Kaiserslautern „Meine größte Motivation ist der Spaß am Sport“

Sie turnt gern, und sie lacht auch gern: Sophie Neckel.
Sie turnt gern, und sie lacht auch gern: Sophie Neckel.

Wie klappt es am Ball zu bleiben und sich immer wieder fürs Training zu motivieren? Die 18-jährige Leistungsturnerin Sophie Neckel vom TV 04 Erlenbach sagt dazu ganz klar, der Anfang ist manchmal schwer, aber wenn man mal dabei ist, hat man Spaß und Erfolg.

Sophie, Sie sind Abiturientin, stecken gerade mitten im Prüfungsstress, bleibt da überhaupt Zeit fürs Turnen?

Klar, ich brauche die Bewegung, um ausgeglichen zu sein, allein deshalb ist Sport für mich sehr wichtig. Wir trainieren im Verein dreimal die Woche. Das bedeutet montags und mittwochs von 16 Uhr bis 19 Uhr und samstags von 10 Uhr bis 13 Uhr. Ein strammes Programm. Das stimmt, und es fällt einem nicht immer leicht ins Training zu gehen. Gerade auch da Turnen anstrengend ist, oft einiges an Überwindung kostet und zeitaufwendig ist. Doch dies geschieht nur selten. Und wenn es doch geschieht, Sie sind daheim und wollen eigentlich nicht? Turnen ist ja auch ein Teamsport. Der Gedanke, im Training meine Freunde zu sehen, motiviert mich. Während des Trainings muss man sich so auf die Elemente konzentrieren, sodass man den Stress von zu Hause oder der Schule einfach vergessen kann. Wir helfen uns untereinander, man korrigiert sich auch mal, und vor allem unterstützt man sich. Und es wird oft viel gelacht. Der Spaß beim Turnen, der kommt also nicht zu kurz? Nein, Spaß ist ganz wichtig, und auch das Miteinander trägt viel dazu bei, dass mal Durchhänger aufgefangen werden. Wir waren zum Beispiel letztes Jahr gemeinsam eine Woche beim „Internationalen Deutschen Turnfest“ in Berlin. Die Trainer sind uns dabei auch immer eine große Hilfe. Sie und Ihre Mannschaft treten als eine der wenigen im Spitzenturnen nach den internationalen Wertungskriterien „Code de Pointage“ an. Das geht ja nicht einfach mal so. Man muss schon dranbleiben. Zu einem Training gehören natürlich die vier Geräte Barren, Balken, Boden und Sprung, aber auch Krafttraining und Dehnung müssen sein. Mein Lieblingsgerät ist der Barren, wobei bei Wettkämpfen meist Balken mein bestes Gerät war. Da unsere Halle im Ort liegt, sind wir eigentlich immer als Gruppe gemeinsam „runter“ gelaufen, unsere Eltern durften uns dann abholen. Das war der Kompromiss, einmal laufen, einmal fahren. Zum Glück hat meine kleine Schwester das gleiche Hobby gewählt. Bei schlechtem Wetter gab es natürlich auch Ausnahmen. Aber seit ich jetzt 18 Jahre alt bin, kann ich natürlich immer fahren, das ist um einiges einfacher. Beschreiben Sie doch mal den Wochenablauf. Eine Woche sieht ungefähr so aus: Montag Schule und Training, Dienstag nur Schule, Mittwoch auch wieder Schule und Training, Donnerstag Schule und danach dann noch Volleyballtraining im gleichen Verein, Freitag noch Schule und Klavier, Samstag Training und Sonntag dann Zeit für die Familie. An den „freien“ Tagen wird dann die Zeit zum Lernen genutzt, sich mit Freunden getroffen oder einfach mal entspannt. Wie gesagt, ein strammes Programm. Was ist mit den Wettkämpfen? Die waren bisher an den Wochenenden noch dabei. Im diesem Jahr stehen für mich keine an. Ich beginne im Frühjahr mein Au-Pair-Jahr in Kanada, aber für meine Teamkollegen geht es mit Einzelwettkämpfen los. Kanada statt Turnen? Nicht ganz. Mein Ziel ist einfach, fit zu bleiben und dem Sport treu zu bleiben. Deshalb gehe ich momentan auch zum Trainersein über. Ich finde es wichtig, den Verein zu unterstützen, ihm so etwas zurückzugeben. Meine größte Motivation ist der Spaß, den dieser Sport bringt. Man muss sich nur überwinden, anzufangen, egal, ob es ein Training fürs Leistungsturnen, eine Runde Joggen oder die Fahrt ins Fitnessstudio ist. Der Anfang ist manchmal schwer, aber wenn man dabei ist, hat man Spaß und Erfolg.

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