Kaiserslautern Mehr Informationen für die Bevölkerung
„Hochwasserschutz können wir nicht gewährleisten“, sagte die Leiterin des Referats Umwelt, Bettina Dech-Pschorn, am Montagnachmittag in der gemeinsamen Sitzung von Umwelt- und Bauausschuss offen. In ihren Ausführungen ging sie auf die beiden Starkregenereignisse im Mai und Juni ein und beleuchtete deren Folgen.
„Wir reden von Hochwasserrisikomanagement, nicht von Hochwasserschutz“, stellte Dech-Pschorn klar. Vor allem das Unwetter im Juni habe die Beteiligten an ihre Grenzen gebracht, in Kaiserslautern seien mehr als 600 Einsatzstellen gemeldet worden. Kanalisation und Rückhaltebecken waren überlastet, in verschiedenen Straßen war es zu Überschwemmungen gekommen. Schwerpunkte der Starkregenereignisse seien die Innenstadt, die Bremerstraße, der Hertelsbrunnenring und Rotenberg, der Bereich Engelshof/Kaiserberg und die Krehbachwiesen bei Erlenbach gewesen. Entlang der oberen Lauter und des unteren Eselsbachs habe man Sofortmaßnahmen ergreifen müssen, und nachdem die Schäden erfasst waren, habe man umgehend mit deren Beseitigung begonnen. Durch die Wassermassen wurden entlang der Gewässer beispielsweise die Ufer abgetragen oder Brückenfundamente beschädigt. Ein großer Schaden, der allerdings nicht in die Zuständigkeit der Stadt falle, sei im Bereich der Bahnbrücke im Lautertal entstanden. Die Kosten der Sofortmaßnahmen bezifferte Dech-Pschorn auf rund 75.000 Euro im Stadtgebiet. Die Schäden würden nun nach und nach beseitigt, schilderte die Referatsleiterin: „Wir haben eine Prioritätenliste.“ Bereits abgearbeitet sei unter anderem die provisorische Ausbesserung eines Erdwalls an der Lauter im Bereich Engelshof/Wurzelwoog. Dort habe auch der Landesbetrieb Mobilität einen Erdwall aufgeschüttet. Als Vorsichtsmaßnahme könnten die Anwohner dort leere Sandsäcke bei der Stadtentwässerung abholen und die Sinkkästen sollen häufiger gesäubert werden. Dech-Pschorn kündigte für die obere Lauter und den unteren Eselsbach an, dass ein Hochwasserteilkonzept erstellt werde, in dem die Gesamtsituation berücksichtigt wird: „Hier wird es keine schnellen Lösungen geben.“ Solche Teilkonzepte soll es dann für alle Risikogebiete in der Stadt geben. Eine sogenannte Fließwegekarte für das Stadtgebiet gibt es bereits – nun müsse abgewogen werden, ob diese öffentlich gemacht wird. „Da spielen dann Hauswerte oder Versicherungshöhen mit rein“, warnte die Referatsleiterin vor einer schnellen Veröffentlichung. Dech-Pschorn betonte außerdem: „Klimaanpassung, hier Hochwasservorsorge, ist eine Gemeinschaftsaufgabe.“ Private Hauseigentümer und Unternehmen müssten ihren Teil selbst dazu beitragen, die Stadt werde ihr Beratungsangebot ausbauen. Um diese verschiedenen Maßnahmen zu koordinieren und umzusetzen, meldete Dech-Pschorn im Bau- und Umweltausschuss erhöhten Personalbedarf an: Ein Wasserbauingenieur soll das Referat Umwelt ab 2019 unterstützen. Die Fraktionen in Bau- und Umweltausschuss attestierten der Kaiserslauterer Stadtverwaltung gute Arbeit. Mehrfach wurde darauf hingewiesen, dass vor allem die Information der Bevölkerung, speziell die von Bauherren, ausgebaut werden sollte. Dech-Pschorn betonte: „In Risikogebieten geben wir momentan schon Hinweise.“