Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Parkregel bei FCK-Spielen zeigt Wirkung – und verursacht neue Probleme

Mit der neuen Parkregel auf dem Betzenberg sollen verstopfte Straßen an FCK-Spielen künftig vermieden werden.
Mit der neuen Parkregel auf dem Betzenberg sollen verstopfte Straßen an FCK-Spielen künftig vermieden werden.

Um das Verkehrschaos auf dem Betzenberg bei Heimspielen des FCK einzudämmen, dürfen auf den Straßen im Wohngebiet seit dieser Saison nur noch Anwohner mit Ausnahmegenehmigung parken. Das zeigt Wirkung, teilt die Stadt in einer ersten Bilanz mit, allerdings tauchen nun Probleme an anderer Stelle auf.

Seit zwei Spieltagen gilt die Parkregel, die die Stadt nach Beschwerden von Bewohnern eingeführt hat. „Insgesamt lässt sich feststellen, dass bei den zwei Spielen weitaus weniger Fahrzeuge auf den Straßen des Betzenbergs geparkt wurden, als dies bisher der Fall war“, resümiert die Straßenverkehrsbehörde. Eine Beobachtung, die auch Reinhard Schüler bestätigt, der Sprecher der Bürgerinitiative (BI), die sich dafür stark gemacht hat, dass gegen die zugeparkten Straßen vorgegangen wird. Was er noch nicht beurteilen könne, sei, ob sich auch die Staus bei der An- und Abreise der Fans reduziert hätten, so Schüler. Schließlich sei es ein Hauptanliegen der BI gewesen, dass die Bewohner und Rettungsdienste das Wohngebiet auch bei FCK-Spielen problemlos erreichen können.

Zuschauer weichen in angrenzende Gebiete aus

Die Verbesserung der Situation gehe aber mit einem Verdrängungseffekt einher, hat die Stadt festgestellt. Nun werde in angrenzenden Gebieten vermehrt verkehrswidrig geparkt, etwa im absoluten Halteverbot in der Kohlenhofstraße oder der Kurpfalzstraße, heißt es weiter. Dagegen will die Stadt vorgehen. Am Samstag, 21. September, dem nächsten Heimspiel – dann gastiert der Hamburger SV auf dem Betze –, werde die Straßenverkehrsbehörde mit mehr Personal vor Ort sein, um die umliegenden Gebiete stärker kontrollieren zu können, kündigt die Stadt an. „Dass die neue Parkregelung zu einem allgemeinen Rückgang des Pkw-Verkehrs am Spieltag führt, war aus Sicht der Verkehrsleitzentrale (Polizei, SWK und Stadt) nicht erkennbar“, so die Verwaltung.

Auch Betze-Bewohner müssen zahlen

Auf dem Betzenberg selbst waren die meisten Fahrzeuge laut Stadt im Bereich Kantstraße, am Anfang und Ende des St.-Quentin-Rings, in der Cusanusstraße sowie an der Ecke Hegelstraße/Leibnizstraße geparkt. Die wenigsten verfügten über eine Ausnahmegenehmigung. Dementsprechend viele Verwarnungen wurden ausgestellt: Am ersten Spieltag waren es 183 – allerdings noch ohne Verwarngeld –, am zweiten Spieltag waren es 139. Diese Knöllchen müssen die Fahrzeughalter nun auch bezahlen. Bei den Verwarnten handelte es sich nicht nur um Fans, sondern auch um Bewohner des Betzenbergs, die ohne Genehmigung an der Straße geparkt hatten. Sie hätten von den Ausnahmegenehmigungen nichts gewusst und noch keine beantragt, wollten dies aber nachholen, teilten Betroffene laut Stadt mit. Wie viele Bewohner ein Knöllchen am Fahrzeug hatten und wie viele Stadionbesucher verbotenerweise im Wohngebiet parkten, lasse sich nicht aufschlüsseln. Auf Nachfrage teilt die Verwaltung mit, dass 40 Fahrzeuge mit Kreiskennzeichen KL verwarnt wurden und 99 mit sonstigen Kennzeichen. Allerdings müssen Fahrzeuge nicht mehr umgemeldet werden. Das heißt, weder muss es sich bei den Haltern der Autos mit KL-Kennzeichen um Betze-Bewohner handeln, noch müssen die Halter der andere Wagen Stadionbesucher gewesen sein. Im Bereich, für den die Ausnahmegenehmigung gilt, sind laut Verwaltung 1883 Fahrzeuge gemeldet. Bis dato wurden 620 Ausnahmegenehmigungen für Bewohner ausgestellt.

BI-Sprecher sieht Verbesserungspotenzial

„Viele der Anwohnerinnen und Anwohner reagieren positiv auf die neue Regelung“, so die Stadt. Begrüßt worden sei unter anderem, dass nun auch mehr Anwohner ihre Garagen und Stellplätze auf den Grundstücken nutzten, anstatt an der Straße zu parken. BI-Sprecher Schüler sieht derweil Verbesserungspotenzial: So seien die Schilder, die auf die Bewohnerparkregel hinweisen, zuletzt schon Tage vor dem Spiel zu sehen gewesen, obwohl die Regel ja nur ab zwei Stunden vor bis zwei Stunden nach den Partien greift. „Es soll ja nicht der Eindruck erweckt werden, man darf gar nicht mehr auf dem Betzenberg parken“, sagt Schüler. Er kritisiert zudem, dass das Ausstellen der Ausnahmegenehmigungen mit großer Bürokratie verbunden sei. Außerdem plädiert er dafür, dass jeder Bewohner eine solche Genehmigung erhält, nicht nur die, die keine Garage besitzen. Die Stadt habe zwar Kulanz angekündigt, er habe aber schon von anderen Fällen gehört. Diese und andere Punkte wolle man ansprechen, wenn alle Beteiligten zur angekündigten Halbzeitbilanz zusammenkommen.

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