Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Masken-Not auch bei Bereitschaftsdienst

 Masken sind Mangelware.
Masken sind Mangelware.

Der ärztliche Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung braucht auch dringend Atemschutzmasken. Das hat der Leiter Ulrich Frankenberger erklärt.

„Wir haben noch ein paar FFP2-Masken, aber wenn nicht bald Nachschub kommt, wird es schwierig“, sagt Frankenberger. Auch er hat wie Hausärzte schon an Industriebetriebe appelliert, unbedingt Masken zu spenden. Wie notwendig es ist, immer mit Schutzausrüstung zu untersuchen, habe eine Kollegin im Bereitschaftsdienst am Wochenende erfahren. Eine Seniorin sei mit atypischen Symptomen, also Kreislaufbeschwerden, zum Bereitschaftsdienst gekommen. „Sie hatte kein Fieber, keinen Husten. Nur weil ihr EKG auffällig war, haben wir sie ins Westpfalz-Klinikum geschickt.“ Später kam dann der Anruf von dort: Die Frau sei positiv mittels Abstrich auf das Coronavirus getestet worden, schildert Frankenberger.

Auch Probleme mit dem Lüften

„Zum Glück war die Kollegin bei der Untersuchung total vermummt. Ohne Schutzkleidung hätte sie sich in Quarantäne begeben müssen.“ Das Problem sei beim Bereitschaftsdienst auch, dass nicht gelüftet werden könne. „Das ist suboptimal“, so der Mediziner. „Wir stehen täglich mit dem Rücken zur Wand“, beschreibt Frankenberger die Lage. Um auf Nummer sicher zu gehen, müsste in Tagen wie diesen eigentlich jede Untersuchung mit Schutzausrüstung erfolgen. „Weil sich das Virus ausbreitet, kann ja theoretisch jeder infiziert sein. Also müsste ich immer eine Maske aufsetzen. Beim Untersuchen kommt man den Patienten schließlich nah“, erläutert der Allgemeinmediziner.

Um Material zu sparen, tragen die Helferinnen in seiner Praxis eine Maske den ganzen Tag. „Wir haben die nach Wochentagen beschriftet. Nachts hängen wir sie ins Freie. Und in der Woche drauf werden die Masken dann wieder aufgesetzt.“

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