Kaiserslautern Party in der Hexennacht

Placeholder-Image

Beigeordneter Peter Kiefer ist beeindruckt. „Hier wurde wirklich sehr viel gemacht“, sagt er. Gemeint ist das Strandbad Gelterswoog. Dort hat sich Kiefer gestern Vormittag umgesehen, hat die Fortschritte bei der Sanierung unter die Lupe genommen.

Thomas Dörr empfängt Kiefer in Arbeitsklamotten. Der neue Pächter legt selbst mit Hand an, hat in der Nacht noch bis ein Uhr Schweißarbeiten verrichtet. Die sechs Männer, die er eingestellt hat, sind ebenfalls am Werk. Der eine pflanzt Stiefmütterchen, der andere arbeitet an der Einfassung der Blumenbeete, ein dritter streicht die Holzverkleidung am Umkleidetrakt. Und am Gastronomiegebäude wird ebenfalls fleißig gewerkelt. Hier wird deutlich, dass es Dörr mit seinen Investitionen ernst meint. Das Gebäude ist außen mit Douglasienholz vertäfelt, die Theke wird komplett erneuert, oben und vorne mit hochwertigen Fliesen versehen und mit LED-Licht beleuchtet. Obendrüber kommen Bilder, auf denen zu sehen ist, wie der Gelterswoog vor Jahrzehnten aussah. Und auch neue Lampen kommen in das Gebäude. Was für welche? „Das weiß ich nicht. Die hat meine Frau ausgesucht“, sagt Dörr. Das Strandbad wird auch die Handschrift von Viktoria Butenko tragen. Rund um das Gastronomiegebäude geht es ebenfalls voran. Blumenbeete sind bepflanzt, eingefasst mit großen Steinen. Die stammen vom Potzberg, wo Dörr mit seiner Frau das Hotel gekauft hat. Die Theke im Freien wurde abgebaut, sie wird überholt, erhält eine neue Zapfanlage. Mit der Brauerei ist alles klar, sie liefert Stühle und Tische. Nicht mehr die Plastikstühle, „sondern was Geflochtenes“. Thomas Dörrs Berater Günter Scheu hat zwar davor gewarnt. „Die Leute sind mit Öl eingecremt und setzen sich auf die Stühle, da kann ständig jemand mit dem Wischeimer durchgehen“, sagt er. Doch Dörr bleibt hart: „Ich will was, das elegant aussieht.“ Etwas Sorgen bereitet ihm der Rasen auf der großen Freifläche der Gastronomie. Der ist ramponiert, hätte eine Auffrischung nötig. Aber da sei nichts zu machen, sagt Dörr. Er ließ einen Gärtner kommen, der habe gesagt, dass Gras auf dem roten Sandboden schlecht anwachse. Nächstes Jahr will der Pächter überlegen, was sich da machen lässt. Kiefer freut sich derweil, dass am 1. Mai das Bad eröffnet wird. Er will in diesem Sommer ganz privat mal als Badegast zum Gelterswoog fahren. Er freut sich, das Dörr seinen Verpflichtungen nachkommt. „Wir wollten den Badesee für die Bürger erhalten, die Stadt hätte das alles nicht leisten können“, sagt er. Fünf Jahre wurde das Strandbad vermietet, in dieser Zeit muss Dörr 125.000 Euro investieren, dann wird ihm die Pacht erlassen. Viel Zeit haben Dörr und sein Team darauf verwendet, alles Mögliche zu säubern. Unkraut wurde weggemacht, die Platten wurden abgestrahlt und ausgebessert. Auf der Terrasse über den Umkleiden stand ganz viel Arbeit an. „Die Lichtschächte waren bis obenhin voll mit Dreck und Blättern“, sagt der Pächter. Teilweise hat er Platten verlegen lassen. Und auch auf der Terrasse alles abgestrahlt. Die Solaranlage wurde repariert. „Die ist gut in Schuss, bringt nun volle Leistung.“ Am Umkleidetrakt ist die Holzvertäfelung gestrichen, erhält der Beton einen weißen Anstrich. Ein Raum wird für eine Physiotherapeutin hergerichtet, die Massagen, Yoga und Fitnesstraining anbietet. Die Duschen auf der Liegewiese würden auch noch erneuert, sagt Dörr. Bleibt noch ein Thema. FKK. Dörr möchte einen Nacktbadebereich anbieten, weiß aber noch nicht wo. Eventuell am Ende des Strandbades zum Wald hin, mit einer spanischen Wand abgetrennt. Oder ganz hinten im Wald. Der Pächter hat noch bis zum 1. Mai Zeit zum Nachdenken. Wenngleich die offizielle Eröffnung abends am 30. April steigen soll. Mit einer Party in der Hexennacht. (dür)

x