Kaiserslautern Nachspielzeit:

Wenn du in einem Fußballspiel deine Torchancen nicht nutzt, dann wirst du dafür bestraft. Diese in vielen Partien bestätigte Spruchweisheit ging dem Spielertrainer des VfB Reichenbach, Benny Früh, im Heimspiel seiner Mannschaft gegen die SG Oberarnbach durch den Kopf. Serienweise hatten da die Spieler des Spitzenreiters der Bezirksliga Großchancen versiebt. Hatten mehrmals die Latte und den Pfosten getroffen oder waren am Keeper der Gäste gescheitert. „Der Torhüter hat uns zur Verzweiflung gebracht“, sagt Früh, dessen dunkle Vorahnungen sich in der 79. Minute zu bestätigen schienen. Da zauberte der SG-Spieler Björn Flickinger den Ball mit einem Linksschuss zum 0:1 in den Winkel. Es sei ein selten schönes Tor gewesen, sagt Benny Früh und glaubt, dass dem Schützen lange nicht mehr solch ein Treffer gelingen dürfte. Im Drehbuch dieser Partie stand dann aber doch nicht das erwartet schlechte Ende für den VfB. In der Nachspielzeit stocherte der im Fünfmeterraum stehende Lars Rheinheimer den Ball zum 1:1 ins Tor und sicherte damit dem VfB nicht nur das Remis, sondern auch die Tabellenführung. Wolfgang Graf trat am Sonntag von seinem Urlaubsort aus die Heimreise nach Otterbach an. Während der Fahrt informierte sich der sportliche Leiter des FC Otterbach über den Ausgang der Heimpartie gegen den FV Rockenhausen. Als er das Ergebnis las, traute er zuerst seinen Augen nicht. „Ich war geschockt“, sagt Graf, der nicht glauben wollte, dass der FCO in dieser A-Klasse-Partie so heftig, nämlich mit 0:7 unter die Räder geraten war. Doch dem war so. „Aufgrund großer personeller Probleme haben wir gegen Rockenhausen mit dem letzten Aufgebot gespielt“, führt der Otterbacher Trainer Engelbert Klag als einen Grund für dieses Debakel an. Zudem sei seine Mannschaft auf einen Gegner getroffen, der in seinen Reihen schnelle Stürmer hatte. „Dreimal wurden wir nach Eckbällen ausgekontert“, sagt Klag und sieht die hohe Niederlage auch in der Naivität seiner Mannschaft begründet. Die habe sich beim Stande von 0:4 nicht um Schadensbegrenzung bemüht, sondern weiter nach vorne gespielt. Naiv sollten sich die Otterbacher im nächsten Spiel besser nicht anstellen. Da treten sie beim SV Morlautern II an, der ja für seine schnellen und torgefährlichen Angreifer bekannt ist. Der Fußball schreibt doch immer wieder schöne Geschichten. So auch im Spiel des FSV Krickenbach gegen den Nachbarschaftsrivalen SV Schopp II. Die Hauptrolle spielte dabei der Krickenbacher Stürmer Jannik Werlein. Die neue Saison in der C-Klasse hatte für den 23-Jährigen so vielversprechend begonnen. Gelangen ihm doch in den ersten drei Partien sechs Tore. Doch dann verletzte sich Werlein im Spiel gegen Hütschenhausen schwer. Nach einem Zusammenprall fiel er zu Boden und brach sich den rechten Arm. Damit war es vorerst aus mit dem Toreschießen. Für Werlein begann eine lange fußballlose Zeit. Die ging nun am Wochenende zu Ende. Nach sieben Wochen Verletzungspause bestritt er gegen Schopp II erstmals wieder ein Spiel und zeigte, dass er nichts verlernt hat. In der 32. Minute setzte er sich gegen zwei Gegenspieler durch, ließ dann auch noch den Keeper aussteigen und traf zum 1:0. „Wir haben ihm alle dieses Tor so gegönnt“, sagt Mike Englert, der Trainer der Krickenbacher. Mit diesem Treffer war der Bann gebrochen. Der FSV zeigte eine seiner besten Saisonleistungen und siegte verdient mit 4:0. | Peter Knick