Kaiserslautern Noch nicht ehrenamtsmüde
«Landstuhl.»Organisieren, Leute einbinden und langfristig Verantwortung übernehmen sind die Stärken von Klaus Hochwärter. Diese nutzt er seit Jahrzehnten für sein ehrenamtliches Engagement. Einen Großteil seines Tages verbringt er mit den vielfältigen Aufgaben, die zu einer Vorstandschaft gehören. Nun bekam er von Peter Degenhardt, dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Landstuhl, die Jubiläums-Ehrenamtskarte verliehen.
Klaus Hochwärter strahlt Ruhe und heitere Gelassenheit aus. „Mittwochs ist unser freier Tag, sonst sind wir eigentlich immer unterwegs“, erzählt der 67-jährige Pensionär und sieht lachend zu seiner Frau. Er wohnt in Kaiserslautern, bringt sich aber unter anderem auch im Schützenverein Bann ein und wurde daher jetzt vom Bürgermeister der VG Landstuhl, Peter Degenhardt, mit der Ehrenamtskarte ausgezeichnet, und zwar mit der Jubiläumskarte, die nur Personen bekommen, die sich seit mindestens 25 Jahren ehrenamtlich engagieren. „Ich habe 1967 eine Lehre bei der Stadtverwaltung Kaiserslautern begonnen. Nach 45 Dienstjahren bin ich in Altersteilzeit gegangen, um mehr Zeit zu haben“, sagt Hochwärter. Die braucht er für seine zeitintensive Leidenschaft: das Ehrenamt. Hier liegt ihm das aktive Mitwirken und Gestalten am Herzen, also die Vorstandschaft. Seit 2005 ist Hochwärter Vorsitzender beim AWO-Stadtverband Kaiserslautern und managt hier die vielfältigen Tätigkeitsfelder, seit 2014 ist er zudem Vorsitzender beim Schützenverein „St. Hubertus“ Bann. Vorher hatte er lange jeweils die Position des Schriftführers inne. „Es ist schön, wenn man was Gutes machen, helfen kann“, erklärt er schulterzuckend seine Beweggründe. Durch die Gabe, eine gute Verbindung zu den unterschiedlichsten Menschen aufbauen zu können, organisatorisches Talent und seine Bereitschaft, langfristig Verantwortung zu übernehmen, konnte er ein großes Netzwerk aufbauen, das ihm wiederum die Arbeit erleichtert. Hochwärter legt großen Wert auf den Zusammenhalt der Mitglieder. Er weiß, wo die jeweiligen Interessen der Leute liegen, bindet sie ein und findet daher auch Helfer, wenn etwas zu tun ist. „Das ist wie eine große Familie“, findet er. Der Pensionär liebt den sportlichen Part, geht viermal in der Woche in Bann zum Schießen oder zur Böllergruppe, die bei historischen Anlässen regelmäßig ihr Können zeigt. Aber auch die Schreibtischarbeiten liegen ihm. In den ständig zunehmenden Vorschriften und Bestimmungen jedoch sieht er eine Gefahr. „Das macht die Vereine kaputt. Es wird immer problematischer, alles richtig zu machen und wehe, man passt nicht auf! Da gibt es saftige Strafen“, sagt er, winkt aber sofort ab. Irritieren lässt er sich von solchen Dingen nicht. Lieber informiert er sich, tauscht sich aus oder lädt Politiker ein, um sie auf solche Themen aufmerksam zu machen. Hochwärter war in der Vorstandschaft des VfR, hat sich bei der Stadtratsfußballmannschaft engagiert, war beim Männergesangverein Einsiedlerhof für die Theatergruppe zuständig und singt immer noch jeden Montag dort. Die Liste ist unvollständig, zu viel hat er bereits gemacht. „Organisieren liegt mir. Ich strahle Ruhe aus, weil ich Hektik gar nicht erst aufkommen lasse“, nennt er eine seiner Stärken. Auch bei der Stadtverwaltung, wo er für sechs Oberbürgermeister gearbeitet hat und unter anderem 2002 bei der Organisation der „Internationalen Konferenz der Partnerstädte“ mitwirkte, kam ihm diese Eigenschaft oft zugute. Dabei wollte Hochwärter als Kind eigentlich Tankwart werden, eine Idee, die ihm sein Onkel, nach dem Krieg Gründer der AWO Kaiserslautern, schnell wieder ausredete. Hochwärter begann seine Ausbildung bei der Stadtverwaltung und trat zeitgleich in die Gewerkschaft ein, bei der er sich noch heute engagiert. „Wenn irgendwann die ganzen Ehrungen kommen, merkt man, dass man alt wird“, sagt er lachend und zeigt einige seiner Auszeichnungen, darunter die Ehrenamtskarte. „Das alles geht aber nur durch die Unterstützung meiner Frau“, stellt Hochwärter klar. Diese toleriert nicht nur die häufige Abwesenheit ihres Ehemanns – zu den regulären Terminen und der Arbeitszeit daheim am Computer kommen Kongresse, Fachtagungen und Konferenzen –, sondern hilft oft auch selbst aktiv bei Festen mit.