Kaiserslautern
No Music in K-Town: Bemerkenswert gute Bands
In der jüngsten Ausgabe der „No Music in K-Town“-Reihe bewiesen am Freitagabend im gut gefüllten Cotton Club der Kammgarn gleich drei harte Bands in Reihe, dass die Stadt ganz im Gegenteil zum ironischen Veranstaltungsnamen eine ganze Menge an bemerkenswerten guten (Rock-) Bands hat.
Den wie immer nicht ganz einfachen Anfangsteil eines solchen Abends übernahm dabei erfolgreich das Quartett Rat Salad, deren Programm – unter anderem ein paar Covers und Nummern ihrer ersten EP „A New Kind Of Disease“ (wir berichteten) enthaltend – die Stimmung im Club schonmal merklich auflockern konnte. Insbesondere Sänger und Frontmann Lennard Rößner, ein agiler Showman mit expressiver Stimme und der Fähigkeit, schnell und ergiebig einen „Draht“ zum Publikum zu legen, hatte an dieser Wirkung einen großen Anteil. Da fanden sich schon früh ausgelassen mitgehende Besucher direkt vor der Bühne, und nicht nur aus dieser Gruppe gab es mehrfach ermunternde Zurufe. Beides befeuerte die Stimmung im Saal immer wieder zusätzlich und bereitete so den Boden für die nachfolgenden Bands.
Energiereiches Pech
Der Sänger war es auch, der in der nachfolgenden kleinen Band mit dem auch hier in Sachen Stellenwert eher unpassenden Namen Pech die atmosphärische Zügel im Raum fest in der Hand (oder besser: in der Stimme) hielt. Christopher John nämlich kultivierte sein energiereiches, treibendes Growling im Stil eines Randy Blythe von Lamb of God den ganzen Auftritt hindurch ohne spürbaren Kraftverlust und wirkte damit unentwegt mitten ins noch mehr begeisterte Publikum hinein. Unterstützt von Gitarrist Lucas Gärtner und Schlagzeuger Leo Clemenz wirkte das Trio allein deswegen schon deutlich intensiver als so manch größer besetzte Gruppe. Man hatte also durchaus kein „Pech“; es war eher schon ein Stück Glück, so etwas einmal unmittelbar zu erleben.
Und auch der letzte Teil des gar nicht so langen Abends – jede der drei Bands hatte organisatorisch bedingt halt lediglich eine relativ kurze Auftrittszeit – hatte es in ähnlicher Art in sich. Bei Clustered Vision wäre das zum einen der vielschichtige Personalstil, der in der Regel mit äußerer Wucht, aber intern dennoch gut durchkonstruiert die Fans erreichte. Und da wäre zum anderen auch hier die Person in vorderster Bühnenlinie, die das Wesen der hinter ihr stehenden Band mitbestimmt. In diesem Fall war es Sängerin Olivia Schick. Mit wandelbarer Stimme, die auch wiederum abgrundtiefe Passagen beinhaltete, und mit schwarzer Augenmaske auch outfitmäßig aus dem Rahmen fallend, begeisterte sie mit ihrer Band das Cotton Club-Publikum bis zum letzten Ton.