Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Nach dem Aus: So geht es für das Brauhaus an der Gartenschau weiter

Brauhaus an der Gartenschau hieß die Gastronomie am Eingang zum Park seit Jahren, nun gibt es ein neues Konzept.
Brauhaus an der Gartenschau hieß die Gastronomie am Eingang zum Park seit Jahren, nun gibt es ein neues Konzept.

Das alte Brauhaus ist Geschichte, eine Gastronomie besteht aber weiterhin vor Ort. Im „Mosaik“ liegt der Fokus künftig auf Veranstaltungen.

Die Malereien von Brauhäusern aus der Region, die bislang die Wände der Gastronomie am Gartenschaueingang zierten, sind verschwunden. Das Brauhaus an der Gartenschau gehört der Vergangenheit an. Mosaik prangt nun über dem Eingang. „Mosaik – das kommt von Vielfalt: Vielfalt bei den Menschen und Vielfalt bei den Räumlichkeiten“, sagt David Lyle, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Integrationsgesellschaft Kaiserslautern mbH (iKL), die die Gartenschau betreibt. Wie das Brauhaus so ist auch das Mosaik ein Integrationsbetrieb, ist die Lebenshilfe doch Hauptgesellschafter der iKL. Aushilfen und Minijobs eingerechnet, arbeiten in der Gastronomie 40 Menschen mit und ohne Beeinträchtigung.

Hochzeitslocation statt Wirtshaus-Charme

Das Konzept soll sich nun wandeln. Die Pläne gibt es schon lange, sagt Lyle, aber wegen der Flüchtlingskrise und der Corona-Pandemie habe man die Idee nie umgesetzt. Bis jetzt. „Wir wollen uns stark in Richtung Veranstaltungen verändern“, kündigt Lyle an. Zunächst sei das Brauhaus schlicht ein Restaurant mit Sitzplätzen im Inneren und einem Biergarten gewesen, nach und nach habe man aber weitere Säle dazugenommen. Die Maschinenhalle bietet 20 Personen Platz, der Turmsaal hat 40 bis 60 Plätze, der Festsaal 200. Und dann gibt es noch die Veranstaltungshalle. Soll dort gegessen werden, finden 560 Menschen Platz, bei Stehplätzen weit mehr. „Wir haben schon jetzt zunehmend Hochzeiten hier“, sagt Lyle. „Aber wenn jemand fragt: ,Wo heiratest du denn?’, und die Antwort lautet: ,Im Brauhaus’ – das passt nicht“, ist der Geschäftsführer überzeugt. Das klinge nach Wirtshaus, „aber eigentlich ist es das ja gar nicht“. Anders als der Name suggerierte, wurde im Brauhaus auch gar nicht selbst gebraut. Ursprünglich war eine kleine Show-Brauerei angedacht, aber die wurde nie umgesetzt. Auch deshalb hat man sich nun für eine Neukonzeption entscheiden.

Künftig heißt der inklusive Betrieb Mosaik, ein Schwerpunkt soll auf Veranstaltungen liegen.
Künftig heißt der inklusive Betrieb Mosaik, ein Schwerpunkt soll auf Veranstaltungen liegen.

Neues Ambiente

Bis die Neugestaltung abgeschlossen ist, werde es noch etwa zwei Monate dauern. Ende Februar, Anfang März war die Gastronomie zwei Wochen geschlossen, „aber in dieser Zeit schaffen wir das nicht, nicht in der Lebenshilfe“, sagt Lyle lachend. Die Wände wurden neu gestrichen, die Ausstattung müsse nicht ausgetauscht werden. Das Ambiente soll künftig das eines klassischen Restaurants sein. Ändern soll sich aber nicht allein die Optik. „Gastronomie ist grundsätzlich ein schwieriges Feld, insbesondere für uns als Lebenshilfe, weil es nicht unser Steckenpferd ist“, sagt Lyle. Deshalb hat man sich die Hilfe von zwei Gastronomieexperten geholt, die sich darauf spezialisiert haben, Gastronomiebetriebe zu beraten.

Kleinere Karte soll bessere Qualität ermöglichen

„Wir haben die Küche komplett umgestellt, und bisher höre ich nur Positives. Es schmeckt den Leuten deutlich besser“, sagt Lyle. Die Karte des Mosaik wurde so angepasst, dass man mit weniger Aufwand ein qualitativ besseres Angebot machen könne. Das war auch aus Wirtschaftlichkeitserwägungen notwendig. „Das Brauhaus wurde defizitär gefahren“, so Lyle. Man musste gegensteuern. „Wenn wir bisher finanzielle Probleme hatten, haben wir eben noch ein Schnitzel mehr auf die Karte gemacht“, sagt er. Die Karte habe 60 Positionen umfasst, dafür brauche man aber zu viel Personal. Mehr als 25 Positionen sollten es nicht sein. Zusammen mit den Experten habe man die Karte daher reduziert. Die Fachleute begleiten das Team nun während des laufenden Betriebs in der Küche und im Service, schauen sich alle Abläufe an, benennen Fehler und schulen das Personal, wo es nötig ist. „Wir sind eben keine Gastronomen, keine Profis in diesem Bereich, sondern eine Einrichtung für behinderte Menschen“, ordnet er ein.

Dieser Prozess werde noch einige Monate dauern. An dessen Ende wolle man effizienter arbeiten, aber gleichzeitig qualitativ hochwertiger. Ein Alleinstellungsmerkmal habe man als Veranstaltungsort aber schon jetzt. „Wer hier bucht, hat mit der gesamten Gesellschaft freien Eintritt auf die Gartenschau“, sagt Lyle.

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