American Football RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Ligeneinteilung und viele Fragezeichen

Das Schulzentrum Süd ist für die neue Saison bereits als Spielstätte reserviert – unter Vorbehalt.
Das Schulzentrum Süd ist für die neue Saison bereits als Spielstätte reserviert – unter Vorbehalt.

Die 55. Auflage des Super Bowls, des großen US-Finals im American Football, ist Geschichte. Das gigantische Event war wegen des Coronavirus zwar in diesem Jahr auch in den heimischen Wohnzimmern eine eher einsame Angelegenheit, aber es geht weiter im Football, auch bei den Kaiserslautern Pikes, die sich auf eine Saison im Spieljahr 2021 freuen.

In einem Online-Meeting Anfang Februar hatten sich die Landesverbände der Footballer aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland darauf verständigt, die zwölf Teams in drei Spielklassen aufzuteilen. In der Hessen-Staffel (Gruppe Ost) finden sich die Fulda Saints, Kassel Titans, Wetzlar Wölfe und die Hanau Hornets. In der Gruppe Mitte spielen die Offenbach Rockets, Neuwied Rockland Raiders, Bad Kreuznach Thunderbirds und die Haßloch 8Balls. In der West-Staffel, in der auch die Kaiserslautern Pikes antreten, heißen die Gegner Saarland Hurricanes II, Pirmasens Praetorians und St. Wendel South West Wolves. Wie schon in den vergangenen Jahren überraschten die Football-Verbände mit der Ligeneinteilung, da plötzlich Teams, die eine Klasse tiefer spielen und keine Aufstiegsberechtigung hatten, wie die Pirmasens Praetorians, plötzlich dazugehören.

Saisonstart im Juli

Der Saisonstart wurde in diesem Jahr sehr spät angesetzt. Üblicherweise startet die Footballsaison in den deutschen Amateurligen bereits im April oder Mai. In diesem Jahr wird auch dem Coronavirus Rechnung getragen, sodass der Start auf den Juli nach hinten verlegt wird. Nach sechs Spielen in der Gruppenphase, gegen jedes Team je einmal auf dem eigenen Platz und auswärts, starten die Play-offs. „Ich hätte die Ligeneinteilung anders vorgenommen. Ich hätte zwei Sechser-Gruppen gemacht und die ersten beiden in den Play-offs spielen lassen“, sagt Richard Folz, Präsident der Kaiserslautern Pikes. Schlichtweg ungewöhnlich wirkt die Finalrunde für Football-Verhältnisse. Denn üblicherweise wird in einer K.o-Phase der Titelträger ausgespielt. Diesmal soll der Oberliga-Meister in einer Dreier-Gruppe ermittelt werden. Die jeweils Tabellenletzten der Liga spielen den Absteiger aus der Liga aus.

Alles unter Vorbehalt

Alles klar? Von wegen! „Wir haben noch keine bestätigten Termine. Der Verband ist in der Ligaplanung. Es ist noch nichts offiziell bestätigt“, sagt Folz. Er organisiere nun auf dieser Grundlage bereits die Heimspiele, auch wenn es noch keinen festen Saisonplan gibt. „Die letzten Einzelheiten stehen noch aus, wir warten noch auf die Bestätigung vom Verband. Ich habe aber schon bei der Stadt angefragt und mir die möglichen Heimspiel-Termine bestätigen lassen“, sagt Folz. Die Stadt Kaiserslautern habe dem Heimspielort im Schulzentrum Süd bereits unter der Auflage zugestimmt, dass die Veranstaltungen coronabedingt durchführbar sind.

Neuer Headcoach

In die neue Saison werden die Kaiserslautern Pikes dann übrigens nicht mehr mit Headcoach Andreas Baur gehen. Er war in der Regionalliga-Saison 2019 als Offensive Coordinator für die Angriffsspielzüge der Hechte zuständig, hatte für das coronabedingt ausgefallene Spieljahr 2020 die Headcoach-Funktion von Stefan Heiler übernommen. Ohne offizielles Spiel als Kopf des Trainerstabs bat er nun Richard Folz und die Vereinsverantwortlichen, ihn von seinem Amt zu entbinden. „Es war der Wunsch von Andy Baur. Er hat darum gebeten, sein Amt aus Zeitgründen niederlegen zu dürfen. Er will sich aus privaten Gründen vorerst zurückziehen. Wir hätten ihn gerne weiter beschäftigt“, erklärt Folz.

Die Position des Headcoaches übernimmt nun Kai Lehmann, der sich 2019 noch für die Offense Line verantwortlich zeigte. Der 34-Jährige ist bereits seit 2005 bei den Pikes. 2011 stieg er mit den Hechten in die GFL 2, die Zweite Bundesliga der Footballer, auf.

Kaderplanung läuft

Schwierig ist auch die Kaderplanung für die Footballer aus Kaiserslautern. Abgeschlossen ist sie noch nicht. „Wir haben einen Kader, der aber noch nicht ganz fertig aufgestellt ist“, sagt Folz. Zudem stehe er in Verhandlungen mit vier weiteren Neuzugängen. Letzte Einzelheiten seien in diesem Zusammenhang aber noch zu klären. „Wir haben eine gute Mannschaft und wollen in die Play-offs kommen“, erklärt Folz sein Ziel und hofft auf Sicht auf die Rückkehr in die Regionalliga.

Im Training, welches zurzeit digital stattfindet, liegt der Fokus auf dem taktischen Bereich. Zudem treffen sich die Coaches zweimal pro Woche, um sich zu besprechen. „Unsere Trainer sind schwer am Wirbeln“, sagt der Pikes-Präsident.

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