Jiu-Jitsu RHEINPFALZ Plus Artikel Otterbacher Zen-Bogyo-Do-Sportler auf virtueller Reise nach Japan

Strahlende Gesichter: Die Leute vom Zen-Bogyo-Do haben als Wanderer, Jogger oder Radfahrer die Herausforderung angenommen.
Strahlende Gesichter: Die Leute vom Zen-Bogyo-Do haben als Wanderer, Jogger oder Radfahrer die Herausforderung angenommen.

Der Zen-Bogyo-Do strebt seit Anfang Februar Japan entgegen. Auf der virtuellen Reise geht es flott voran, Karfreitag war bereits Halbzeit, weil weder Laufschuh noch Fahrrad geschont werden. Steinig war es auch schon.

Kaum war die Challenge „Wir laufen, joggen, radeln virtuell nach Japan“ gestartet, hatten nicht wenige Mitglieder im Zen-Bogyo-Do Blut geleckt. Auf nach Japan! Der Mensch braucht Ziele, der Sportler auch. Seitdem geben sie alles, sind gefühlt immer am Streckemachen, hatten schon kurz nach dem Start die Grenze zu Polen passiert, sich der Autostrada Wolnosci (Autobahn der Freiheit) genähert, die Euro in Zloty umgetauscht und sich an einem Klavierkonzert mit Werken des polnischen Komponisten Chopin erfreut. Flott ging es weiter bis nach Bydgoszcz (Bromberg), wo viel Wald und die Bromberger Heide die Jiu-Jitsu-Sportler bei Laune hielten. Die Weichsel blieb schnell zurück, ab ging es nach Masuren, und schon war die Grenze zu Litauen erreicht. Der Vorwärtsdrang ungebremst, lag alsbald Lettland hinter und das weite Russland vor ihnen und damit auch die Straßenschilder mit schönster kyrillischer Schrift.

Durch die Wälder Sibiriens

Ende Februar durchquerte die Jiu-Jitsu-Truppe Moskau, schaute kurz am Roten Platz und beim Kreml vorbei und enteilte der Wolga entlang hinein in die nächste Zeitzone. Es ging vorbei an der Stadt Jekaterinburg. Die Wälder Sibiriens führten rein in die Stadt Tscheljabinsk, in der 2014 die Judo-Weltmeisterschaften stattfanden und 2015 die Weltmeisterschaften im Taekwondo ausgerichtet wurden. Für die Kampfsportler aus der Westpfalz ein bisschen was Vertrautes.

Helene Fischers Geburtsstadt

Nach über 4000 Kilometern wird Asien erreicht, was folgt, ist erst mal viel Land und der Aufruf des Vereinsvorstandes, nicht nachzulassen. Die Truppe bleibt auf den Füßen, meist am Wochenende deutlich intensiver als unter der Woche. Es geht kurz rein nach Kasachstan, um bald wieder russischen Boden zu betreten. Die Städte Omsk und Nowosibirsk werden durchquert, die nächste Zeitzone erreicht und in Krasnojarsk, der Geburtsstadt der Schlagersängerin Helene Fischer, vorbeigeschaut.

Motivierende Steine

Nach einem „steinigen“ Weg an Karfreitag meldet ein glücklicher Harald Westrich „Halbzeit“. Gut 6000 Kilometer bis zum Ziel ins über 12.000 Kilometer entfernte japanische Kamakura sind geschafft. Die letzten 300 Kilometer vor der Halbzeitetappe waren dabei voller motivierender Steine. Auf dem Höhenweg zwischen Olsbrücken und Schallodenbach hatte der Vorsitzende einen Stein mit seinem Geburtsdatum abgelegt. Der sollte von anderen gefunden und ausgetauscht werden. „Das hat doch noch einige motiviert, auf die Suche nach dem Stein zu gehen“, zeigt sich Westrich begeistert.

Die Steine waren real, und alle Kilometer, die die 52 Teilnehmer des Zen-Bogyo-Do in ihren Laufschuhen oder mit dem Rad abspulten, waren auch echt, wurden aber in der Pfalz und Umgebung absolviert. Der Rest ist virtuell und wird auf der Homepage kommentiert und sichtbar gemacht. Kommt gut an. Jedenfalls ist noch immer ziemlich Geschwindigkeit im Vorankommen der Kampfsportler, die einzeln, zu zweit oder in Kleingruppen unterwegs sind.

„Die Teilnehmer unserer Truppe setzen sich etwa zu 70 Prozent aus Erwachsenen, zu 25 Prozent aus Jugendlichen und zu fünf Prozent aus Kindern zusammen“, analysiert der Vereinsvorsitzende Harald Westrich, wer da so unterwegs ist.

Radtour mit den Söhnen

Die Mehrheit wandere oder jogge, aber die Radfahrer bringen naturgemäß die meisten Kilometer zustande. „Ein Wanderer oder Jogger schafft in der Stunde fünf bis zehn Kilometer, der Radfahrer in der gleichen Zeit dann schon 20. Ich hatte zum Beispiel mit meinen Söhnen eine Radtour von 70 Kilometern gemacht, damit konnten wir in kurzer Zeit 210 Kilometer einbringen“, so Westrich, der aus den einlaufenden Kilometern auch gut erkennt, welch großen Einfluss das Wetter beim Streckemachen hat. „Bei einer Woche mit durchgehend gutem Wetter haben wir schon 1200 bis 1500 Kilometer geschafft. Bei extrem schlechter Witterung kommen dann nur 500 in der Woche zusammen.“

Nun ist der Zen-Bogyo-Do ja auch als Wettkampfverein bekannt und führt logischerweise auch bei seiner Challenge „Bestenlisten“. „Bei den Joggern sind die Frauen führend, beim Radfahren die Männer“, gibt der Vorsitzende einen Zwischenstand.

Die Jiu-Jitsu-Sportler Tim (links) und Nils Westrich beim Kilometersammeln.
Die Jiu-Jitsu-Sportler Tim (links) und Nils Westrich beim Kilometersammeln.
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