Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Neubaugebiet Zwerchäcker: Spielplatz nach Jahren immer noch geschlossen

Ein Metallzaun trennt Kinder aus dem Neubaugebiet Zwerchäcker in Siegelbach vom immer noch geschlossenen Spielplatz. Dort stehen
Ein Metallzaun trennt Kinder aus dem Neubaugebiet Zwerchäcker in Siegelbach vom immer noch geschlossenen Spielplatz. Dort stehen noch letzte Rasenpflegearbeiten an.

In Siegelbach gibt es einen schönen, neuen Spielplatz. Genau dort, wo sich gerade viele junge Familien niedergelassen haben – im Neubaugebiet Zwerchäcker. Doch seit Sommer 2021 warten die Spielgeräte auf ihre Benutzer. Die Eltern sind fassungslos. Die WVE als Erschließungsgesellschaft erklärt die Gründe – und verrät, wann endlich geöffnet wird.

„Wir sind wahnsinnig genervt“, sagt eine Mutter aus Siegelbach der RHEINPFALZ. Immer wieder müssten sie und ihre Bekannten, ebenfalls Eltern, dem Nachwuchs erklären, dass der Spielplatz noch gesperrt ist. Selbst wenn der nicht so aussieht, aber die Tore des Zauns sind noch immer verschlossen. Seit mehr als einem Jahr. In einem vor Ironie triefenden Brief hat sich die Frau an die Zeitung gewandt: „Fühlen Sie sich eingeladen zu einem Spaziergang im Neubaugebiet Zwerchäcker. Wir kommen an dem ,neuen’ Spielplatz vorbei – das Grün sprießt, die passend ausgesuchten, neuen Spielgeräte laden verlockend zum Ausprobieren ein. Doch die Schaukeln, das Klettergerüst, der Spielturm mit Rutsche, der Sandkasten und die Wippen stehen wie einsame Mahnmale umgeben von Zäunen in einem 1330 Quadratmeter großen kinderlosen und stillen Areal.“

Weiter heißt es: „Betrachter jenseits der Doppelstabmatte fragen sich, ob es sich hierbei um ein teures Kunstprojekt handelt, das nur aus der Ferne bestaunt werden darf.“ Es sollen „vereinzelt einige Kinder gesichtet worden sein, welche die verschlossenen Tore zunächst wohl als Hürden eines Parcours angesehen haben.“ Die Eltern im Neubaugebiet verzweifelten regelrecht bei dem Versuch, ihrem Nachwuchs Erklärungen für das zu geben, was sie selbst nicht verstehen könnten. „Auch ein Infoschild, das diesen Zustand erklärt, suchen wir vergebens“, sagt die Mutter von zwei Kindern.

Vermutung: Schlüsselverlust der Stadt?

Im August 2021 habe zur Eröffnung des Spielplatzes noch das Okay vom TÜV gefehlt. Das liege nun schon sehr lange vor. „Ein Jahr später, im August 2022 rollten wieder die Bagger. Ein Entwässerungsproblem musste baulich nachträglich gelöst werden“, sagt die Neu-Siegelbacherin und ergänzt: „Bei Straßennamen wie ,Lehmgrube’ war dies natürlich vorab nicht zu erwarten ...“ Mittlerweile seien alle Baumaßnahmen abgeschlossen. Sogar eine geschlossene Rasenfläche liege dank ergiebiger Regenfälle bereits seit Monaten vor.

Die Siegelbacher Mutter schiebt hinterher: „Aktuelle Vermutungen von Passanten über Gründe zur Nicht-Eröffnung des Spielplatzes sind vielfältig – vielleicht ein Schlüsselverlust der Stadt für die Tore oder doch ein wertvolles Kunstobjekt zum Anschauen? Vielleicht werden wir es erfahren, wenn unsere Kinder groß sind ...“

WVE-Chef verspricht Spielplatz-Öffnung an Ostern

So lange wird es jetzt nicht mehr dauern. Das verspricht Peter Nonnemacher, Geschäftsführer der städtischen Tochtergesellschaft WVE. Das Unternehmen hat als Erschließungsträger das Neubaugebiet mit seinen insgesamt vier Bauabschnitten umgesetzt. Nonnemacher weiß, dass die Angelegenheit jetzt schleunigst abgeschlossen werden muss: „Wir verstehen, dass der Leidensdruck hoch ist. Gerade im Sommer war das schlimm und den Kindern nicht vermittelbar. Das tut uns leid.“

2021 sei der Spielplatz tatsächlich für kurze Zeit offen gewesen, dann habe allerdings das Grünflächenamt der Stadt die Fläche nicht abgenommen. „Wir waren, wie alle Planer, von der Entwässerungssituation überrascht“, sagt Nonnemacher. Hans-Werner Schlunz, der bei der WVE für das Neubaugebiet zuständige Projektentwickler, geht näher auf die Gründe ein: „Das Problem auf dem Spielplatz war die mangelnde Versickerungsfähigkeit des Bodens. Wenn es da geregnet hat, stand das Wasser auf dem Rasen und in den Fallschutzbereichen unter den Spielgeräten.“ Also habe ein WVE-Bautrupp vergangenes Jahr im Herbst eine Drainage eingezogen, aufwendig mit vielen Bodenarbeiten. Regenfälle hätten mittlerweile gezeigt, dass die Drainage funktioniere, über die verschlossenen Gräben ist Gras gewachsen. Schlunz: „In den kommenden Monaten bringen wir die Fläche noch in einen abnahmefähigen Zustand.“ Dazu gelte es den Beginn der Vegetationsperiode abzuwarten, damit der Rasen noch ein- oder zweimal gemäht und seine Qualität sichergestellt werden könne. Die Fläche werde schließlich sehr strapaziert.

Bei der Geländewahl schlicht Pech gehabt

Dass man die Entwässerungsprobleme anhand des Straßennamens Lehmgrube früher hätte erkennen müssen, weist Schlunz von sich: „In den ersten beiden Bauabschnitten des Neubaugebiets hatten wir mit der Entwässerung keine Probleme. Und direkt nebenan gibt es die Straße Sandäcker. In Sand versickert Regenwasser bekanntlich schnell.“ Man habe schlicht Pech gehabt und eine sogenannte Lehminsellage getroffen.

Jedenfalls, da sind Schlunz und Nonnemacher sich einig, setze man jetzt alles daran, dass der Spielplatz bis Ostern übergeben ist. Dann sollen dort die zahlreichen Kinder der vielen Familien auf den Zwerchäckern toben können – und das „Kunstprojekt“ endlich mit Leben füllen.

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