Kaiserslautern Neue Lernformen entdecken
108 Teilnehmer und jeder hat was zu sagen: An der Volkshochschule (VHS) Kaiserslautern startet heute das VHSbarcamp. Unter dem Motto „Impulse für das Lernen 2.0“ treffen sich zwei Tage lang Erwachsenenbildner aus ganz Deutschland, um sich gegenseitig Konzepte, Ideen und Beispiele neuer Lernformen vorzustellen. Wer will, kann im Internet mitdiskutieren.
Seit vier Jahren stehe das Thema digitale Lernwelten ganz oben auf der VHS-Agenda, schildert der Leiter der Kaiserslauterer VHS, Michael Staudt. Es sei Kernaufgabe der Volkshochschulen, die digitale Teilhabe der Bevölkerung zu fördern – ohne die klassische Struktur der VHS mit Präsenzveranstaltungen deswegen aufzulösen. Es gehe vielmehr darum, die digitalen Lernwelten in die Arbeit der VHS zu integrieren. Wie das aussehen könnte, soll das barcamp zeigen. Hinter der Bezeichnung steckt folgendes Konzept: Jeder der 108 Teilnehmer kann während der nächsten beiden Tage ein Konzept, eine Idee oder ein Praxisbeispiel vorstellen. Die Themen werden in sogenannte Sessions – 45-minütige Einheiten – aufgeteilt und in mehreren Räumen parallel veranstaltet, erklärt Staudt. Aus den Themen, die vorgestellt werden sollen, werde heute ein Sessionplan erstellt. Einige sind Staudt jetzt schon bekannt: So werden ein Kochblog und Online Webinare vorgestellt, Videoreportagen mit dem Smartphone gezeigt und die Frage erörtert, ob die VHS noch ein gedrucktes Programmheft brauche. Nach Köln, Leipzig und Hamburg finde in Kaiserslautern nun das vierte Treffen dieser Art statt. Angemeldet haben sich Erwachsenenbildner aus dem VHS- und dem Uniumfeld. Neu ist, dass auch Interessierte außerhalb der VHS via Internet an dem Treffen teilnehmen können. So sollen alle Treffen und Diskussionen der Teilnehmer, die im Plenum stattfinden, live ins Internet übertragen werden (Freitag 10 Uhr und 17 Uhr, Samstag 9 und 16 Uhr, zu sehen auf der Facebook-Seite www.facebook.com/vhskaiserslautern). Wer will, kann sich zudem über die unterschiedlichen Sessions informieren. Für jede Sitzung werde ein Protokoll erstellt, anhand dessen jeder die Diskussionen nachverfolgen und sich selbst beteiligen könne. „Es können zum Beispiel live Fragen gestellt werden, die auch beantwortet werden“, sagt Staudt. Zu den Protokollen führt ein Link auf der Internetseite der VHS (www.vhs-kaiserslautern.de). Zudem sei geplant, dass ein Filmteam die Veranstaltungen dokumentiert, Sessions besucht und Interviews mit den Teilnehmern führt, berichtet Staudt. „Das barcamp passt ganz wunderbar in die Bewerbung Kaiserslautern als Digitale Stadt“, freut sich Staudt. Das barcamp biete eine gute Möglichkeit, sich über die neuen Lernwelten zu informieren. „Die heutige Generation lernt ganz anders als die davor, beispielsweise über Youtube-Videos“, schildert Staudt. Gleichzeitig besäßen digitale Lernformen ein demokratisches Element, indem sie es beispielsweise schon heute jedem Interessierten möglich machen, via 3-D-Brille Museen auf der ganzen Welt zu besichtigen.