Kaiserslautern Neuer Raum für die Kunst
In schöner Regelmäßigkeit besucht der Kairoer Fotograf und Galerist Hamdy Reda in Kaiserslautern seinen Kollegen Jörg Heieck. Meist kommen spannende Projekte dabei heraus, wie beim letzten Mal ein Fotozelt, das die beiden auf der Dachterrasse des Rathauses installierten (wir berichteten). In diesen Tagen sind die Zwei mit der Gründung eines neuen Kunstraums beschäftigt.
Hamdi Reda ist immer für eine Überraschung gut. Seien es nun Serien von Lichtbildern über das hiesige Rotlichtviertel, Versuche mit der historischen Lochbildkamera auf dem Rathausdach oder nun eben die Gründung eines neuen Kunstraums nahe der Marienkirche. Über seine Freundschaft zu Jörg Heieck geriet der Ägypter einst nach Lautern. Und nun gründet er mit ihm einen Kunstraum in der Medicusstraße 28. Vermittelt wurde Hamdi Redas neuerliche Reise hierher durch die European Culture Fundation Amsterdam und die Culture Recourse Beirut. Der sympathische und durchaus ein wenig schlitzohrige Fotokünstler und Galerist war seit seinem letzten Besuch hier nicht untätig. Reda besuchte jeweils für etliche Tage verschiedene Flüchtlingslager in Syrien, dem Libanon, Jordanien und der Türkei. Er dokumentierte das Leben dort mit seiner Kamera und seinem ganz eigenen Blick. Die entsprechende Fotoserie wurde unter anderem in Berlin und Beirut gezeigt. Zur Zeit beschäftigt sich der engagierte Fotograf mit einer Serie von sogenannten „Nachbarschaftsbildern“. Und da in Kairo immerhin zwischen 20 bis 23 Millionen Menschen leben, gibt das Thema doch einiges her. Die Nachbarschaft in der Medicusstraße dürfte da ja um einiges übersichtlicher sein. Was der Idee eines neuen Kunstraums natürlich keinen Abbruch tut. Denn Jörg Heieck und Hamdi Reda wollen den Raum „auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene“ betreiben. Ausstellungen, Lesungen, Workshops und anderes mehr planen die beiden ab der zweiten Augustwoche, in der die Eröffnung stattfinden soll. „Braun“ ist das Thema das Raums. Was sich anfangs seltsam anhört, erläutert Heieck mit den braunen Grundtönen in der Malerei von Anthonis van Dyck oder Rembrandt van Rijn, der Farbe der Erde und dem schwer zu definierenden und dazu noch negativ besetzten Heimatbegriff. Als allererste Ausstellung in dem hohen und doch kleinen Raum wird unter anderem eine Kaiserslautern-Serie Redas zu sehen sein. Unterstützung – bisher allerdings erst noch ideeller Art – erfahren die beiden vom hiesigen Kulturamt. Und natürlich freuen sich die Zwei über weitere Unterstützer. Besieht man sich die mannigfaltigen Kontakte der beiden Fotografen rund um den Erdball, sei es in den Nahen Osten, nach Russland, Litauen, Estland oder Amerika, dann ist dieses Projekt auch jede Unterstützung wert. Zumal auch die hiesige Kulturszene von dem ehrgeizigen Projekt profitiert. INFO Eröffnung des neuen Kunstraums, Medicusstraße 28, in der zweiten Augustwoche, genauere Angaben folgen.