Kaiserslautern Megalooikonomou megastark

Der fliegende Grieche: Theo Magalooikonomou (TuS Dansenberg) beim Wurf. Fürstenfeldbrucks Korbinian Lex (rechts) kann ihn nicht
Der fliegende Grieche: Theo Magalooikonomou (TuS Dansenberg) beim Wurf. Fürstenfeldbrucks Korbinian Lex (rechts) kann ihn nicht stoppen.

«KAISERSLAUTERN.» Rote Karten, grandiose Stimmung und Tore im Minutentakt: Das Spiel der Dritten Handball-Bundesliga Süd zwischen dem TuS Dansenberg und dem TuS Fürstenfeldbruck war nichts für schwache Nerven. Beim 33:30 (13:20) machte die Mannschaft von Trainer Marco Sliwa mit Unterstützung der Zuschauer einen Acht-Tore-Rückstand wett und siegte verdient, weil sie zu keinem Zeitpunkt aufgab.

Am 9. April 2016 konnte bislang zum letzten Mal eine Mannschaft beide Punkte aus der Layenberger-Sporthalle entführen. Der TuS Fürstenfeldbruck war am Samstag ganz nah dran, dieser beeindruckenden Serie ein Ende zu setzen, ehe ihm im Dansenberger Hexenkessel auf der Zielgeraden die Luft ausging. Als Lauterns Bester, Theo Megalooikonomou, per Siebenmeter auf 20:23 stellte und Christopher Klee nach feinem Anspiel von Tim Beutler auf 21:23 (42.) verkürzte, verwandelte sich die Halle in ein Tollhaus. „Als wir auf zwei, drei Tore rangekommen sind, haben uns die Zuschauer enorm gepusht. So ein Spiel noch zu drehen, habe ich in meiner Karriere erst zweimal erlebt“, betonte Beutler, der zu den erfahrensten Spielern beim TuS gehört. Der Spielmacher führte klug Regie, setzte seine Mitspieler gut in Szene und steuerte selbst vier Treffer bei. „Es fällt mir nicht leicht, das Geschehen in Worte zu fassen. Dansenberg hat sich in der zweiten Halbzeit in einen Rausch gespielt, wozu die Atmosphäre hier sicher beigetragen hat“, gab Gäste-Coach Martin Wild nach dem Spiel zu Protokoll. „Wir haben gut angefangen, dann aber hinten die leichten Tore bekommen. Nach dem Spiel letzte Woche war es heute schwierig für uns“, sagte Beutler mit Blick auf die desaströse Vorstellung eine Woche zuvor in Balingen, wo der TuS mit 21:34 unter die Räder kam. Die Zuschauer bekamen ein temporeiches Spiel zu sehen, in dem Torhüter Tim Hottgenroth seine Farben in der Anfangsphase mit zahlreichen Paraden im Spiel hielt (5:5/11.). Zu diesem Zeitpunkt hatten die Schwarz-Weißen durch Alexander Schulze schon drei Großchancen versiebt. Als Fürstenfeldbruck auf 9:6 stellte und Eigengewächs Luca Munzinger („Ich soll meinem Gegenspieler in den Wurfarm gegriffen haben.“) mit glatt Rot vom Platz flog, schien das Unheil aus Sicht der Gastgeber seinen Lauf zu nehmen. Die Gäste waren aufmerksamer, sicherten sich immer wieder die zweiten Bälle und kamen zu einfachen Toren, während sich Dansenberg jeden Treffer hart erarbeiten musste. Beim Stand von 10:18 (26.) schien das Spiel den Lauterern endgültig entglitten und die sich abzeichnende Niederlage nur noch eine Frage der Höhe zu sein. „Ich habe versucht, der Mannschaft in der Halbzeitpause Mut zu machen. Wir waren nicht sieben Tore schlechter. Mit Christopher Klee haben wir dann auch die nötige Aggressivität reinbekommen“, betonte Sliwa, dessen Team sich nach dem Seitenwechsel dank einer kollektiven Leistungssteigerung Tor um Tor herankämpfte und im elffachen Torschützen Megalooikonomou einen unermüdlichen Antreiber hatte. Der griechische Routinier brillierte nicht nur als nervenstarker Siebenmeterschütze (6/7). Der Kreisläufer vermittelte durch seine Körpersprache einen unbändigen Siegeswillen und forderte die Zuschauer mehrfach lautstark und gestenreich dazu auf, noch mehr Gas zu geben, als sie das ohnehin schon taten, bis die Stimmung förmlich explodierte. Dansenberg ließ zwischen der 30. und 45. Minute nur fünf Tore zu und legte damit den Grundstein zur erfolgreichen Aufholjagd. Auch Nackenschläge wie die dritte Zeitstrafe gegen Torjäger Jan Claussen, der vorzeitig vom Feld musste, steckten die jetzt euphorisierten Lauterer jetzt einfach weg. „Ich bin heute mit einigen Entscheidungen nicht einverstanden gewesen“, stellte Sliwa klar, dessen Team insgesamt acht Unterzahlsituationen zu überstehen hatte. Als der gegen Ende der Partie immer stärker werdende Christopher Seitz den TuS mit seinem Tor zum 27:26 (53.) erstmals überhaupt in Führung brachte, waren die Gäste endgültig von der Rolle und mussten die rund sechsstündige Heimfahren mit leeren Händen antreten. So spielten sie TuS Dansenberg: Hottgenroth (25. M. Seitz) - Claussen (3), C. Seitz (5), Munzinger (1) – Schulze (3), Labroue (2) – Megalooikonomou (11/6) – Jung (1), T. Beutler (4), Klee (2), N. Beutler (1), Kiefer, von Lauppert – Spielfilm: 3:3 (9.), 5:5 (11.), 6:9 (15.), 13:20 (Halbzeit), 17:22 (35.), 21:23 (42.), 25:26 (51.), 29:27 (55.), 33:30 (60.) – Siebenmeter: 6/7 – 2/2 – Zeitstrafen: 8/4 - Beste Spieler: Megalooikonomou, T. Beutler – Meinzer - Zuschauer: 450 – Schiedsrichter: Hanker/Klimmesch (Wiesbaden).

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