Kaiserslautern Mit Fleiß und Teamgeist zur Torfabrik avanciert
«WESELBERG.»79 von 90 Punkten holte der SC Weselberg als Meister der Fußball-A-Klasse Pirmasens/Zweibrücken – bei einem Torverhältnis von 123:26. Eine sehr beeindruckende Bilanz des Teams von der Sickingerhöhe, das damit erstmals in seiner Vereinsgeschichte in die Bezirksliga aufsteigt.
Quasi en passant sicherte sich die Crew um den sehr umsichtig, akribisch, mit sehr viel Sachverstand und Einfühlungsvermögen zur Sache gehenden Trainer Attila Baum (31) noch den Kreispokal. „Ich will den Titel und den Pokal“, hatte Baum, der bis zu einer schweren Verletzung lange Jahre für den FK Pirmasens in der Regionalliga (87 Spiele) und Oberliga gespielt hatte, „ohne Arroganz“ gefordert. Baum formte das „sehr entwicklungsfähige Team“ nach seinen Vorstellungen. Körperliche Fitness und taktische Schulung seien auf dem Weg zur Meisterschaft dabei unverzichtbar gewesen, doch ganz wichtig sei „die Menschlichkeit mit den Spielern“. In Weselberg entstand eine Einheit, die nicht nur zusammen Fußball spielte, sondern zusammen lebte. Mit ganz wenigen Ausnahmen haben alle Mitglieder des Kaders ihre Wurzeln in der kleinen Gemeinde auf der Sickingerhöhe. Und irgendwie sind alle miteinander verbandelt. Sven und Marco Juner sind gar Zwillinge, Marco und Patrick Keßler Cousins wie auch Sascha Wilhelm und Björn Bandner, und die Freundin des einen Kickers ist die Schwester des anderen. Der Meister arbeitete zudem intensiv für seinen Erfolg. „Wir trainierten stets drei Mal in der Woche“, führt Baum aus, für den Weselberg die erste Stelle als Trainer nach dem Karriereende ist. Entscheidend für den Erfolg auf dem Platz war nach Baums Ansicht „die Achse“ vom Torwart bis zum Torjäger. Diese beginnt bei dem verbandsligaerfahrenen Keeper Steffen May, der nur 22 Tore kassierte – die mit großem Abstand wenigsten in der Klasse. Vor ihm verteidigte in Kapitän Marco Keßler ein umsichtiger wie auch zweikampfstark zu Werke gehender Kicker, der auch offensiv durch Kopfballstärke besticht. Auf der Sechserposition prägten Tobias Müller und Sven Juner, die beide länger verletzt waren und sich daher zwangsläufig gegenseitig ersetzten, das Weselberger Spiel. Eine Position weiter vorne zog in Alexander Baum der Bruder des Trainers die Fäden auf der Acht. Noch eine Station weiter war der ungemein fleißige, technisch versierte, laufstarke, schussgewaltige, nie auszuschaltende Kevin Büchler die personifizierte Torgefahr. Das 21 Jahre alte, der Jugend des SCW entwachsene Talent erzielte nicht nur 52 Tore selbst, traf damit statistisch gesehen fast in jeder Halbzeit, er führt auch das mannschaftsinterne Scoring der Assists mit 19 deutlich an. „Er war der einzige Spieler in der Mannschaft, der alle Freiheiten hatte, und dennoch immer wieder unermüdlich nach hinten mitarbeitete“, zollt Baum seinem Toptorjäger Anerkennung. Doch Baum wäre nicht Baum, wenn er erklären würde, mit der Achse sei der Titel gewonnen worden. „Die Außenspieler waren mindestens genauso wichtig.“ Baum stellte zudem seine Mannschaft stets nach „Trainingsbeteiligung und -leistung auf“. Da habe auch mal der Kapitän auf der Ersatzbank Platz nehmen müssen. Beleg hierfür sind 29 eingesetzte Spieler beim SCW, der eine zweite Mannschaft in der C-Klasse hat. 25 seiner 30 Begegnungen hat Weselberg gewonnen. Nur gegen die SG Waldfischbach (0:1) war der Meister mal ohne Punkt und Tor geblieben. „Wir haben acht Spiele gedreht“, beschreibt Baum eine weitere Stärke seines Teams, das war „unserer Fitness geschuldet“. Stets habe der SCW gegen Ende der Partien zulegen können. Volker Reinig und Wendelin Bold unterstützten Baum als Spielleiter und Torwarttrainer, kümmerten sich effizient um alle nichtsportlichen Belange. In dem von Stefan Zimmermann umsichtig geführten Verein wurde „alles für die Mannschaft gemacht“. Ein Rasenspielfeld „in Topzustand“ und ein zweiter Rasenplatz zum Trainieren wurden vorgehalten. Die Stimmung im Sportheim war stets mehr als meisterlich. Auch in der Bezirksliga ist Baum der Coach der Weselberger, auch wenn er beim FKP das Amt des Sportlichen Leiters angenommen hat. Ziele hat er sich mit dem SCW noch keine gesetzt, „weil ich die Liga noch zu wenig kenne“. DER MEISTERKADER Tor: Steffen May (29 Jahre/27 Einsätze/kein Tor), Pascal Eisel (24/4/0) Abwehr: Marco Keßler (21/30/5), Patrick Keßler (22/28/1), Carsten Raulin (25/21/1), Manuel Kiefer (22/19/0), Sascha Wilhelm (28/18/1), Björn Bandner (24/15/0), Erik Gries (22/10/0), Florian Graßmann (23/8/0), Lukas Hell (19/6/0), Nikolai Lutz (24/5/0), Tobias Kiefer (33/3/0), Franz Höh (20/1/0) - Mittelfeld: Kevin Büchler (21/29/52), Alexander Baum (22/28/9), Tobias Müller (28/18/1), Sven Juner (27/13/1), Robin Westrich (21/3/0), Johannes Tsouris (30/2/0) - Angriff: Michael Treinen (33/30/11), Fabian Baumann (22/26/11), Yannik Peifer (22/24/11), Marco Juner /27/19/7), Patrick Huffmann (18/8/0), Artur Hermann (21/8/1), Julian Bold (20/7/2), Sebastian Schütz (29/6/6), Sascha Huhn (36/1/0) Trainer: Attila Baum (31 Jahre).