Kaiserslautern
Nach 30 Jahren sind die Eckels zum letzten Mal auf dem Kaiserslauterer Wochenmarkt
„Das Alter“, verweist Hannelore Eckel (65) auf den wohlverdienten Ruhestand des Ehepaares. Einst war es die Landwirtschaft, die die Familie ernährte. Doch irgendwann seien die Zahlen immer schlechter geworden. „Mit der Landwirtschaft alleine konnte man keinen Gewinn mehr machen.“ Ein Grund für die Eckels, selbst zu schlachten und die Wurst- und Fleischprodukte in ihrem Hofladen in Cronenberg (Kreis Kusel) zu vermarkten. „Wir haben mit Schweinen klein angefangen.“ Das war vor 31 Jahren. Während Walter Eckel (68) als gelernter Landwirt und Techniker seinen Mann stand, holte Hannelore Eckel eine Ausbildung zur Metzgerin und zur Metzgermeisterin nach.
Ihre selbsterzeugten Fleisch- und Wurstwaren vom Rind, Schwein und Kalb waren so gefragt, dass die Eckels ihr Geschäft auf Märkte in der Region ausweiteten. „In Kaiserslautern haben wir unser Stammpublikum nach und nach erarbeitet. Stück für Stück“, verweist die Metzgermeisterin auf Hausmacher-Wurstsorten wie Leber- und Blutwurst, Schwartenmagen und Bratwürste, auf Chef-Rouladen und Kuseler Musikantenland-Braten. „Außer Salami habe wir alles selbst produziert.“
Das Sortiment ist nach und nach ergänzt worden
Nach und nach wurde das Sortiment um frisches Wild bis hin zu selbstgemachten Knödeln ergänzt. Apropos frisches Wild: „Wir haben die gleichen Hobbys und gehen seit mehreren Jahren auf die Jagd“, sagt Hannelore Eckel. Reh und Wildschwein aus der Region Kusel seien bei vielen Kunden begehrt.
Doch nicht nur auf dem Kaiserslauterer Wochenmarkt waren die Eckels dienstags und samstags und donnerstags in der Königstraße vertreten. Mit Unterstützung ihres Sohnes Sven sind sie übers Land gefahren. Waren in Bad Kreuznach und in Wöllstein auf dem Wochenmarkt. Nicht vergessen wird Hannelore Eckel die Zeit, als der Stiftsplatz erneuert wurde und sie mit einem kleineren Verkaufsstand nahe der Stiftskirche gegenüber dem Café am Markt stand. „Haben die Leute alle nichts zu schaffen“, ging es ihr beim Anblick der dicht besetzten Außenbestuhlung des Cafés durch den Kopf. „So etwas kannte ich aus unserem Dorf nicht.“
Dem Ehepaar war es wichtig, einen Nachfolger zu finden
Doch so einfach vom Platz machen werden sich Hannelore und Walter Eckel nicht. Dem Ehepaar war es ein Bedürfnis, einen Nachfolger für sich auf dem Kaiserslauterer Wochenmarkt zu finden. „Es war uns ein Herzensanliegen, für unsere Kunden einen Nachfolger zu finden.“ Das wird künftig die Metzgerei Andreas Lauer aus Winnweiler sein. Ein Metzger, der mit seinem Sortiment eine gute Nachfolge antreten werde, ist Hannelore Eckel überzeugt.
Damit die Übergabe Hand in Hand erfolgt, werden Hannelore und Walter Eckel ihre Nachfolger drei bis vier Wochen lang unterstützen. „Er hat unseren Verkaufsladen übernommen, und wir werden Andreas Lauer bei der Einführung auf dem Lauterer Wochenmarkt behilflich sein“, spricht sie von einer kleinen Starthilfe für „den Neuen“.
Ihre Hände in den Schoß legen wird Hannelore Eckel nicht. Seit einem Jahr ist sie Ortsbürgermeisterin von Cronenberg. Eine Aufgabe, die die parteilose Kommunalpolitikerin, die demnächst Omafreuden entgegensieht, sehr interessiert und in Anspruch nehmen wird. Nicht ganz vom Kaiserslauterer Wochenmarkt verschwinden wird Walter Eckel. Er bleibt weiterhin der Jagd treu und wird das erlegte Wild von Zeit zu Zeit auf dem Stiftsplatz anbieten.