Enkenbach-Alsenborn
„Mon mari et moi“ in der Klangwerkstatt
Mitunter kann der Alltag plötzlich sowohl für die Musiker als auch für die Rezipienten ganz anders wirken: nicht mehr gar so langweilig nämlich, vielleicht auch nicht mehr allzu ernst, im besten Fall sogar besser bewältigbar.
Mon mari et moi - Mein Ehemann und ich: Der Name ist Programm und erklärt vieles im künstlerischen Leben des Ehepaares Shakti und Mathias Paqué: Gemeinsam Erlebtes, gemeinsam in Ton und Wort musikalisch Erarbeitetes, gemeinsam auf der Bühne Vorgetragenes bildet eine runde Einheit, die zu goutieren dem Publikum Genuss bereitet.
Wie das wahre Leben
Das gilt auch für die Themen, mit denen die beiden ihre Zuhörerschaft immer wieder positiv überraschen, zum Nachdenken bringen, dabei den erwähnten Alltag eventuell auch etwas erleichtern können. Dabei ist das Feld so weit abgesteckt, wie es halt auch das tägliche Leben ist. Da geht es dann um die Einsamkeit (nicht nur) des Künstlers in der Coronazeit, um regelmäßige Discounter-Angebote („Highlight der Woche“), um das Verhältnis zwischen Tanzkönnern und Nichttänzern bei Festivitäten, um stimmungsvolle Filmmusik insbesondere bei guten, alten Western. Letzterer wurde im Titel „Mit Musik von Morricone“ thematisiert und von Mathias Paqué mit einem gekonnten Pfeif-Intro eingeleitet.
Bei „Mon mari et moi“ verbindet sich Nachdenkliches mit Launigem, allgemein Philosophisches mit Lokalem von hohem Wiedererkennungswert für Einheimische - etwa wenn es um einen poetisch besungenen Waschsalon in Kaiserslautern geht, den das Paar mehrfach aufsuchen musste, als einmal ihre Waschmaschine den Geist aufgab.
Liebe, Protest und Schlaf
Hinzu kommen dann noch Stücke aus den Genres Liebes-, Protest- und Schlaflied, meist von Shakti Paqué gesungen und von ihrem Mann auf der Gitarre begleitet, mitunter aber auch von allerlei Klein-Instrumentarium unterstützt. Da vermischt sich alles in allem so manches, was über die reine Unterhaltung hinausgeht, diese aber gekonnt als stabiles Fundament für einen gespannt gehaltenen Überbau nutzt.
Das trifft auch zu auf die unterhaltsam-nachdenkliche Moderation Shakti Paqués, die eben nicht nur über eine warme, ausdrucksstarke Stimme verfügt, sondern auch mit dem reinen Wort elegant und expressiv umzugehen vermag.
Zustimmendes Schmunzeln
Dass es denn auch musikalisch nicht eintönig wurde, dafür sorgte allein schon die Musik mit ihren zahlreichen Stil-Elementen, die sich dadurch auch nicht ganz eindeutig einordnen lässt - und das ist auch gut so. Ist es Chanson, Blues, Folk, ein bisschen Pop, ein wenig Rock sogar, was sich da heraushören lässt? Von allem etwas wohl und noch ein paar ureigene Versatzstücke zusätzlich. Das machte das Hinhören und Nachspüren über die Texte hinaus besonders reizvoll.
So sah man denn an diesem Abend in Enkenbach-Alsenborn so manche Füße ausdauernd wippen und in den Gesichtern allenthalben ein zustimmendes Schmunzeln. Ein gutes Gegen-Alltags-Konzert im Allgemeinen war es, ein guter Einstand des Lautern-Doppels in der Klangwerkstatt im Besonderen.