Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Minister Schweitzer: Entwicklung bei Opel im Blick

Opel ist für die Westpfalz ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
Opel ist für die Westpfalz ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Der Opel-Standort Kaiserslautern hat sich in den vergangenen Jahren drastisch verändert. Die RHEINPFALZ wollte von Arbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD) wissen, wie stark das von Seiten der Landespolitik wahrgenommen wird – und wie darauf reagiert wird.

Das Unternehmen sorgt seit Jahren mit Arbeitsplatzabbau und Ausscheideprogrammen für Schlagzeilen. Zu Hochzeiten waren rund 6000 Menschen am Opel-Standort Kaiserslautern beschäftigt, heute sind es noch rund 1100. Der Personalabbau ist nicht spurlos an der Belegschaft vorübergegangen, sagte Opel-Betriebsratschef Thorsten Zangerle im Januar in einem RHEINPFALZ-Interview.

Die Frage danach, wie es mit dem Werk weitergeht, beschäftige Opel-Mitarbeiter und Zulieferer gleichermaßen, sagt Arbeitsminister Schweitzer und betont: „Es gibt klare Zusagen des Konzerns, den Standort zu stärken.“ Die Landespolitik beobachte die Situation in Kaiserslautern genau, er selbst sei regelmäßig mit dem Betriebsrat von Opel im Gespräch. „Wir haben einen kritischen Blick drauf und achten darauf, dass die Zusagen eingehalten werden“, betont Schweitzer.

Wachstum für die Westpfalz

Auch mit dem Unternehmen ACC, das auf einem Teil des früheren Opel-Geländes ein Batteriezellwerk errichtet, sei er intensiv im Austausch. ACC, die Automotive Cells Company, besteht aus den Gesellschaftern Saft, Mercedes-Benz und Stellantis, wozu Opel gehört. „Opel und ACC bringen Wachstum in die Westpfalz“, ist Schweitzer überzeugt.

Die größte Herausforderung für ACC werde jedoch nicht die Errichtung des Werks, sondern der Personalaufbau sein, sagt Schweitzer. Fachkräfte zu finden, die zum Produktionsstart bereitstehen, das sei nicht einfach.

Die Transformationsagentur des Landes unterstütze ACC bei der Fachkräftesuche aktiv. Denn wenn es gelinge, den Industriestandort Kaiserslautern erfolgreich umzubauen, sei das ein Vorreiterprojekt in Sachen Transformation in der ganzen Bundesrepublik, zeigt sich Schweitzer überzeugt.

Industriestrompreise wären wichtig

Als Wissenschaftsstandort rund um die Universität, die Hochschule und die Wissenschaftsinstitute habe sich Kaiserslautern in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt. Doch auch die klassischen Arbeitsplätze in der Industrie hätten nach wie vor eine große Bedeutung. „Wir müssen um jeden Arbeitsplatz in der Industrie kämpfen, da sind wir im Wettbewerb mit anderen Nationen“, schildert Schweitzer. Ein wichtiger Punkt wäre aus seiner Sicht die Einführung eines Industriestrompreises in Deutschland. Derzeit finde ein regelrechter Umsiedlungswettbewerb statt, gerade die USA werbe derzeit mit günstigen Strompreisen und der Aussicht auf Steuerfreiheit stark um Unternehmen. In China und Indien sei es ähnlich. Dadurch bestehe die Gefahr, dass nicht nur die Produktionsstätten verlegt werden, sondern auch das Wissen verloren gehe, das die Mitarbeiter haben. Es wäre wichtig, dass die Europäische Union darauf eine gemeinsame Antwort geben würde – doch da sei das Tempo derzeit zu langsam, kritisiert Schweitzer.

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