Kaiserslautern Parkplatz-Diskussion: „Belastbare Zahlen statt Bauchgefühl“
„Die Diskussion über die Zukunft der Kaiserslauterer Innenstadt ist wichtig und überfällig. Umso bedauerlicher ist es, dass die CDU sie derzeit auf eine einfache Formel verkürzt: mehr Parkplätze gleich mehr Kunden“, argumentiert Patrick Schäfer, Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion. Für diese Behauptung gebe es keine belastbare Datengrundlage, zumal dem Stadtrat bislang keine umfassende Analyse über die Auslastung von Parkhäusern und Parkflächen vorliege. Trotzdem stelle die CDU bereits weitreichende Forderungen. „Das ist keine vorausschauende Stadtentwicklung, sondern rückwärtsgewandte Symbolpolitik“, so Schäfer. „Bevor wir öffentliche Plätze zu Parkflächen umwidmen, brauchen wir endlich belastbare Zahlen statt Bauchgefühl.“
„Mehr Aufenthaltsqualität lockt die Menschen in die Stadt“
Wer ehrlich über die Herausforderungen des Einzelhandels sprechen wolle, müsse sich mit den tatsächlichen Ursachen befassen, fordert Schäfer. Entscheidend für einen lebendigen Handel sind aus Sicht der SPD die Attraktivität der Innenstadt, ihre Aufenthaltsqualität und ihre gute Erreichbarkeit mit allen Verkehrsmitteln. „Deshalb braucht Kaiserslautern einen anderen Ansatz. Statt weitere öffentliche Plätze in Parkflächen umzuwandeln, sollten wir die Innenstadt konsequent als Erlebnis- und Begegnungsraum weiterentwickeln. Mehr Grün, schattige Aufenthaltsbereiche, gute Gastronomie, kulturelle Angebote und familienfreundliche Freizeitmöglichkeiten sorgen dafür, dass Menschen länger bleiben und häufiger wiederkommen.“
Verstecken müsse sich Kaiserslautern schon heute nicht. „Unsere Stadt zieht mit ihren Veranstaltungen jedes Jahr Zehntausende an. Allein das Altstadtfest lockt 150.000 Besucherinnen und Besucher und mehr in die Innenstadt. Dazu kommen die Lautrer Kerwe, der Weihnachtsmarkt, Sportereignisse, Stadtfeste und unzählige Aktivitäten von Vereinen und Institutionen. Diese Beispiele zeigen: Menschen kommen nach Kaiserslautern, wenn die Stadt etwas bietet, und nicht, weil sie einen Parkplatz direkt vor der Ladentür finden“, erklärt Schäfer.
„Kaiserslautern braucht Mut zur Zukunft statt Sehnsucht nach den 1970er Jahren. Wir gewinnen den Einzelhandel nicht mit mehr Asphalt zurück“, so der SPD-Fraktionschef. Eine autofreie Innenstadt fordere niemand. „Aber die Zukunft unserer Stadt liegt nicht darin, Flächen, die Begegnung, Gastronomie, Kultur oder Grün bieten könnten, wieder in Parkplätze zu verwandeln.“