Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Musiker der Formation Fused verwandeln Sommer Lounge in Rock-Arena

Hat am Freitagabend die Ramsteiner Sommer Lounge gerockt: die Lauterer Formation Fused.
Hat am Freitagabend die Ramsteiner Sommer Lounge gerockt: die Lauterer Formation Fused.

Wenn selbst das beschaulich wirkende Open-Air-Bühnenzelt der Sommer Lounge scheppert und die Weinschorle überschwappt, können nur die Jungs der Lauterer Rock-Combo Fused am Werk sein. Die Musiker servierten in der gemütlichen Lounge-Atmosphäre vorm Congress Center Ramstein eine klassische Rockfeinschmecker-Fete – mit umge„rockten“ Hits und Evergreens sowie gewiefter Stimmungsstrategie.

Normalerweise füllen die Fused-Herren große Hallen und fahren Technikgeschütze auf. Doch dann kam Corona und fuhr die Geschütze drastisch runter. Und erst jetzt durfte die fünf Mann starke Cover-Formation wieder auf die weltbedeutenden Bretter zurück. Nur: Statt in rappelvoller Halle und mit einer dicken Licht- und Soundanlage im Rücken, spielen die Lauterer Rockfeinschmecker auf einer Freiluftbühne vor Kaffeetischen unter Sonnenschirmen und einem Publikum, dass sich tiefenentspannt ein feierabendliches Schlückchen Prosecco gönnt. Also nix mit bierlastiger Rockparty, eher geselliger Kaffeetreff.

Aber Fused wären ja nicht Fused, wenn sie nicht jede Location in eine Rock’n’Roll- Arena verwandeln könnten. Das haben sie am Freitagabend mit der lauschigen Sommer Lounge geschafft – Taktik sei Dank.

Fans befeuern Stimmung beim Rest-Publikum

Es ging zahm los. Im Publikum saßen viele, die nicht wussten, was sie erwarten sollte. Für die Harcore-Fans – die strategischerweise ganz vorn platziert wurden – war die Sache klar: Wenn das Publikum nicht Partystimmung erzeugen will, tragen die Fans die Partystimmung eben ins Publikum. Und nach einem fulminanten Intro von Totos ,,Africa“ mit „König der Löwen“-Einwürfen ging es zu der bandeigenen Rock-Version von Taylor Swifts Pop-Perle ,,Shake it Off“.

Da standen die Hardcore-Fans aus der ersten Reihe auf, um den Sitzenden hinter ihnen strategisch klug die Sicht zu versperren und sie zum Aufstehen zu motivieren. Das klappte, die Party „stand“. Im wahrsten Sinne.

Spätestens beim Schwenk zu den 1990er Radiohits – nur den schlechteste und peinlichsten natürlich, wie Sänger Stefan Ahme warnte – standen auch die älteren Zuhörer und schunkelten mit zu Whigfields Dance-Opus „Saturday Night“, Aquas „Barbie Girl“ und Dr. Albans „Sing Hallelujah“. Man grölte „Hey jo, Captain Jack!“, fuchtelte mit den Armen fast korrekt zum „Macarena“ und versuchte, sich bei der schwierigen Textzeile „Blue Da Ba Deee Da Ba Daaa“ nicht zu verheddern. Auch die 80er-Ausflüge kurbelten sie Stimmung hoch. Und die bewährten Linkin' Park und Co.-Medleys würzten das Set optimal.

Auch moderne Club-Feger kommen bestens rüber

Und das alles gab es in tief griffigem Rock-Klang, auch bei Nummern, die man nie und nimmer mit dem Rock-Genre in Verbindung gebracht hätte – wie den Boyband-Herzschmerz-Pop-Epen von Backstreet Boys und Co. Aber auch die modernen Club-Feger waren leichtes Spiel für die Cover-Giganten. Wie Bakkushans Feten-Knaller ,„Baby du siehst gut aus“, den Saitenmann Florian Schwöbel mit vollem Stimmkaracho raushaute.

Es war nicht die typische Fused-Location, aber die Band brachte Rock-Stimmung in die Prosecco-Atmosphäre. Dafür ein „Daumen hoch“.

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