Kaiserslautern
Musikalischer Sommerabend auf dem Stiftsplatz
Eigentlich hätte am frühen Donnerstagabend das Duo Tom & Maria auftreten sollen. Da aber die Sängerin und Pianistin Maria Blatz kurzfristig erkrankt war, sprang ebenso kurzfristig der Violinist Christian Herzberger ein.
Das war kein Problem, denn Herzberger stand schon vorher mehrfach als dritter Mann mit den beiden auf der Bühne. Er kennt also das Programm und passte sich sauber der starken Musik- und Bühnen-Präsenz des Pfälzer Gitarristen und Sängers Tom Keller an, ohne die eigenen Qualitäten unter den Scheffel zu stellen.
Eigene und fremde Werke
Das Programm blieb davon weitgehend unberührt. Zwar blieb die neueste, erst vor wenigen Wochen veröffentlichte Tom-&-Maria-Nummer „Break my Heart tomorrow“ nunmehr ungespielt, weil sie ganz auf die Stimme der Sängerin abgestimmt ist. Aber viele andere Songs kamen erwartungsgemäß zum Zug: die zahlreichen Eigenkompositionen des Singer/Songwriters Keller („Where are you, Brother?“) ebenso wie die vielen Covers aus dem Repertoire von Rock- und Pop-Größen.
In Kombination mit dem Geigen-Sound klangen sie anders als gewohnt. Und das war gut so. Lieder wie der Beatles-Klassiker „Here comes the Sun“ oder der schon etwas angejahrte Police-Hit „Message in a Bottle“ erfuhren durch die String-Partien des erfahrenen Christian Herzberger (der unter anderem schon mit Gregor Meyle spielte) ganz andere Klangfarben und interpretatorische Ausdrücke, als das in der Kooperation mit Maria Blatz der Fall ist.
Schlagzeug kaum vermisst
Ein Schlagzeug vermisste man übrigens in dieser musikalischen Zweierbeziehung kaum: Rhythmische Energien flossen in der Regel allein schon durch das enge und konzentrierte Zusammenspiel der beiden Musiker.
Darüber hinaus spielen Keller und Herzberger auch gern auf Zuruf, was sowohl Publikumsnähe als auch spielerische Qualität beweist. Ein solcher „Wunschkonzert“-Titel war diesmal „Purple Rain“. Eigentlich eher eine gern gespielte Zugabe, machte das Duo Tom & Christian daraus einen kleinen Höhepunkt.
Gruß an die erkrankte Partnerin
Das Stück bohrte sich selbst in der Duo-Version in die Ohren und Herzen des Publikums, das ringsum - auf Liegestühlen und in den gut besetzten umliegenden Lokalen - sichtlich zufrieden zuhörte. Da wurde dann auch schon mal ein Tanzschritt gewagt oder der Refrain mitgesungen.
Bei aller Publikumsnähe vergaß Tom Keller bei seinem Lauterer Auftritt nicht, seiner kranken Stamm-Partnerin per Handy einen Genesungs-Applaus zukommen zu lassen. Das machte ihn glatt noch ein bisschen sympathischer und das Konzert noch ein wenig positiver.