Kaiserslautern
Motorsport: Kartfahrer Max Reis steigt um
Die bisherige Bilanz des Kartfahrers aus Ramstein kann sich sehen lassen: zehn Titel in fünf Jahren! Da hat er seinen Kart meisterlich mit ganz schön Wumm zu steuern gewusst. Er steigt dennoch aus, aber nur, um sogleich in einen noch schnelleren Kart wieder einzusteigen. Waren es bislang 15 PS, mit denen Reis über die Rennpisten düste und meist die Konkurrenz mal locker an seinem Auspuff schnuppern ließ, so hat er zukünftig mit 30 PS gleich doppelt so viel Power unter der Haube. „Die Umstellung ist gewaltig“, weiß Reis, dass er seine gesamte Rennerfahrung samt der Pokale in die Ecke legen kann. Hat er doch im neuen Renngefährt nicht nur einen dickeren Motor, sondern auch Bremsen, die logischerweise ganz anders zupacken. Die neuen Reifen stellen ebenfalls eine Herausforderung dar. Ist er bislang auf knallharten Reifen ohne wirkliche Bodenhaftung gefahren, wird er fortan auf weicherem Gummi, mit viel Grip, auf den Rennstrecken unterwegs sein.
Traum von der „Formel 1“
„Ich muss meinen Fahrstil umstellen“, sieht Max Reis aber voller Tatendrang nach vorne. Dass mit dem neuen Team auch ein Stück Eigenständigkeit auf der Strecke bleibt, das nimmt er für seinen großen Traum „Formel 1“ in Kauf. Nun bestimmen nicht mehr er und der Papa, wie der Hase läuft, fortan wird das Team vorgeben, was gemacht wird, und es wird Druck aufbauen. Ist Max Reis aber wurscht. Er ist fokussiert auf die vorderen Positionen und fiebert den neuen Anforderungen regelrecht entgegen. Außerdem wird er als Mitglied im ADAC- Förderkader an die neue Situation herangeführt, absolviert Medien- und Mentaltraining, wird sich Leistungschecks unterziehen und fährt bereits nach genau auf ihn abgestimmten Trainingsplänen.
Mitte Februar war er mit seinem Vater zum ersten Training mit dem „Junior Team 75 Bernhard“ in Italien. Ziel waren die Kartstrecken am Gardasee und in Castelletto, und natürlich hieß es für Reis, fahren, fahren, fahren! „Max muss nun so viele Trainingskilometer wie möglich sammeln“, sieht Vater Ralf Reis im neuen Kart zwar einen Sprung auf die nächste Ebene, aber eben auch einen Neustart. „Das A und O bis zum ersten Rennen wird sein, dass Max ganz viel im Kart sitzt“, gibt sich Vater Reis keiner Illusion hin. Die nächsten Wochenenden wird die gesamte Familie wieder an den Strecken stehen, während Max seine Runden dreht. Zwar sei es bis zur Bahn in Liedolsheim bei Karlsruhe nicht wirklich weit von Ramstein, nur diese Bahn sei in keinem der nächsten Rennen dabei. Also wird Familie Reis an den Wochenenden eher bis ins nordrhein-westfälische Kerpen, ins oberpfälzische Wackersdorf, ins bayrische Ampfing oder nach Oschersleben in Sachsen-Anhalt fahren. Mit dem Wohnwagen.
Virtueller Motorsport
Der Rennzirkus ist zwar schon länger Teil der gesamten Familie, aber Vollprofis sind sie halt nicht. Zwar extrem gut, aber immer noch ein „Familienbetrieb“, der samt Kart selbst anreist und kostensparend im Wohnwagen übernachtet und mit der Dose Ravioli vorliebnimmt, wie Ralf Reis lachend kundtut. Wenn sich Max seiner zweiten großen Rennleidenschaft, dem virtuellen Motorsport, dem sogenannten Simracing, widmet, kann sich der Rest der Familie entspannen. Da sitzt er dann daheim im Simulator und gibt ordentlich Gas. Dass er sich dabei über seinen „Max Reis Chanel“ zuschauen lässt, spricht für eine gehörige Portion zukunftsorientierter Renngene. Simracing ist stark im Kommen, und da Papa Reis zwar sonst alle Kanäle im Internet für seinen Sohn bedient, hier aber nicht so richtig ran wollte, hat der 13-Jährige mal eben quasi zwischen zwei Rennen den Kanal zu seinem Trainingsportal selbst eingerichtet. „Es geht vorwärts“, fühlt sich Max Reis auf einem guten Weg.
Am 25. und 26. April startet er beim ADAC-Kart-Masters zu seinem ersten Rennen für das „Junior Team 75 Bernhard“ in Wackersdorf.