Kaiserslautern Neulautrerin stellt aus

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Fotografien, Malereien und Zeichnungen aus 20 Jahren zeigt Joana Wingensiefen seit vergangenem Mittwoch in der neuen Treppenhausausstellung des Scheffelhofs. Erst seit diesem Jahr ist sie mit ihrem Mann aus beruflichen Gründen nach Kaiserslautern gezogen. Den Scheffelhof hat sie ganz durch Zufall entdeckt, beim Walken, und der Ort hat ihr sofort gefallen.

Während Joana Wingensiefen die Treppe hinaufsteigt erklärt sie, dass sie bei den Fotografien weniger das Objekt selbst also vielmehr Wirkung, Licht und Tiefe interessiere. Sie gehe mit der Kamera einfach los, aber auch auf Spaziergängen oder beim Einkauf habe sie den Fotoapparat dabei. „Das ein oder andere Motive drängt sich dann auf“, meint die Diplomheilpädagogin mit Schwerpunkten auf Kunsttherapie und Erlebnispädagogik. Studiert hat sie an der Allgemeinen Fachhochschule der Universität Köln. In Köln und der Voreifel ist die gebürtige Hamburgerin auch aufgewachsen. Und das Kulturverständnis der Rhein-Metropole hat sie auch geprägt, wenngleich sie in der Zeit vor Kaiserslautern in Hamburg gelebt hat. „In Köln ist ganz und gar selbstverständlich, dass die einzelnen Stadtviertel Kunstmeilen haben. Da sieht man dann Bilder in den Schaufenstern.“ Daher sei es dort auch ganz einfach, an Ausstellungen zu kommen. Genau deshalb entzückt es sie auch sichtlich, die Ladengemeinschaft in der Scheffelstraße gefunden zu haben. „Der Scheffelhof erfreut die Kölsche Seele“, fasst sie ihre positiven Gefühle zusammen. Auf vielen der Bilder an den Treppenhauswänden herrscht ein kräftiges Rot vor, das zieht sich durch ihre gesamten Schaffensjahre. Lange Zeit hat sich Wingensiefen auf die Verwendung der drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau beschränkt und diese erst auf dem Papier gemischt. Später hat sie Acrylfarben und Lacke hinzugenommen, was die Bilder expressiver gemacht hätte. Auch hier geht es ihr nicht um das Darstellende, sondern um die Auseinandersetzung mit der Farbe. Sie verwendet selbst den Begriff der intuitiven Malerei für die fast gänzlich ungegenständlichen Bilder. Angefangen habe es mal mit den Umrissen von Menschen, die dann immer schemenhafter wurden und sich schließlich immer mehr im Farbennebel auflösten, berichtet die Wahlkaiserslautererin. Beruflich bedingt sei ihr Hobby zu malen in den letzten Jahren in den Hintergrund getreten. Als selbstständige Dozentin in der Erwachsenenbildung sei einfach nicht ausreichend Zeit dafür geblieben. Jetzt hat sich die agile Frau dem Kreativen erneut zugewandt: „Im Prinzip ist es ein Wiedereinstieg. Ich freue mich, in so eine lebendige Kunststadt gekommen zu sein. Da gibt es noch viel zu entdecken.“ Info Der Scheffelhof in der Scheffelstraße 6 ist mittwochs und freitags von 13 bis 18 Uhr geöffnet und an den Adventssamstag von 10 bis 17 Uhr. Die Werke von Joana Wingensiefen sind bis Weihnachten zu sehen. |cl

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