Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Optiker Paul Hauck sieht Kaiserslautern als Einkaufsstadt gut aufgestellt

Paul Hauck hat das Interesse für Brillen und Optik früh entdeckt. In vierter Generation führt er das gleichnamige Geschäft.
Paul Hauck hat das Interesse für Brillen und Optik früh entdeckt. In vierter Generation führt er das gleichnamige Geschäft. Foto: VIEW

Inhabergeführt: In seinem Büro bewahrt Optikermeister Paul Hauck ein Relikt aus längst vergangenen Tagen auf. Damals als sein Urgroßvater neben Brillen auch Messgeräte und Barometer verkaufte. Das Geschäft in der Kerststraße ist schon seit den 1880er Jahren Familiensache.

Eine Kundin habe ihm das Barometer, auf dem der Name des Urgroßvaters Richard Hauck vermerkt ist, vorbeigebracht. „Früher wurden auch verschiedene Messgeräte wie Barometer oder Thermometer beim Optiker gekauft“, in Weingegenden gab es neben einer neuen Sehhilfe durchaus auch die Möglichkeit eine Mostwaage zu erstehen, berichtet der Geschäftsinhaber. Bereits 1883 habe Richard Hauck mit einem Uhren und Schmuckgeschäft in der Kerststraße begonnen, „hier auf der gegenüberliegenden Seite“. Fünf Jahre später erfolgte der Umzug in das Eckhaus zur Wagnerstraße, in dem Kunden noch heute etwa 1000 Brillenmodelle finden. In einem Dokument, das Hauck vor einiger Zeit gefunden habe, sei bereits für das Jahr 1896 erwähnt, dass auch Brillen verkauft wurden.

Ihn selbst zog es früh in seinen Beruf, den zuvor schon drei Generationen der Familie ausgeübt hatten. „Es hätte auch etwas anderes werden können, aber eigentlich war es schon immer klar.“ 1982 habe er im Familienbetrieb seine Lehre begonnen, das Einschleifen der Brillengläser, das Messen der Sehstärke, das Ausmessen und Anpassen der Brille, die Beratung der Kunden gelernt. Nach einer Zeit in Genf habe er dann in Köln den Meister gemacht und dann das Geschäft übernommen. „Das Physikalische, Technische, Mathematische hat mich interessiert, auch der Umgang mit Kunden. Sehprobleme lösen ist eine interessante und gute Sache“, erzählt er.

Aktuelle Mode spielt eine wichtige Rolle

Die größte Veränderung der vergangenen Jahre sieht er in der wachsenden Konkurrenz zu verschiedenen Billiganbietern, die damit locken, dieselbe Qualität anbieten zu können, wie ein inhabergeführtes Optikergeschäft. „Aber sie haben keine angepassten Brillen. Wenn es Probleme gibt, die Brille nicht richtig sitzt, ist es schwierig, wenn man beispielsweise seine Brille im Internet bestellt hat. Man kann sie nicht vorher anprobieren.“ Zudem seien bei ihm alle der elf Mitarbeiter ausgebildete Optiker, die sowohl in der Beratung als auch in der Werkstatt tätig seien.

Optik Hauck könne immer noch auf Stammkunden zurückgreifen, „das ist immer noch die Basis, aber man kann sich nicht darauf ausruhen“. Daher fahre er regelmäßig zu verschiedenen Messen, beispielsweise jährlich im Januar nach München. Dort werden die neusten Modelle präsentiert. „Das Wichtigste ist schon, dass die Kunden mit den Brillen gut sehen. Aber das Modische ist auch wichtig, die Kollektionen wechseln häufig.“

Insbesondere bei Sonnenbrillen, bei Optik Hauck mit oder ohne Sehstärke angeboten, dürfe es bei vielen Leuten dann auch ein gewagteres Modell sein als bei den Korrektionsbrillen. „Dadurch, dass die Angst vor UV zugenommen hat, hat sich der Anteil verkaufter Sonnenbrillen schon verändert“, sagt Hauck. Die normalen Brillen machten aber nach wie vor den Hauptteil seines Geschäfts aus.

Nur noch selten in der eigenen Werkstatt tätig

Ein wichtiger Bereich sei auch die Anpassung von Kontaktlinsen. „Wir haben viele verschiedene Arten vorrätig, weil die Leute da schnell versorgt werden wollen, gerade bei Tages- oder Monatslinsen.“ Außerdem biete er auch Speziallupen für all jene Menschen, die selbst mit Brille schlecht sehen. Auf die richtige Beratung legt Hauck Wert. Denn beim Brillenkauf müsse nicht nur die persönliche Vorliebe für ein Modell sowie die Sehstärke beachtet werden, es komme auch darauf an, wie schwer die Brille mit den entsprechenden Gläsern werde, wie sich der Kunde damit wohlfühle und das ausgesuchte Modell unter Umständen so anzupassen, dass es optimal sitzt.

Im „Herzstück“ eines Optikergeschäfts, der eigenen Werkstatt, arbeitet Hauck nur noch selten. „Aber es fehlt mir eigentlich auch nicht.“ So werden seine Auszubildenden, aktuell zwei, immer von seinen Mitarbeitern ausgebildet: „Die machen das ja von morgens bis abends.“

Gerade auswärtige Kunden schätzen die Stadt

Die Stadt mit ihren verschiedenen Angeboten sieht Hauck insgesamt gut aufgestellt, auch den Standort seines eigenen Geschäfts bewertet er positiv. Durch Thalia oder aber einen Apple-Store, Betten Ziegler, Intersport, einige Cafés und das Union-Kino in der Nähe sei die Frequenz gut: „Die Leute suchen nach wie vor solche Geschäfte. Es ist nicht so, dass alle Menschen im Internet bestellen wollen.“ Gerade bei Kunden von außerhalb höre er immer wieder, wie gut ihnen die Stadt auch zum Einkaufen gefalle. Die Mall habe Kaiserslautern noch einmal ein Plus gegeben. „Die Stadt und das Eck sind jetzt wieder belebter, es ist schön, dass man da wieder durchlaufen kann“, sagt er, gerade auch mit Blick auf die Zeit „als das noch eine leerstehende Ruine war“. Besonders für junge Menschen sei dort ein Angebot entstanden: „Sie nutzen es auch als Treffpunkt.“

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