Kaiserslautern Mehr junge Frauen als junge Männer

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587 Gymnasiasten haben vor den Osterferien ihre Schule mit dem Abiturzeugnis verlassen. Auffallend: Mehr junge Frauen (321/55 Prozent) als junge Männer (266) erlangten mit dem Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife einen Zugang zu einem Studium an einer Universität oder an einer Hochschule beziehungsweise zu einer qualifizierten Berufsausbildung. Krönender Abschluss der 13. Jahrgangsstufe war an den Kaiserslauterer Gymnasien und einer Integrierten Gesamtschule die Abiturfeier. Festlich und feierlich sollte die Verabschiedung sein. Ein Überblick über die Abi-Szene in Kaiserslautern.

Das Finale des Albert-Schweitzer-Gymnasiums unter dem Motto „mafiabi“ fand in der Fruchthalle statt. 83 Abiturienten (26 weiblich/57 männlich), unter ihnen 29 mit einem Notendurchschnitt mit einer Eins vor dem Komma, hatten gut lachen. Schulleiterin Eva Wenzel-Staudt streifte in ihrer Rede das Abimotto, das die zurückliegenden Jahre in die Nähe des organisierten Verbrechens rücke, es glücklicherweise aber kaum aktenkundige Vergehen gegeben habe. So nahm sie die Luft aus den mafiosischen Gedanken der Abiturienten, um sich als Geschichtslehrerin der Entwicklung schulischer Bildung zu widmen. Das ASG habe die größten Anforderungen auf sich genommen, eine fundierte und umfassende Bildung zu ermöglichen, sagte Wenzel-Staudt. „Die Begeisterung für die Wissenschaft zu legen, denn lernen heißt auch erfinden und entdecken. Nicht zuletzt war es uns wichtig, euch zu mündigen Bürger zu machen.“ Die Besten: Lisa Dein, Leonie Kettering (1,1), Ann-Marie Knöller, Arthur Obholz je (1,2). Die Bertha von Suttner-Integrierte Gesamtschule (IGS) entließ 55 Abiturienten (38/17). „Abi Vegas, um jeden Punkt gezockt“ war das Motto, das seinen Niederschlag auch in der Abiturrede fand. „Heute erscheint vielen das Leben als Glücksspiel“, verwies der Festredner auf Gewinnspiele im Fernsehen. Für das Abitur sei Zocken keine zielführende Strategie. Nicht zuletzt sei die aktuelle Finanzkrise durch eine Zockermentalität ausgelöst worden. Nur zielstrebige und kontinuierliche Arbeit hätten viele der Absolventen zum Erfolg geführt. „Darunter in diesem Jahr besonders erfreuliche Ergebnisse der Jahrgangsbesten.“ Die Besten: Elisa Ebler (1,1), Dominic Seyfert (1,1), Marcel Meta (1,3). Am Burggymnasium verließen 69 Abiturienten (27/42) die Schule. Unter dem Motto „Abi heute – Captain Morgan“ wurde in der Veranstaltungshalle der Gartenschau gefeiert. „Hoffentlich bleiben Euch das Schiff ,Black-Burg’ und Besatzung in guter Erinnerung“, griffen Ninette Mayer und Daniele Agnetta das an dem walisischen Freibeuter Henry Morgan orientierte Abimotto auf und ließen die zurückliegenden Jahre der Abiturienten am Burggymnasium Revue passieren. Das Ziel der Reise hätten sie mit dem Abitur erreicht. Neben Schönwetterlagen wie Wandertage und Kursfahrten habe es auch gegolten, stürmische Zeiten zu überstehen. „Hohe Anforderungen musstet ihr erfüllen. Dennoch seid ihr mit den Herausforderungen gewachsen und habt euch weiterentwickelt.“ Um ans rettende Ufer zu gelangen, habe viel Kraft und Mühe gekostet, so die Festredner. „Schiff Ahoi“, wünschten sie alles Gute. Die Besten: Christine Schultheis, Bastian Kaiser, Lena Stabel je (1,0). Mit einem Gottesdienst in der Apostelkirche wurde die Abiturfeier des St.-Franziskus-Gymnasiums eröffnet. Sie stand unter dem Motto „Abitendo - Level 13 completed“. 