Kaiserslautern Offene Atmosphäre bei Schülerfeiern mit Flüchtlingen

In einer konzertierten Aktion haben Schüler am vergangenen Mittwoch Begegnungsfeiern mit Flüchtlingen veranstaltet. Asylbewerber feierten mit rund 90 Schülern der Integrierten Gesamtschule (IGS) Bertha von Suttner, des St. Franziskus Gymnasiums und Realschule und des Hohenstaufen-Gymnasiums drei unterschiedliche „Feste der Nächstenliebe“. Organisiert wurden die Feiern in der Villa Jaenisch, im Gemeinderaum der Christuskirche und im Bürger-Büsing-Haus vom Arbeits- und Sozialpädagogischen Zentrum (ASZ) mit dem Arbeitskreis Toleranz und Integration zusammen mit den Lehrern und Schülern.
„Für mich war das sehr beeindruckend“, erzählt der Mathelehrer Norbert Herhammer vom Hohenstaufen-Gymnasium. Am Anfang sei die Begegnungsfeier der Schüler mit Flüchtlingen im Bürger-Büsing-Haus etwas steif gewesen, aber nach den Kennenlernspielen war das Eis schnell gebrochen. „Einige Schüler haben am Klavier Lieder gespielt. Dann hat sich spontan eine etwa 40-jährige Dame aus dem Flüchtlingsheim ans Klavier gesetzt und hat gespielt und gesungen.“ Die Stimmung sei dann schnell herzlich und fröhlich geworden. „Eine iranische Schülerin hat mir hinterher erzählt, dass die Feier sie inspiriert und beseelt hat.“ Vorher habe er sich Gedanken gemacht, dass die Kommunikation mit den Menschen aus so unterschiedlichen Ländern wie Somalia, Syrien, Eritrea, Georgien und Afghanistan schwierig sein könnte. „Aber beim Plätzchen essen und Tee trinken ist dann doch eine gute Kommunikation entstanden.“ Herhammer hatte die Idee zu den Begegnungsfeiern, Bürgermeisterin Susanne Wimmer-Leonhardt angesprochen – und die Organisation begann. „Ich wollte die Kinder zusammenbringen, damit sie sich kennenlernen und einen Draht herstellen“, sagt er. Auch Schwester Wiltrud, Schulleiterin des St. Franziskus Gymnasiums und Realschule, berichtet, dass die Atmosphäre bei der Begegnungsfeier mit Flüchtlingen aus der Unterkunft im Asternweg offen und fröhlich gewesen sei. „Es waren Eltern mit ihren Babys da, aber auch viele Jugendliche im Alter von etwa 18 Jahren.“ Die Schüler hätten im Gemeinderaum der Christuskirche mit Asylbewerbern gepuzzelt, Windlichter beklebt und Musik gemacht. „Ein Flüchtling hat von seinem Handy Musik gespielt und mit dem Mikro dazu gesungen. Dann hat er einen arabischen Gesellschaftstanz für die ganze Gruppe angeleitet.“ Drei Schülerinnen, die selbst aus ihrer Heimat geflohen sind, haben bei der Feier auf Arabisch, Persisch und Afghanisch übersetzt. Auch bei der Begegnungsfeier der IGS Bertha von Suttner haben Schüler übersetzt, die als Flüchtling nach Kaiserslautern gekommen sind. „Wir sind bei der Feier ins kalte Wasser gesprungen und wussten vorher nicht, was uns erwartet“, berichtet das Schulleitungsmitglied Kerstin Kührt. Letztendlich sei es eine schöne Feier gewesen mit Asylbewerbern, die im ehemaligen Kreiswehrersatzamt und der Galappmühle untergebracht sind. Schüler und Flüchtlinge haben in der Villa Jaenisch zusammen Buttons bedruckt, Sterne gebastelt und Gitarre gespielt. „Vielleicht wiederholen wir das noch mal in einer anderen Form“, sagt Kürth. Bei den drei vorweihnachtlichen Feiern gab es auch Geschenke. Zuvor hatten die Flüchtlinge einen Wunschzettel geschrieben. Die hcp Werbeagentur hat jedem eines der Geschenke besorgt und verpackt unter die von Real gesponserten Weihnachtsbäume gelegt. Bürgermeisterin Wimmer-Leonhardt sagte laut einer Pressemeldung über die Feiern:„Hier finden Begegnungen junger Menschen statt, die unvoreingenommen aufeinander zugehen. Einen besseren Weg zur Integration gibt es nicht.“ (joha)