hat sich das mittlerweile und zwei Studioalben später geändert: Hinzugekommen sind etwa auch funky Attitüden (wie im von Janischowski komponierten Titel „Bubble Blue“) und jazzige Anklänge („Swing Vagabond“ von Quadro Nuevo). Zusammen mit vielen anderen Titeln zeigten allein schon diese beiden, wie breit angelegt Akkordeon-Musik, wie vielseitig eine entsprechend ausgerichtete Band wie French Touch sein kann.

In ihrer Gesamtheit erzielte man während dieser über drei Stunden währenden Konzert-Feier damit erneut die „Wirkung eines konzentrierten Kurzurlaubs“ auf das begeisterte Publikum, so ein Zitat aus einem Presseartikel, den die Autorin und Rezitatorin Madeleine Giese als erster besonderer Gast des Abends verlas.

Viele besondere Gäste

Apropos besondere Gäste - da kamen noch mehr. Insbesondere Pianist Martin Preiser als ehemaliger Mit-Musiker steuerte in der Kammgarn noch einmal sein Können bei. Im Übrigen konnten an diesem Abend leider nicht alle musikalischen Wegbegleiter dabei sein, so etwa der mehrmals erwähnte Wolfgang „Gandhi“ Dobner, Pianist in der Frühzeit von French Touch.

Dafür erfüllte man sich, typisch Geburtstagsfeier, ein paar besondere Wünsche mit eben weiteren besonderen Gästen. Einer davon war dann die Klarinettistin Nina Postweiler, die in den Stücken „Le chat noir“ und im erwähnten Jazz-Titel neue, positiv überraschende Obertöne in die Darbietungen brachte. Und mit dem tanzenden Gäste-Team Camilla Marcati und Teade Abma wurde im „Last Tango in Paris“ erstmals ein Repertoire-Titel der Gruppe ganz zauberhaft und professionell in adäquate Bewegung umgesetzt.

So gab und machte man sich ungezählte Geschenke an diesem Abend. Dazwischen fanden sich noch etliche kleinere Überraschungs-Kleinodien wie die Projektion des professionell erstellten Band-Videos zur Komposition „Myth“ (mit live dazu gespieltem Ton) und im Foyer des Hauses zur Band-Dokumentation ausgestellte Artikel, Flyer und Fotos.

Man habe sich lange auf diesen Abend vorbereitet, erklärte Alexandra Maas am Anfang des Auftritts. Und es sollte sich lohnen. Erschöpft, aber sichtlich erleichtert spielte man den letzten Titel „Montgolfiere“ (sogar mit Vokalunterstützung), nahm glücklich den langen Schluss-Applaus des stehenden Publikums entgegen, gewährte noch einen knackigen Zugabenteil. Von dieser Geburtstagsfeier hatte jeder etwas.

x