Kaiserslautern
Millionenprojekte in Kaiserslautern: Aldi baut um, Lidl reißt ab
Zwei Discounter, zwei unterschiedliche Wege: Lidl will in Kaiserslautern Maßstäbe setzen. Geplant ist der Bau einer Metropol-Filiale, die es bundesweit erst vereinzelt gibt. Der Kaiserslauterer Stadtrat hat am Montag mit großer Mehrheit gegen nur zwei Grünen-Stimmen dem Vorhaben und damit auch dem Abriss und Neubau in der Augustastraße zugestimmt. Aldi hingegen darf in der Mainzer Straße seine Filiale, Baujahr 2004, nur umbauen. Ein Einzelhandelsgutachten, das vom Referat Stadtentwicklung im Jahr 2021 festgeschrieben worden ist,u gibt hier die Richtung vor.
Gegenüber der RHEINPFALZ erklärte Aldi Süd jetzt, in der Mainzer Straße werde ein neues Konzept zur Sanierung bestehender Filialen erprobt. „Das Ziel ist, möglichst viel Bausubstanz zu erhalten und so den CO2-Verbrauch zu reduzieren, der durch die Produktion herkömmlicher Bauelemente aus Beton entsteht.“ Neben dem ressourcenschonenden Materialeinsatz durch Weiternutzung von Betonbestandsbauteilen setze Aldi auf die Nutzung energieeffizienter Gebäudetechnik, den Einsatz von Kühltechnik mit umweltschonendem Kühlmittel. Kommen sollen eine Photovoltaikanlage und E-Ladestationen, ebenso Dachbegrünung, das Filialdach wird in Holzbauweise erneuert. Der Aldi-Markt im Osten der Stadt ist seit Mitte Januar geschlossen, die Neueröffnung ist für den 1. August terminiert. Die Filiale verfügt künftig über etwas mehr als 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche.
Aldi ist in Kaiserslautern sechs Mal vertreten. Die Filiale in der Mainzer Straße spiele für die lokale Nahversorgung eine wichtige Rolle, so eine Unternehmenssprecherin. „Durch die Revitalisierung bringen wir die Filiale optisch, energetisch und in Bezug auf die Größe auf den neusten Stand und sichern damit langfristig die Attraktivität des Handelsstandorts. Im Inneren statten wir unsere Filiale in unserem neuesten Design aus, das den Fokus noch stärker auf frische Lebensmittel legt. Bodentiefe Fenster und eine Deckenhöhe von 3,50 Meter schaffen eine angenehme Einkaufsatmosphäre“, so Tobias Heck, der bei Aldi Süd die Entwicklung von Immobilienprojekten verantwortet. Zu den geplanten Investitionen wollte sich Aldi nicht äußern. Zur Filiale im „K in Lautern“ erklärte Heck: „Aldi wird die Nahversorgungsfunktion in der Innenstadt von Kaiserslautern durch die Filiale im K in Lautern weiter wahrnehmen.“
Wann Lidl in der Augustastraße abreißt und neu baut, ist noch ungewiss. Elke Franzreb, Leiterin des Referats Stadtentwicklung, erklärte auf Nachfrage in der Ratssitzung am Montag: „Es gibt definitiv noch keinen Termin. Lidl hat uns gegenüber lediglich erklärt, dass sie innerhalb von neun Monaten, wenn sie Baurecht erhalten, loslegen.“ Dem Vernehmen nach sind vor allem Betzenberg-Bewohner und andere Anlieger nervös, weil sie nicht wissen, wie lange es in ihrer Nähe dann vorübergehend keinen Nahversorger gibt. Früher gab es in der Barbarossastraße neben Lidl noch Aldi und Netto. Aber das war einmal.
Lidl plant nach Angaben der Stadtverwaltung, das veraltete und in die Jahre gekommene Gebäude abzureißen und ein neues, an heutigen energetischen Anforderungen orientiertes größeres Gebäude zu errichten. Mit dem Neubau soll die Verkaufsfläche zugunsten breiterer Gänge zwischen den Warenregalen auf 1800 Quadratmeter erweitert werden, geplant sind größere Personalräume. Die Verkaufsebene im Obergeschoss wird über eine Rolltreppe erschlossen, im Erdgeschoss sollen die Autos parken. Die Fassade zur Augustastraße und Barbarossastraße werde gegliedert und begrünt.