Kaiserslautern
Nach dem Lockdown, vor dem Lockdown
Die beiden Gruppen indes gaben sich alle Mühe, die Atmosphäre ständig ordentlich anzuheizen. Da waren zunächst die Supporter des aus der weiteren Region stammenden Trios „Wolf Prayer“.
Obwohl (oder vielleicht auch gerade weil) man befürchtete, dass es in diesem Jahr ihr letztes Konzert sein würde, preschte die Gruppe vom ersten Ton an mit ihrem dichten, dunkel gefärbten, unter anderem an klassischen Vorbildern orientierten Psychedelic Rock besonders kraftvoll und mit viel Emotion mitten hinein ins Publikum, das dabei allmählich auftaute. Das gelang Sänger/Gitarrist Jan, Bassist Tim und Schlagzeuger Matthias in starken Titeln wie „Shapeshifter“ auch ohne stützend-wabernde Synthi-Klänge - der Band-Keyboarder war verhindert. Stattdessen gab es wirkungsvolle, leicht morbide Videoclip-Sequenzen etwa mit krabbelnden Insekten und Vampirfilm-Ausschnitten im Bühnen-Hintergrund.
Kraftvolle Emotionen tauen das Publikum auf
In keiner viel besseren Situation war danach die aus Thüringen stammende Band „Motorowl“: Jener Auftritt in der Kammgarn war nach ihrer letzten Tournee und einer anschließenden Pause der allererste nach zehn Monaten Bühnen-Abstinenz - und nun auch gleich wieder der vorerst letzte.
Negativ beeindrucken ließ man sich durch die Umstände aber auch hier nicht. Max Hemmann (Gesang/Gitarre), Vinzenz Steininger (Gitarre), Tim Camin (Bass), Martin Scheibe (Schlagzeug) und Daniel Detlev (Keyboard) ließen vielmehr permanent mitreißende Energien fließen.
Dabei lavierte das Quintett mit seinem ganz eigenen, streckenweise auch alten Krautrock und zeitgenössischen Alternative Rock berührenden Personalstil oft gut konstruiert zwischen melodisch getragenen Partien und extraharten Rhythmus- und hoch aufragenden Soundwänden.
Der wirkmächtige „Om-Generator“
Da waren dann interne Spannung und nach außen abstrahlende unbändige Kraft gleichermaßen. Das forderte in Titeln wie „Om Generator“ sowohl intensives Zuhören als auch durchaus wohliges Auf-sich-wirken-Lassen.
Und siehe da: Ganz am Ende, nicht zuletzt nach einer ordentlichen Zugabe, schien die gefühlte Atmosphäre im Konzertssal doch tatsächlich aufgewärmter und mit nachwirkenden Energien aufgeladener zu sein als noch am Anfang des Abends. Insgesamt acht gute Musiker, zwei in ähnliche Richtungen zielende Stile und ein aufgeschlossenes Publikum machten’s möglich.