Kaiserslautern Mit C-Modell groß geworden

Das alljährliche Opel Kadett C-Treffen ist nicht nur ein fester Bestandteil im Veranstaltungskalender der Stadt, sondern auch bei den Kadett-Freunden. Mehr als 250 solcher Fahrzeuge vom Typ C konnten am Sonntag auf dem Opel-Parkplatz besichtigt werden.
Die Palette der Vorzeigefahrzeuge reichte vom serienmäßigen Fahrzeug, so wie ursprünglich vom Werk ausgeliefert , über verschiedene Rallye- und Rennversionen bis hin zu ideenreichen Um- und Ergänzungsbauten. Großen Wert legen die Organisatoren, aber auch die Fahrer darauf, dass alle Veränderungen der allgemeinen Betriebserlaubnis und der Straßenverkehrszulassungsverordnung entsprechen. Jede Veränderung sei „technisch abgenommen und in den Papieren vermerkt“, betonte erster Vorsitzender Thomas Scheid. Er selbst ist ein großer Kadett C-Fan und begeisterter Motorsportler, auf Rallyestrecken und am Berg. „Ich bin mit dem C-Modell groß und alt geworden“, umschreibt er seine Liebe zu diesem Fahrzeugtyp. Die Zusammenkunft nennt sich Ostertreffen, da die erste Veranstaltung 1987 an Ostern stattfand. Wegen Terminüberschneidungen wich man auf einem späteren Zeitpunkt aus, blieb aber beim Namen und auf dem Opel-Gelände. „Schade dass es nur noch zwei Veranstaltungen dieser Art in Deutschland gibt“, sagt ein Teilnehmer aus Rastatt und er wünscht, dass Kaiserslautern noch lange dieses Treffen ausrichtet. Im nächsten Jahr ist Jubiläum, die 30. Veranstaltung. Der Weiterbestand ist durch den Nachwuchs gesichert und zwei neue Mitglieder wurden aufgenommen. Darunter Florian Ebelsheiser aus Enkenbach-Alsenborn. Der 27-Jährige brachte das City-Modell nach Kaiserslautern. „Vier Jahre lang haben wir daran gearbeitet“, umschreibt er sein Wirken. Zusammen mit seinem Vater Manfred, Kassenwart in den Reihen des Ausrichters, hat er viele solche Treffen besucht und schon als junger Schüler Interesse an diesem Fahrzeugtyp gefunden. „Zwei Jahre haben wir nur geschweißt“, sagt der Gießereimechaniker, der von seinem Vater viel Unterstützung erfuhr. Erworben haben sie das Fahrzeug nach einem Motorbrand und aufgrund der Schäden gab es viel zu schrauben, schweißen und lackieren. Das älteste Fahrzeug an diesem Tag präsentierte Andreas Schneider aus Weselberg. Der Kadett lief im Oktober 1973 vom Band. Ursprünglich mit einem 1200-Kubikzentimeter-Motor sagt der 54-Jährige. Er hat ihn dann mit einem Zwei-Liter-Aggregat aufgerüstet und das Fahrwerk verbessert und ist damit bei Bergrennen und Slalomveranstaltungen gestartet. „Viel habe ich daran selbst gemacht“ und der Motor leistet laut Diagramm 199,7 Pferdestärken. Vom Oldtimertreffen in Jena zum Kadetttreffen in Kaiserslautern reiste Thomas Schüler aus Nordhausen. Der Thüringer hat den Opel Kadett vor der Schrottpresse gerettet durch den Ankauf zu einem Euro. Der 37-jährige Mechatroniker hat viele Stunden in das Fahrzeug gesteckt und kann es nun mit superbreiten Reifen ausgestattet präsentieren. Dafür nahm er auch die Strecke von 400 Kilometer in die Westpfalz auf sich. Noch länger war die Anreise von Jonny von Laufen und Fabian Histani, die aus der Schweiz über Frankreich ihren Opel Kadett bewegten. Es ist ihr vierter Besuch, „aber diesmal mit einem Kadett C“. So lange haben sie gebraucht, um das Fahrzeug wieder reisetauglich zu machen. Aufgebaut für Rallyeeinsätze hat Martin Schillick aus Everswinkel bei Warendorf einen Opel Kadett C. Neun Monate hat der 48-jährige Reifenhändler dafür gebraucht. Unter der Motorhaube steckt ein 2,4-Liter-Motor mit einer Leistung von 205 Pferdestärken und verschiedene Verbesserungen am Getriebe und Fahrwerk hat er vorgenommen. „Für den Rallyeeinsatz ist das Fahrzeug eigentlich zu schaden“, resümiert der Bastler – und ist lieber die 400 Kilometer zum Kadett-C-Treffen gefahren als im Wettbewerb über Stock und Stein. Groß ist das Interesse bei den Teilnehmern an der Jahresgabe. Diesmal gibt es einen Zollstock. Breitgefächert sind die Gaben der letzten Jahre, von Krawatte über Gläser bis hin zu Bällen. Bei der Bewertung der Fahrzeuge gibt es Pokale. Mit dem Treffen ist ein großer Teilemarkt verbunden. Von Neuteilen bis zum gebrauchten Kotflügel oder Motorteilen wird in mehreren Zelten das angeboten, was es im Handel nicht mehr zu erwerben gibt. Dazu gibt es viele Fachgespräche und gegenseitige Hilfen. Kaum hat das Treffen begonnen, hat ein Kadett-Fahrer auch schon das erste Schnäppchen abgeschlossen. „Der frühe Vogel fängt den Wurm“, sagt er lachend zu seinen Kollegen und verstaut die Motorteile sorgfältig in einem Karton. (llw)