Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Oft war kein Platz für Plätze in der Stadt

Der Davenportplatz im Uni-Wohngebiet: Große Sandsteinfindlinge und ein Brunnen des kanadischen Bildhauers Daniel Couvreur domini
Der Davenportplatz im Uni-Wohngebiet: Große Sandsteinfindlinge und ein Brunnen des kanadischen Bildhauers Daniel Couvreur dominieren.

Im Kaiserslauterer Straßenverzeichnis stehen 28 Plätze. Es gibt aber einige mehr. Manche haben nur einen Namen im Sprachgebrauch. Im Rahmen einer kleinen Serie besuchen wir die Plätze, um etwas über ihre Geschichte und ihre Funktion zu erfahren.

Plätze, die im Laufe der Stadtentwicklung überplant wurden und untergegangen sind, findet man noch auf historischen Stadtplänen, wie beispielsweise den Maxplatz, auf dem die Gäule per Handschlag den Besitzer wechselten, das Eisplätzchen oder den falsch benannten „Kaiser“-Rudolf-Platz. Alle waren ursprünglich von Bedeutung für Veranstaltungen, Messen, Versammlungen, zur Erholung und zur Verkehrsregelung.

Plätze sind ein Stück Kaiserslauterer Identität. Sie prägen nicht nur ihre Umgebung, sie sind Bestandteile und Elemente der Stadtentwicklung. Plätze in der Stadt sind wie Pausen in der Musik: Pausen sind auch Musik, Plätze sind auch Stadt. Viele dieser „Pausen“, aus welchen Gründen auch immer, hat die Stadt bei der Erweiterung der Wohngebiete vergessen: Es gibt keinen Platz, weder mit einem offiziellen Namen, noch mit einem Namen nur im Sprachgebrauch, beispielsweise auf den Bännjerrück, dem Seß, dem Betzenberg, dem Kaiserberg oder dem Lämmchesberg. Bei Stadterweiterungen, insbesondere als sich Kaiserslautern auf die umliegenden Höhen ausdehnte, war kein Platz für Plätze. Der Davenportplatz in der Uniwohnstadt ist die Ausnahme.

Dem Krieg und Bebauungs-Eskapaden widersetzt

Die alten Lauterer Plätze haben unter den Bombardements des Zweiten Weltkriegs nicht gelitten. Sie haben sich auch beharrlich Bebauungs-Eskapaden widersetzt, obwohl sich die Randbebauung oft erheblich geändert hat. Der Stiftsplatz ist ein Beispiel: Markthalle abgelehnt, neues Rathaus abgelehnt, Tankstelle abgebaut, Parkplatz abgeschafft und kein Brunnen, nur Wochenmarkt, Bäume, Bänke und „Pause“. Der Stiftsplatz ist ein stiller Platz im Gegensatz zu dem unruhigen Schillerplatz. Wenn das Lauterer Original, „Herr Schmeller“, noch in den 1940er Jahren auf dem Stiftsplatz im Schatten einer Platane melancholische Melodien geigte, schwebte der leise Ton über dem stillen Stiftsplatz. Geschützt durch die Bebauung auf der Nordseite, nimmt der Stiftsplatz von der Ost-West-Achse keine Kenntnis.

Lauterer Plätze sind romantisch, sachlich, zweckmäßig oder multifunktional. Allerdings hat die Fußgängerzone einen Teil der kommunikativen Funktion übernommen. Man kann darüber streiten, ob die Häuserkulisse einem Platz den Stempel aufdrückt oder der Platz als freier Raum seiner Umgebung.

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