Kaiserslautern „Offen auf Fremde zugehen“
Bis Montag, 25. März, ist im Rathaus-Foyer die Ausstellung „Schau mich an – Begegnungen in Israel“ des Freundeskreises Givat Haviva Deutschland zu sehen. Die Ausstellung zeigt ein zentrales Projekt des gleichnamigen Bildungs- und Begegnungszentrums in Israel, das sich seit 1963 der Aussöhnung und dem Dialog zwischen jüdischen und arabischen Bürgern Israels verschrieben hat.
Ruth Ratter, Vorsitzende des vor 24 Jahren in Mainz gegründeten Freundeskreises, hat eine Ausstellung aufgebaut, deren Details jugendliche Israelis jüdischer und arabischer Herkunft in einem Projekt erstellt haben, in dem es um die gegenseitige Anerkennung und ums Brückenbauen geht. Die Ausstellung war zuletzt in Kiel, Köln und Hannover zu sehen. Die Ausstellung ermöglicht einen differenzierten Blick auf die aktuelle Situation in Israel. Sie will Neugier, Einfühlungsvermögen und Verständnis wecken. Gängige Aussagen wie „Araber sind kriminell“ und „Araber sind aggressiv, sie wollen uns Juden vernichten“ sind auf grünen, den jüdischen Bürgern zugeordneten Stellwänden zu lesen. Auf den roten liest es sich nicht anders: „Israel verweigert den Palästinensern grundlegende Rechte und Freiheiten“, heißt es da. Im rot-grünen Mittelblock schließlich treffen die unterschiedlichen Meinungen aufeinander – der Betrachter muss hier wie da nur die sichtbare Meinung verschieben, schon liest er etwas anderes. So unterschiedlich die Betrachtungsweisen anfangs waren, am Ende seien zwischen den Jugendlichen dauerhafte Freundschaften entstanden, schildert Ruth Ratter. Givat Haviva, als Weiterbildungsinstitut der Kibbuzbewegung vor 70 Jahren gegründet, habe sich längst zu einem in Israel bekannten Projekt entwickelt. Bei Reisen im Land sei sie in ganz unterschiedlichen Gegenden auf begeisterte Reaktionen gestoßen. In den Friedensprojekten für die innerisraelische Verständigung sind schon die Kleinsten dabei. Sie haben zum Beispiel Steine bemalt und später ihrem Projektpartner geschenkt. Größere Jugendliche aus zwei Dörfern wiederum haben sich in einem Biosphärenreservat engagiert. Givat Haviva wolle eine gemeinsame Gesellschaft, erläutert Ruth Ratter. Es lohne darüber nachzudenken, ob, was dort unter schwierigen Bedingungen möglich sei, nicht auch bei uns möglich ist: „Offen zugehen auf fremde Menschen mit anderen Traditionen.“ In diesem Sinn hat die Vorsitzende des Freundeskreises Givat Haviva bereits Kontakte zu Schulen in Kaiserslautern aufgenommen. Sie kann sich vorstellen, Workshops anzubieten für Schüler aus Gymnasien, Gesamtschulen, berufsbildenden Schulen, der Meisterschule. Etwas Gemeinsames machen: Darunter kann sie sich beispielsweise vorstellen, dass junge Menschen ihre eigenen Klangwelten einfangen und am Computer zusammenschneiden zu einer Soundinstallation. Sie ist zu erreichen unter der E-Mail rratter@givat-haviva.net.