Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Nicht mutig genug: Was Trainer zum Rausschmiss von Dirk Schuster sagen

Muss sich einen neuen Job suchen: FCK-Trainer Dirk Schuster.
Muss sich einen neuen Job suchen: FCK-Trainer Dirk Schuster.

Was so schön mit dem Aufstieg von der Dritten in die Zweite Fußball-Bundesliga begann, ist nun zu Ende: Der 1. FC Kaiserslautern hat sich von Trainer Dirk Schuster getrennt. Was sie von dieser Trainerentlassung halten, fragte die RHEINPFALZ fünf Fußballexperten und FCK-Kenner.

Daniel Graf (Trainer des SV Morlautern):
„Die Entlassung Dirk Schusters so kurz vor dem Spiel gegen Magdeburg hat mich schon überrascht. Man hätte sich auch schon in der Länderspielpause trennen können. Warum der 1. FC Kaiserslautern jetzt die Reißleine gezogen hat, wird man wohl nie genau erfahren. Ich glaube nicht, dass alleine die zuletzt fünf sieglosen Ligaspiele den Ausschlag gaben. Es muss noch andere Baustellen gegeben haben. Vom Typ her passte Dirk Schuster ja zum 1. FCK. Aber die letzten Spiele sprachen nicht für eine Entwicklung der Mannschaft. Man hatte den Eindruck, dass sie stagniere. Dabei hätte man doch bei diesem Spielerkader erwarten können, dass sie vorne mitspielt. Thomas Hengen hat bei der Trainerentlassung sicher nicht aus dem Bauch heraus entschieden. Er hat große Erfahrung als Geschäftsführer Sport beim 1. FC Kaiserslautern und bewiesen, dass er in Personaldingen ein gutes Händchen hat. Ich glaube, dass ein neuer Trainer Impulse setzen kann und dass für die Roten Teufel in dieser Saison noch was nach oben geht.“

Erich Huber (Mitglied des FCK-Fanclubs Fairplay):
„Der Winteranfang ist für Fußballtrainer eine schwierige Zeit. Sicher hat sich Thomas Hengen die Trainerentlassung nicht leicht gemacht. Er hatte bestimmt triftige Gründe dafür. Hätte er die Sache weiter so laufen lassen und der FCK noch mehr Spiele wie gegen Kiel, Wehen und Fürth gezeigt, wäre die Mannschaft noch tiefer in den Schlamassel gerutscht. Hengen musste die Notbremse ziehen. Aber es wird schwierig sein, jetzt einen guten Trainer zu finden, der zum FCK passt. Torsten Lieberknecht wäre so einer. Aber er ist nicht frei, er trainiert den Bundesligisten SV Darmstadt und wird nicht auf den Betzenberg wechseln.“

Michael Kalckmann (Trainer des VfL Kaiserslautern):
„Mich überraschte es nicht, als ich hörte, dass der FCK sich von Dirk Schuster getrennt hat. Überrascht hatte mich, dass man ihn nicht schon nach der vergangenen Saison entlassen hat. Die Misere fing ja schon in der vorigen Runde an. Schuster ließ die Mannschaft zu defensiv spielen, setzte auf Sicherheitsfußball. Das war Fußball, wie man ihn auf dem Betzenberg nicht sehen will. In vielen Spielen passierten ihm taktische Fehler. Die deprimierende Niederlage gegen Kiel war dann der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Da hatte man auch den Eindruck, dass die Mannschaft gegen den Trainer spielte. Nach der Entlassung Schusters sind jetzt die Spieler gefordert; sie sind in der Pflicht. Ein Nachfolger für Schuster fällt mir nicht ein. Da habe ich volles Vertrauen in Thomas Hengen. Er hat bisher einen Riesenjob gemacht und wird sicher einen guten neuen Trainer zum FCK holen.“

Babak Anisi (Trainer des VfR Kaiserslautern):
„Ich habe es geahnt, dass die Tage von Dirk Schuster auf dem Betzenberg gezählt sind. Dass die Entlassung jetzt vor dem Magdeburg-Spiel erfolgte, überrascht mich dann doch ein wenig. Das Problem mit dem Trainer Dirk Schuster war, dass er keinen attraktiven Fußball spielen ließ. Immer wieder diese langen Bälle nach vorne. Das wirkte alles sehr monoton. Der FCK war für die Gegner leicht auszurechnen. Die FCK-Fans sahen auch, dass der Aufsteiger Elversberg einen viel variantenreicheren Fußball als ihre Mannschaft spielt. Dirk Schuster hatte ja einen guten Kader zur Verfügung. Viele trauten den Roten Teufeln zu, dass sie in dieser Saison oben mitspielen könnten. Nach den vielen Niederlagen ist das kein Thema mehr. Deshalb hat sich der FCK von Schuster getrennt. In dieser Situation vertraue ich Thomas Hengen, der ja als Geschäftsführer seine Sache sehr gut macht.“

Alexander Gauch (Trainer des SV Katzweiler):
„Schon seit Langem musste man sich Gedanken über Dirk Schuster machen. Die Spielweise, die er seiner Mannschaft verordnete, war einfach zu defensiv, ja destruktiv. Der FCK spielte einfach nicht mutig. Der Kader wurde nach der vergangenen Saison erheblich verstärkt. Deshalb hatte man in dieser Runde mehr erwartet und nicht, dass die Mannschaft nach 14 Ligaspielen fünf Punkte über dem Relegationsplatz steht. Es war auch keine Entwicklung zu sehen. Bei der Niederlage gegen Holstein Kiel war der Auftritt sehr emotionslos. Die Gefahr besteht, dass der FCK nach weiteren solchen Spielen die Zuschauer verliert. Der FCK braucht jetzt einen Trainer, der mit der Mannschaft den nächsten Schritt geht. Sie muss offensiver und dominanter spielen. FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen wird den richtigen Trainer finden.“

Daniel Graf
Daniel Graf
Erich Huber
Erich Huber
Michael Kalckmann
Michael Kalckmann
Babak Anisi
Babak Anisi
AlexanderGauch Foto: VIEW
AlexanderGauch

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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