Kaiserslautern Meisterstück der kleinen Krokodile

Die zweite Wasserballmannschaft des Kaiserslauterer Schwimmsportklubs hat es geschafft. In einer überaus spannenden Partie beim bisherigen Tabellenführer SC Neustadt III behielten die kleinen Krokodile mit 10:7 (4:3/1:1/1:2/4:1) die Oberhand und durften somit die Meisterschaft in der Verbandsliga Rheinland-Pfalz/Saar feiern.
Nach der kurzfristigen Absage von Attila Chouchan und Victor Morenas del Pozo reisten die Lauterer mit nur zehn Akteuren – darunter vier Damen – zum Endspiel an die Weinstraße. Ihnen gegenüber war der SCN III zwar komplett besetzt, verzichtete aber auf mögliche Unterstützung aus dem Bundesligateam und schickte eine gesunde Mischung aus Nachwuchsspielern und „alten Recken“ ins Rennen um den Titel. Auch wenn den Gastgebern schon ein Unentschieden zur Meisterschaft gereicht hätte, machten sie von Anfang an deutlich, dass sie die Partie unbedingt für sich entscheiden wollten. Sie gingen schnell in Führung und konnten diese auch bis zum Stand von 3:2 Mitte des ersten Viertels behaupten (KSK-Treffer von Stefan Raspudic und Stefan Stranz – jeweils zum Ausgleich). Erst kurz vor der ersten Pause hatten sich die Lauterer besser auf den Gegner eingestellt und wendeten durch einen weiteren Treffer von Spielertrainer Raspudic und Johannes Bröhl das Blatt. Auch im zweiten Abschnitt war es weiterhin eine Begegnung auf Messers Schneide, wobei eindeutig die Abwehrreihen das Spiel bestimmten. Beide Teams zogen sich in der Verteidigung weit zurück und machten den Angreifern dadurch das Leben schwer, sodass es bis zur Halbzeit auf jeder Seite nur einen Treffer zu bejubeln gab (erneut Stefan Raspudic zum 5:4 für den KSK). Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie etwas körperbetonter, war jedoch weit davon entfernt, unfair zu sein. Trotzdem hatten die Unparteiischen alle Hände voll zu tun, da vor allem am Beckenrand sehr viel Unruhe aufkam, was bis zum Schlusspfiff zu einer Roten Karte für den Neustadter Coach sowie dem Austausch zweier Kampfrichter führen sollte. Die Gastgeber kamen mit der allgemeinen Hektik zunächst besser klar, und gingen ihrerseits wieder mit 6:5 in Front. Noch vor der letzten Pause gelang aber Johannes Bröhl der erneute Ausgleich, sodass im Schlussviertel noch mal absolute Spannung angesagt war.Hier sorgte Stefan Raspudic mit seinem vierten Treffer zwar schnell für die erneute Lauterer Führung, danach spielte aber nur noch der SCN. Glück für den KSK, dass die Gastgeber mehrfach knapp verzogen oder am Gebälk scheiterten. Andererseits war es aber auch eine souveräne Leistung von Torfrau Nicole Holstein und der gesamten Abwehr, die bis zum Schluss konzentriert arbeitete und unter anderem noch drei Unterzahlspiele unbeschadet überstand. Drei Minuten vor dem Schlusspfiff fiel dann die Vorentscheidung zugunsten des KSK, als zunächst Felix Kabus einen Konter zum 8:6 verwertete und nur 30 Sekunden später Stefan Stranz das 9:6 erzielte. In wirklich trockenen Tüchern war der Erfolg aber erst, als Johannes Bröhl ein Überzahlspiel zum 10:6 nutzten konnte und somit den Widerstand der Neustadter endgültig brach. Die Hausherren erzielten zwar noch ein Tor und hätten nach einer Hinausstellung gegen den KSK weiter verkürzen können, unterlagen aber am Ende mit dem gleichen Resultat wie am Vortag die Lauterer Erste dem SC Neustadt II. Mit 11:5 Punkten zogen die kleinen Krokodile somit am letzten Spieltag wieder am SC Neustadt III (9:7) vorbei, der sich dank des besseren Torverhältnisses aber vor dem punktgleichen WSV Ludwigshafen III die Vizemeisterschaft sicherte. Für eine Lauterer Reserve stellt diese Meisterschaft den ersten Titel in der Vereinsgeschichte dar – und weil man 2011, als die erste Mannschaft des KSK nach der Qualifikationsrunde in die untere Hälfte gerutscht war und diese dann dominierte, noch von „Platzierungsrunde“ sprach, ist es gleichzeitig auch die erste offizielle Verbandsliga-Meisterschaft für die Krokodile seit 1992. Aber natürlich war die Feier am Montag nicht die erste nach 23 Jahren, denn schließlich weist die KSK-Wasserball-Historie in der Zwischenzeit auch noch das Double aus Oberliga-Titel und südwestdeutschem Pokalsieg im Jahr 2010 sowie zwei weitere Erfolge im Pokal (1993 und 2011) auf. (sts)