Schach
Nachwuchsspieler des SK Kaiserslautern überzeugen in Haßloch
Es braucht schon ein bisschen Unerschrockenheit, um sich im Kreis von Großmeistern (GM), Internationalen Meistern (IM) und Fide-Meistern (FM) nicht einschüchtern zu lassen. Die erst 15-jährigen Zwillinge Levent und Deniz Klein sowie der ein Jahr ältere Rajit Majumdar haben bei den 39. Haßlocher Schachtagen eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass es um den Schachnachwuchs in der Barbarossastadt bestens bestellt ist.
Das traditionelle Open in Haßloch ist deutlich stärker besetzt als beispielsweise die deutsche Jugendmeisterschaft. Aufgeteilt ist die Veranstaltung in zwei Turniere, die drei Lauterer wurden im A-Turnier der stärksten Spieler gelistet. Als 15. auf der Setzrangliste bei 127 Teilnehmern ging Levent Klein an den Start. Und er übertraf sogar noch die ohnehin hohen Erwartungen. Mit fünf Siegen in sieben Partien landete er auf dem siebten Rang, zudem gewann er den Jugendpreis des A-Turniers.
Duell mit dem indischen Großmeister
Nach sechs von sieben Runden hatte Levent Klein fünf Punkte auf seinem Konto, die beiden Großmeister Sunilduth Lyna Narayanan und Vitaly Kunin lagen zu diesem Zeitpunkt gerade mal einen halben Punkt vor ihm. Und ehe er sich versah, wurde er an Brett 1 zum Duell mit dem Großmeister aus Indien zugelost. Noch nie saß der aktuell stärkste SKK-Jugendspieler einem stärkeren Gegner gegenüber. Nach 30-minütiger Datenanalyse forderte Levent Klein den Großmeister heraus und hielt eine gute Stunde lang eine fast ausgeglichene Stellung durch.
Nach knapp zwei Stunden musste der Youngster dann einsehen, dass der 28-jährige Narayanan (noch) eine Nummer zu groß ist. Was diesen allerdings nicht davon abhielt, nach der Partie seinen Gegner zur Analyse der Partie einzuladen und sich ausführlich mit ihm über die Partie zu unterhalten. Dabei zeigte er ihm auch, welche Überlegungen er bei den einzelnen Zügen anstellte und wie sein junger Kontrahent es hätte besser spielen können. Eine große Geste des Großmeisters.
Fehler gnadenlos ausgenutzt
Auch Levents Zwillingsbruder Deniz traf nach zwei Auftaktsiegen in der dritten Runde mit Hagen Poetsch auf einen Großmeister, gestaltete die Partie rund dreieinhalb Stunden offen, ehe sein Gegner einen kleinen Fehler gnadenlos ausnutzte. Das Los meinte es dann mit den Klein-Zwillingen alles andere als gut: In der fünften Runde mussten Deniz und Levent gegeneinander antreten. Levent gewann knapp, Deniz kostete diese Niederlage eine bessere Platzierung. Als 99. in der Startrangliste erreichte Deniz Klein mit 3,5 Punkten trotzdem einen mehr als achtbaren 51. Platz in der Endtabelle, auch weil er deutlich über seiner DWZ/ELO-Zahl performte.
Remis gegen eine Großmeisterin
Gegen eine Großmeisterin aus Irland durfte der dritte SKK-Teilnehmer Rajit Majumdar antreten. Nach einem sehr guten Turnierverlauf hatte er sich dieses Duell gegen Trisha Kanyamarala verdient. Der 16 Jahre alte Kaiserslauterer konnte bis zum Schluss die Partie ausgeglichen gestalten, hatte sogar einen geringen Materialvorteil. Seine Gegnerin reklamierte am Ende beim Schiedsrichter eine dreifache Stellungswiederholung, was nach den Regeln ein automatisch eintretendes Remis bedeutet. Für Rajit Majumdar bedeutete dies in der Endtabelle einen bemerkenswerten 27. Platz in seinem ersten großen Schachturnier.