Kaiserslautern
Musiker Michael Korotschenko bringt neues Album „Self“ heraus
Eine stilistische Einordnung ist nicht einfach. Es ist unverkennbarer CLA-Sound. Mit „funky experimental lounge & house music“ macht Korotschenko selbst eine passende Vorgabe. Die Titel offenbaren weltmusikalische, jazzoide, ambientartige Partien und Spielrichtungen. Kein Mainstream, aber mächtig beeindruckend. Gemeinsam ist den meisten Stücken der Klang der sonoren, gepresst-abgedunkelten Singstimme Korotschenkos und die Wirkung seiner Kompositionen. Beim Zuhören verspürt man den Drang, zu den treibenden Rhythmen ausdauernd zu tanzen. Den einen oder anderen „Self“-Titel könnte man sich auch als dynamische Titelmusik eines Krimis vorstellen.
Alle zwölf Kompositionen des Albums zeigen rhythmische, harmonische und kompositorische Verästelungen bis tief unter die vordergründig hörbare Oberfläche. Als intensiv Zuhörender wird man mitgenommen auf eine Entdeckungsreise mit überraschenden Sound-Gimmicks und cleveren Titel-Bezügen, die sich in programmatischen Songs wie dem entspannteren „Lazy Afternoon“, dem tanzbaren „Dance“, dem flotten „Finally Funky“ und dem positivistisch anmutenden „War Is Over“ zeigen. „Never Blink“ könnte man mit „Niemals blinzeln“ übersetzen, der kraftvoll drängende Titel lässt scheinbar gerade in der zweiten Hälfte keine Zeit dazu. Der Opener „Good Champagne“ erinnert an Begleitmusik in einer mondänen Champagner-Bar.
Sinistres Lachen, verzerrte Synthi-Klänge
Hinzu kommen feine Klangelemente und Naturgeräusche wie im Titel „Sex“ mit unheimlichen Klängen und sinistrem Lachen. Im Übrigen ist es das einzige Stück mit einer weiteren Singstimme, jener von Laureen Warrington, deren Teil-Profil auch auf dem Cover zu sehen ist. In „Sunny The Snoop“ hat Korotschenko neben extra-pointierten Bläser-Einwürfen sogar Hundegebell eingesetzt. Darauf muss man erstmal kommen. Dazwischen gibt’s immer mal wieder starke Gitarrenparts, verzerrte Synthi-Klänge („Weed“) und eben jene unablässig antreibenden Percussions wie besonders in „Stuntman Fred“ oder „The Mail“. Ein besonderer Titel ist „I Can Feel It“, der einen in die Disco-Zeit der 1970er Jahre katapultiert. Das Stück erinnert ein wenig an Van McCoys Discohit „The Hustle“ (1975) und ist absolut hörenswert.
Man merkt dem Album die jahrzehntelangen Erfahrungen des Künstlers und dessen Liebe zum Detail an. Neben dem Gesang, dem Einspielen von Gitarren und Keyboards sowie dem Drum-Programming hat er fast alle Stücke selbst geschrieben, produziert und gemastert. Lediglich beim ersten Titel „Good Champagne“ ist Martin Diehl als Co-Autor und am Bass-Synthi dabei.
Info
Das Album „Self“ ist über die bekannten Download-Portale erhältlich. Näheres unter „www.cosmic-love-agents.com und über die Facebook-Seite.