75 Abiturientinnen hatten Grund zum Feiern. In seiner Ansprache sagte Karl Scheidhauer: „Wo Franziskus draufsteht, muss auch Franziskus drin sein.“ Das Besondere einer christlichen Schule liege natürlich im Christlichen. Eine christliche Schule sollte Herzen, Seelen und Gemüter junger Menschen einen Hauch vom Wohlgeruch der Güte, der Gnade und der Kraft Gottes spüren lassen, so Scheidhauer. Mit Bezug auf das Abimotto empfahl Scheidhauer, den höchsten Level zur Selbstperfektionierung durch die Anreicherung von Wissen, Kompetenzen und Bildung zu erreichen. Ein Lob des Lehrers galt seinen zwei Kursen in evangelischer Religion und Philosophie. Im Laufe der MSS (Mainzer Studienstufe) hätten die Schülerinnen an intellektueller Statur und Selbstständigkeit gewonnen. Die Besten: Sophie Rothaar (1,0), Elena Dahm (1,1) Lea Kafitz (1,2). „Abi rouge, raus aus dem Rotstiftmilieu“ erklärten die Absolventen des Heinrich-Heine-Gymnasiums zu ihrem diesjährigen Abimotto. 93 Schüler (36/57) bestanden an der Einrichtung in Trägerschaft des Landes Rheinland-Pfalz die Reifeprüfung. Oberstudienrat Walter Oldenbürger thematisierte in seiner Abiturrede die Entwicklung der Bildungspolitik und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für den heutigen Schüler. Er wies insbesondere darauf hin, dass die sich ständig ändernden Prüfungs- und Organisationsbedingungen für ein ständiges Nachlassen des Bildungsniveaus verantwortlich seien. Darunter leiden würde insbesondere das Erlernen des Konjunktiv II. Die Besten: Max Sauerbrei (1,0), Christoph Grulich, Liam Rogel je (1,3). 114 Abiturienten (44/70) sagten am Hohenstaufen-Gymnasium in der Aula ihrer Schule Adieu. „Die Stars verlassen die Manege“ erinnerte Schulleiter Roland Frölich an das Abimotto „Circus Abigalli“. Wohin genau der Lebensweg führen werde, sei heute nicht zu beantworten. Eines stehe fest: „Ihr habt alle Voraussetzungen mit eurem bestandenen Abitur geschaffen, euer Leben in die Hand zu nehmen, es selbstbestimmt zu gestalten und an der Verwirklichung eurer Träume und Ziele zu arbeiten.“ Voraussetzung für beruflichen Erfolg sei, dass man etwas gerne mache und eine gehörige Begabung dazu habe, aber auch seine Schwächen kenne, an ihnen arbeite und zu ihnen stehe, sagte Frölich. Der Schulleiter wünschte die Gabe, das Richtige zu erkennen, mögliche Irrwege zu korrigieren und beruflich wie privat das persönliche Lebensglück zu finden. Die Besten: Tobias Zimmermann (1,0), Maximilian Kaiser (1,1) und Julian Ernst, Franziska Brückner, Katrin Bender, Marc Stumm je (1,4). „Primetime 2015 – 13 Jahre im falschen Film“, wählten die Absolventen des Rittersberggymnasiums als Abimotto. Bei einer Feier in der Fruchthalle konnten 98 Schüler (44/54) ihr Reifezeugnis entgegennehmen. Oberstudienrätin Christine Göttel befasste sich in ihrer Rede mit dem „Lesen, ein Abenteuer“. An Beispielen von Lesern von „Don Quichotte“, „Die Leiden des jungen Werther“ und „Sansibar oder der letzte Grund“ zeigte Göttel auf, worin das Abenteuer Lesen bestehen kann und welche Bedeutung es für die innere Entwicklung hat. „Wir sind, was wir gelesen“, erinnerte sie an Joseph von Eichendorff. Literatur rege zum Nachdenken und Lernen an. „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, richtete sie den Blick der Abiturienten mit einem Zitat von Hermann Hesse auf ihren Start in einen neuen Lebensabschnitt. Die Besten: Zoe Adam (1,0), Klemens Boltenhagen, Hannah Maaßen, Juliane Schneider je (1,3). (jsw)

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