Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Michael Korotschenko mit neuer Musik am Start

Bildender Künstler, Musiker und Produzent: Michael Korotschenko.
Bildender Künstler, Musiker und Produzent: Michael Korotschenko.

The Cosmic Love Agents sind wieder aktiv geworden. Nach der Veröffentlichung des letzten Albums „The Past Now“ im Hochsommer (wir berichteten) hat der Kaiserslauterer Bildende Künstler, Musiker und Produzent Michael Korotschenko, Gründer und Kopf des Projekts, nun zwei Titel herausgebracht: wie in längst vergangenen Schallplatten-Zeiten ganz klassisch als A- und B-Seite deklariert, aber in Musik und Text ganz auf der Höhe der Zeit.

Die Vorgeschichte zu den beiden Titeln ist so wenig alltäglich wie der Künstler selbst. Auf dem Weg zu seinem in der Entstehung begriffenen neuen Album „Naked Self“ (soll noch vor Weihnachten erscheinen) stieß Korotschenko in seinem reichhaltigen Archiv auf die alten Stücke „No Ties“ und „No Nazis please“ und fand sofort wieder Gefallen an den aus dem Gedächtnis geratenen Kompositionen. Die Beats und Texte hätten ihn sofort wieder begeistert, erzählt der ausgebildete Musikwissenschaftler, und so machte er sich flugs daran, die Stücke gründlich aufzupolieren.

Herausgekommen sind zwei „typische Korotschenkos“, die sich klassischem Schubladendenken glücklicherweise entziehen. Auf „No Ties“, der „A-Seite“ der Single-Produktion, glaubt man anfangs ein australisches Didgeridoo zu hören, danach geht es über in ein modernes, rockig-poppiges Konglomerat mit jazzigen und funky Versatzstücken, modernen elektronischen Anleihen und einem Schuss Weltmusik. Sogar ein paar klassische Cembalo-Tupfer sind zu hören. Nichts ist hier stilistisch eindeutig, vieles nicht vorhersehbar – langweilig wird es dementsprechend in keinem Takt des über dreiminütigen Stücks.

Der Reiz der Botschaft

Das Multi-Talent Michael Korotschenko, seit über 40 Jahren (nicht nur) in der heimischen Szene aktiv und bekannt, legt dabei mit drängendem Gesang, scharfer Gitarre und komplexem Drum-Programming vor, Vokalistin Anne Bandel setzt eine weitere starke Stimme darüber, James Griffin schließlich stützt und treibt an den Tasten und mit zusätzlichem Background-Gesang – da stimmt die Besetzung, und das Arrangement kann überzeugen.

Auch der Text hat, sofern man ihn hinter all der herrschenden musikalischen Kraft versteht, seinen besonderen Reiz. Hier geht es um Selbstfindung, Willensstärke und das Gebot, sich von nichts und niemandem von seinem Weg, von dessen Verlauf man überzeugt ist, abbringen lassen soll.

Eine akustische Fundgrube

Auch „No Nazis Please“ auf der „B-Seite“ der Produktion ist eine Art mehrschichtige akustische Fundgrube, die selbst nach mehrmaligem Anhören immer noch diverse Einflüsse und Überraschungen – hier eine melodische Wendung, dort einen rhythmischen Kniff – zu offenbaren im Stande ist. In dem Titel, in dem etwa unerwartet der berühmte Tarzan-Schrei ertönt und Michael Korotschenko geradezu rappenderweise zu hören ist (neben seiner erneuten Tätigkeit als Bass-Spezialist und Drum-Programmierer), geht es gegen aktuelle gesellschaftliche und politische Einflüsse von Rechts.

Auch dieser Titel ist voller Energie und drängt mit einiger Macht in die Ohren. Besonders bemerkenswert ist hier das eindringliche, knapp einminütige Solo des bekannten Kaiserslauterer Saxophonisten Helmut Engelhardt, das sich fugenlos in den elektronischen Grundsound des Stücks einfügt. Prädikat: hörenswert – und zwar beide Titel.

Info

Die beiden Titel „No Ties“ und „No Nazis Please“ sind auf allen bekannten Download-Portalen erhältlich. Informationen zu Korotschenko und den Cosmic Love Agents gibt es im Internet unter anderem auf der Homepage des Künstlers www.cosmic-love-agents.com.

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