Kaiserslautern
Neue Band steht mit Veröffentlichung in den Startlöchern
Denn ihr Gründer ist kein Geringerer als der vielseitige Lautrer Musiker Carsten Kettering (Bass, Gesang, Komposition, Texte), der unter anderem schon mit Ross the Boss und Ivory Night auf vielen Bühnen dieser Welt gestanden hat. Und an seiner Seite agiert – Satin White besteht tatsächlich nur aus zwei Personen – der nicht minder erfahrene und technisch versierte Gitarrist und Co-Sänger Frank Schnitzer. Ende November soll nun das Satin-White-Debüt-Album „Not Grayed At All“ auf den Markt kommen. Als kleiner Vorgeschmack steht seit einigen Tagen der Videoclip zum Album-Opener „I Feel Alive“ auf YouTube. Wir haben ihn uns angesehen und reingehört.
Die Songs der geplanten großen Produktion wurden von Kettering im Laufe seiner langen musikalischen Rock-Karriere geschrieben (und getextet) – entsprechend rockig klingt denn auch „I Feel Alive“. Indes, es ist kein deftig-harter Vertreter des Genres, sondern hat allein schon des eingängigen Refrains wegen einen gewissen flott-fröhlichen Ohrwurm-Charakter. Spätestes beim zweiten Hören kriegt man den stellenweise an die Rock-Pop-Welt der 1980er Jahre erinnernden Titel nicht mehr aus dem Gehörgang. Dabei klingt das Stück bei aller Gefälligkeit durchaus nicht nach „schon tausendmal gehört“. Nicht zuletzt auch wegen des gekonnt ironisch- -positivistischen Textes um Lebensgefühl und Selbstbewusstsein könnte man sich „I Feel Alive“ da auch glatt als griffige Titelmelodie etwa eines unterhaltsamen Abenteuer- oder Coming-of-Age-Films vorstellen.
Heiter bis launig
Die originelle Video-Umsetzung durch Andreas Gemmel behält die locker-leichte Linie bei. Zunächst sieht man lediglich einen viergeteilten Splitscreen, dessen Hintergründe abwechselnd schwarz und weiß eingefärbt sind. Auf diesem „Mini-Schachbrett“ erscheinen dann vier Musiker in jeweiliger „Negativ“-Kleidung – also Carsten Kettering etwa rechts unten mit weißem Hemd vor schwarzen Hintergrund, während genau daneben Frank Schnitzer in Schwarz vor strahlendem Weiß auftritt. Und in der Mitte dreht sich anfangs noch eine Vinyl-Platte mit dem Bandnamen. Da hat man schon mal einiges zu gucken und zu entdecken.
Dabei bemerkt man zunächst kaum (Achtung, kleiner Spoiler), dass es wirklich nur die beiden Duo-Mitglieder sind, die da in ihren „Feldern“ aufspielen – zum Teil mit unterschiedlicher Frisur und mit verschiedenen Gegenständen und Instrumenten hantierend. In der gezeigten Handlung geht es ebenfalls eher heiter zu. Es gibt launige Gesichtsausdrücke und Gesten, und die vermeintlich vier verschiedenen Musiker interagieren von ihren unter- und nebeneinander liegenden Positionen aus sogar miteinander. Ein netter Special Effect ist hier ab Minute zwei zu sehen, wenn Kettering eine weiße E-Gitarre zu Frank Schnitzer schräg über ihm „hinaufreicht“.
Ein besonderer Hingucker
Kettering ist in diesem Video ohnehin ein besonderer Hingucker – speziell in jenem schon erwähnten Quadranten unten rechts, in dem er mit einigem komödiantischen Talent voller Hingabe nur so tut, als bediene er ein Keyboard (obwohl er dieses und alle anderen zu hörenden virtuellen Instrumente auf der Produktion tatsächlich selbst eingebracht hat). Nur diese Musik, die ist durchaus „ernst“ und nach allen Regeln der klingenden Kunst produziert. Kein Wunder, dass die zu Anfang so genannte „kleine Rock-Formation“ hier so energiereich und mitreißend klingt wie eben ein komplettes Rock-Quartett. Reinhören (und -sehen) lohnt sich allemal. Und das gilt auch für das im nächsten Monat erscheinende Album „Not Grayed At All“.
Das enthält nämlich zehn weitere, ähnlich sorgfältig durchkomponierte Titel aus rockigen (und stilistisch angrenzenden) Gefilden mit recht hohem Wiedererkennungswert. Der Titel des Werks bezieht sich übrigens und berechtigterweise auf die Musik und vor allem die Musiker selbst. Die sind nämlich voller Erfahrung und reif, aber in keiner Weise auch nur ansatzweise „angegraut“.
Info
Das Video zum Song „I Feel Alive“ findet sich auf YouTube (youtube.com/SatinWhite). Informationen zur Band gibt es unter anderem unter den Adressen satinwhite.bandcamp.com und facebook.com/SatinWhite.Music.