Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Michael Seitz noch nicht bereit für einen Titelkampf

Ohne gezielte Vorbereitung nicht in den Ring: Michael Seitz hatte ein Angebot für einen Titelkampf. Doch der Kaiserslauterer Cru
Ohne gezielte Vorbereitung nicht in den Ring: Michael Seitz hatte ein Angebot für einen Titelkampf. Doch der Kaiserslauterer Cruisergewichtler sagte ab, da die Anfrage zu kurzfristig kam.

Um einen internationalen Titel zu kämpfen, das wünscht sich eigentlich jeder ambitionierte Berufsboxer. Natürlich auch Michael Seitz. Die Chance zu solch einem Kampf hätte sich ihm am kommenden Freitag geboten: in Florenz gegen Fabio Turchi. Doch Seitz schlug das Angebot aus – schweren Herzens.

Bei einem Treffen in der vergangenen Woche im Gym des Fab5 Performance Center in Ramstein, der bevorzugten Trainingsstätte des Cruisergewichtlers, berichtete Seitz von diesem überraschenden Angebot, das ihm wenige Tage zuvor ins Haus geflattert war. Darin stand, dass er gegen Fabio Turchi alias „Stone Crusher“ in dessen Heimatstadt Florenz um den „World Boxing Council International Silver Cruiserweight Title“ boxen solle. Da der ursprünglich vorgesehene Gegner kurzfristig abgesagt hatte, war die Wahl auf Seitz gefallen.

Es war nicht nur der Titel, der lockte, auch die Börse, eine fünfstellige Summe, die alles in den Schatten stellte, was Seitz in seinen bisherigen sieben Profikämpfen an Preisgeldern erhalten hatte. „Ein verlockendes Angebot“, sagt er, der aber nicht spontan zusagte, sondern zuerst mit seinem Manager sprach und sich seine Gedanken machte. Am Ende dieser Überlegungen stand sein Entschluss fest: Er gab Turchi einen Korb. Die Kampfabsage sei ihm „schwergefallen“, sagt Seitz und begründet seine Entscheidung damit, dass er nicht im Training gewesen sei und sich in der Kürze der Zeit nicht auf diesen schweren, auf zwölf Runden angesetzten Kampf mit der gebotenen Sorgfalt hätte vorbereiten können. Zudem hätte er „fünf Kilo abkochen müssen“, um nicht mehr als die für die Cruisergewichtsklasse vorgeschriebenen 90,72 Kilogramm auf die Waage zu bringen.

Wer den Profiboxer ob dieser Absage kritisieren möchte, eine große Chance sausen gelassen zu haben, sollte sich vor Augen halten, dass es sich beim Cruisergewicht um die Klasse unter dem Schwergewicht handelt und die Kämpfer eine Menge Dampf in den Fäusten haben. Nicht voll durchtrainiert ins Ringgeviert zu steigen wäre grob fahrlässig. Denn der italienische Rechtsausleger gewann alle seine 16 Profikämpfe und davon zwölf durch Knockout.

Ausschlaggebend dafür, dass Turchis Management auf Seitz gekommen war, dürfte dessen starke Vorstellung am 2. März in der Fruchthalle gewesen sein, als er den Frankfurter Alexander Randoll in einem spektakulären Kampf durch Technischen K.o. in der dritten Runde besiegte. Auch wenn es jetzt nicht mit dem Turchi-Kampf passte, zeigt sich Seitz zuversichtlich, dass sich ihm schon bald die Chance „zu einem Hauptkampf“ bieten werde. Dann will er bereit sein.

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