Dart
Neuer Verein in der Warteschleife
Acht Personen waren es, die Mitte Februar diesen neuen Dartverein aus der Taufe hoben. Schnell waren die ersten Weichen gestellt und die nächsten Monate abgesteckt, erklärt Vorsitzender Marco Lommel. Am letzten Tag im Februar fand das Eröffnungsturnier statt. Seither ruhen die Aktivitäten. Denn die Corona-Pandemie wirbelt auch im sportlichen Bereich einiges durcheinander.
Zwei Teams gemeldet
Zwei Mannschaften waren für den im März angedachten Beginn der Meisterschaftsrunde bereits angemeldet: die „Ghost-Darter“ um Mannschaftsführer Christoph Marschall in der A-Klasse und die „Locos Diabolos“ um Kapitän Manuel Kramer in der zweigeteilten Bezirksliga, der dritthöchsten bundesdeutschen Klasse im Elektro-Dart.
„Das Corona-Virus machte uns einen Strich durch den Veranstaltungskalender“, umschreibt Lommel die Situation. Angesetzt waren zehn Spieltage, und die Spieler wollten die Herausforderung in einem eigens gegründeten Verein angehen. „Wir waren bereit, durften aber nicht zum Wettbewerb. Selbst der aktuelle Trainingsbetrieb ist zurzeit auf Eis gelegt“, erklärt der Vorsitzende weiter.
Ortswechsel
Die acht Gründungsmitglieder sind seit 2016 eine eingeschworene Gemeinschaft. Sie spielen seither in einer Mannschaft zusammen, ohne Clubzugehörigkeit. „Es war schon immer unser Anliegen, aus der Mannschaft heraus einen Verein zu gründen“, erzählt Kassenwart Markus Heyob. Früher spielte das Team in einer Gaststätte in Neuhemsbach, die letzte Zeit in einem Lokal in Langmeil. „Es war nicht mehr sicher, ob die letzte Spielstätte erhalten bleibt. Deshalb haben wir uns frühzeitig nach einem neuen Domizil umgesehen“, erklärt Lommel.
In der Mehrzweckhalle in Sembach hat die Gemeinschaft eine neue Bleibe gefunden. Im Kellergeschoss kann der neue Verein die Flächen der früheren Kegelbahn nutzen, die zeitweise als Jugendraum zur Verfügung stand. Mit dem Bezug der Räumlichkeiten waren sich die Dartspieler einig, nun den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen.
Vor leeren Kassen
In dem hellen Raum steckt schon jede Menge Arbeitsleistung und Geld. Unmittelbar nach der Vereinsgründung wurde gewerkelt, um optimale Bedingungen zum Spielen und Unterhalten zu schaffen. Weil derzeit kein Spiel- und Trainingsbetrieb möglich ist, darf auch nicht an der weiteren Ausstattung des Raumes gearbeitet werden. „Wir haben schon etliche Investitionen vorgenommen, die Geld gekostet haben“, sagt Heyob.
Bei den Ausgaben haben die Verantwortlichen noch darauf vertraut, durch den Spielbetrieb Einnahmen zu erzielen, um den Aufwand abfangen zu können. „So kam es allerdings nicht, und so sitzen wir vor einer leeren Kasse“, schildert der Kassenwart die Situation.
Durchkreuzte Pläne
Er hofft, dass die Einschränkungen schon bald aufgehoben werden, damit wenigstens der Trainingsbetrieb aufgenommen werden kann, und dass Turniere ausgerichtet werden können. Die nächste Meisterschaftsrunde, für die zwei Mannschaften parat stehen, wird frühestens im September gestartet.
Voller Elan gingen die Vorstandsmitglieder die ersten Wochen nach der Vereinsgründung an, unterstrich Sascha Matheis, der stellvertretende Vorsitzende. So war die Ausrichtung eines Oster-Turniers vorbereitet, und in den ersten Tagen der Ausschreibung waren schon 25 Teilnahmen zugesagt. „Nach dem großen Interesse am Eröffnungsturnier wäre dies schon das zweite größere Ereignis in der jungen Vereinsgeschichte geworden“, resümiert Matheis.
Der Promi im Team
Prominentester Spieler in der Mannschaft ist Jens Bauer aus Sembach. Der mehrfache deutsche Mannschaftsmeister mit dem Dartverein Kaiserslautern wird für den neuen Verein im Elektro-Dart Punkte einspielen, ohne dabei seine Erfolgssparte Steel-Dart zu vernachlässigen.
Auch bezüglich der Jugendarbeit stehen die Akteure in den Startlöchern. „Wir wollen den Nachwuchs gewinnen“, gibt Christoph Marschall aus Wartenberg-Rohrbach, Vereinsmitglied und Jugendwart im rheinland-pfälzischen Dartverband, ein Ziel der Zukunft vor, das gekrönt werden soll durch ein Jugendturnier. Doch auch diese Gedanken liegen derzeit auf Eis.
48 Euro pro Jahr
Das gilt auch für die Mitgliederwerbung. 48 Euro beträgt der Jahresbetrag, und es gibt auch einen Partnerschafts- und einen Familienbeitrag.
Die Automaten stehen im Vereinsheim bereit. Wann eine Inbetriebnahme erlaubt wird, ist noch offen. „Wir wären schon einige Schritte weiter, wenn uns nicht die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie ereilt hätten“, fasst Heyob die Situation zusammen.
Billardspieler wird Dartspieler
Der erste Neuzugang, ein bisheriger Billardspieler, sei heiß auf das Training und das Spiel, darf aber noch immer nicht angreifen. „Was uns neben Training und Spiel ebenfalls deutlich fehlt, ist die Geselligkeit im Vereinsheim“, gesteht Lommel. Der Gastraum mit seinen 24 gemütlichen Sitzplätzen steht derzeit leer. „Wir hoffen alle, dass das Leben schon bald wieder in geordneten Bahnen verlaufen kann“, wünscht sich Lommel.