Kaiserslautern Mit dem Spielbetrieb wird’s erstmal nichts

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Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über den Sportverein ESC West Kaiserslautern hat auf die Zukunft der aus Migranten bestehenden Fußball-Mannschaft „Allstars“ Auswirkungen. Sanft sollte das Team an den Spielbetrieb herangeführt werden, ab Sommer als zweite ESC-Mannschaft am Spielbetrieb teilnehmen. Das hat sich nun zerschlagen. Die Mannschaft trainiert unterdessen weiter. Mittelfristig strebt das Team wieder die Zusammenarbeit mit einem Sportverein oder einer anderen Organisation an.

„Wir hängen ein wenig in der Luft“, beschreibt Wolfgang Müller, der das Team vor rund zwei Jahren gegründet hat und betreut, auf RHEINPFALZ-Anfrage die Situation. Über Winter hat das Team in der Halle der Goetheschule trainiert, mit Beginn der Freiluftsaison ging es wieder los beim ESC West, wo das Team noch weiter trainieren darf. „Wir bleiben, so lang es geht“, sagt Müller. Schließen beim ESC West die Tore, könne auf den Sportplatz an der Goetheschule zurückgegriffen werden. In Spitzenzeiten hat Müller rund 30 Leute im Training, meist kann er auf zwei Dutzend Spieler zurückgreifen, die überwiegend aus den Ländern Somalia, Mali, Eritrea und Afghanistan kommen. Dazu kommen noch einige Syrer. Den Spielern habe er erklärt, was ein Insolvenzverfahren ist. „Wenn das Licht und das Wasser weg ist, merken die schon, was das bedeutet“, erzählt Müller. Im Sommer 2015 wurde das Team im Umfeld der mittlerweile geschlossenen Flüchtlingsunterkunft Bürger-Büsing-Haus im Stadtteil Erzhütten von Wolfgang Müller ins Leben gerufen. Im vergangenen Sommer wurden Kontakte zum ESC West und dessen Sportvorstand, Michael Ohler, geknüpft. Im Raum stand der Plan, das Team in den Spielbetrieb zu integrieren, mit dem Kader eine Mannschaft zu formen, die am Spielbetrieb teilnehmen kann. Wie es nun weiter geht, weiß Müller nicht. Für sein Team gehe es mit Trainingseinheiten weiter. „Die Leute bleiben dabei, wir stecken den Kopf nicht in den Sand.“ Das Team – Durchschnittsalter etwa 22 Jahre – will er unbedingt zusammenhalten. Mit der Zeit sei aus der bunt zusammengewürfelten Truppe eine richtige Mannschaft geworden. Untereinander konnten Ressentiments der verschiedenen Volksgruppen abgebaut werden, hat er beobachtet. „Es ist schön zu sehen, wie sich das in eine große Familie entwickelt hat.“ Das Projekt Spielbetrieb laufe ja nicht weg. „Vielleicht verschiebt es sich um ein Jahr“, sagt Müller. Für die Teilnahme am Ligabetrieb brauche er einen Kader von mindestens 16 Spielern. Eigentlich kein Problem, allerdings hätten viele seiner Spieler nur Duldungsbescheide für ein Jahr, können also theoretisch auch abgeschoben werden. Müller ist nach eigenen Angaben schon von einigen Vereinen angesprochen worden, wie es mit den „Allstars“ weitergehen wird. Er will abwarten, nichts überstürzen. „Ich habe ja auch eine Verantwortung gegenüber den Spielern“, sagt er. Unterstützung vonseiten eines Vereins oder einer Organisation brauche das Projekt aber, zumindest auf längere Sicht. „Allein packe ich das nicht.“

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