fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Markus Happersberger köpft den SV Morlautern in die vierte Verbandspokalrunde

Fußballballett: Tobias Leonhard vom SV Morlautern ist mit dem Fuß am Ball, aber auch der Steinwendener Torwart Benjamin Klein is
Fußballballett: Tobias Leonhard vom SV Morlautern ist mit dem Fuß am Ball, aber auch der Steinwendener Torwart Benjamin Klein ist zur Stelle.

Markus Happersberger hat den SV Morlautern in die vierte Verbandspokalrunde geköpft. Der kampfstarke Mittelfeldspieler entscheidet am Sonntag mit seinem späten Tor die mit viel Spannung erwartete Pokalpartie gegen den Ligarivalen SV Steinwenden. Ein überaus mühsamer 1:0-Sieg des Favoriten gegen ein überraschend selbstbewusstes Gästeteam, das in der Schlussphase nach einem Platzverweis in Unterzahl spielte.

Dass Markus Happersberger für die Entscheidung sorgte, war kein Zufall. In dem schwachen Morlauterer Team beeindruckte der große Blonde in der zweiten Halbzeit durch seinen Kampfgeist. Er wollte diese Partie unbedingt gewinnen. Das zeigte er in der 69. Minute, als er das Steinwendener Tor durch einen Distanzschuss in Gefahr brachte und nur drei Minuten später erneut knapp den gegnerischen Kasten verfehlte. Was ihm da mit dem Fuß nicht glückte, schaffte er in der 88. Minute mit dem Kopf. Nach einer von Florian Bicking getretenen Ecke wuchtete er den Ball ins Netz. „Er hat sich reingebissen“, lobte der Morlauterer Co-Trainer Uwe Dengel später den willensstarken Matchwinner.

Spielercoach zieht die „Notbremse“

Als das Tor fiel, waren die Gäste nur noch zu zehnt auf dem Platz. In der 74. Minute hatte ihr Spielertrainer Daniel Meisenheimer wegen einer „Notbremse“ zu Recht die Rote Karte gesehen. Nach einem langen Ball aus der Morlauterer Hälfte hatte er den frei auf das Steinwendener Tor stürmenden Tobias Leonhard kurz vor dem Strafraum zu Fall gebracht und so eine klare Torchance per Foul zunichtegemacht. Klar, dass die nun in Überzahl spielende Heimelf in der heißen Schlussphase den SVS unter Druck setzte. Doch aus dem Spiel heraus gelang ihr wie schon zuvor kein Tor. Zum Sieg benötigte sie eine Standardsituation.

Daniel Graf zeigt sich enttäuscht

Trotz des Erfolges zeigte sich der Morlauterer Trainer Daniel Graf „sehr enttäuscht“ nach der schwachen Vorstellung seiner Elf und lobte das gegnerische Team, das eine „gute Leistung“ gezeigt habe. Der Steinwendener Spielercoach sparte auch nicht mit Lob für seine Truppe, die er klug auf dieses Duell eingestellt hatte. Die Seinen störten die Morlauterer früh und ließen sie nicht ins Spiel kommen. Gegen diesen unangenehmen Gegner fanden die Graf-Schützlinge einfach kein Rezept. Ihr Spiel wirkte unsicher, viele Pässe kamen nicht an, und sie hatten Glück, dass der SVS bei seinen zahlreichen Torchancen nicht zur Sache kam.

Anton Artemovs starker Auftritt

Mit einem Tor hätte Anton Artemov seinen starken Auftritt krönen können. Der Stürmer des SVS traf auf seinen älteren, für den SVM verteidigenden Bruder Artem. Dieses Bruderduell gab der Partie eine besondere Note. Zum ersten Mal in die Quere kamen sich die beiden Artemovs in der achten Minute, als Artem seinem in den Strafraum eingedrungenen Bruder den Weg zum Tor verstellte. Dessen Schuss strich dann über die Latte. Auch in der 39. Minute schoss Anton knapp übers Tor, und in der 62. Minute traf er die Latte. Den in den Strafraum zurückprallenden Ball hätte Eric Kiefer im Nachschuss verwerten müssen. Aber er vergab diese gute Möglichkeit, sein Team in Führung zu bringen. So siegte am Ende Artem Artemov mit dem SV Morlautern über seinen Bruder, der seinem Team bescheinigte, dass es „gut gekämpft und auch gut gespielt“ habe.

FC Queidersbach – SV Rodenbach 1:3 (0:1). Die in der Landesliga agierenden Gäste wurden ihrer Favoritenrolle im ersten Durchgang gerecht und waren dem Bezirksligisten überlegen. Rodenbach überzeugte bis zur Halbzeit insbesondere mit schnellen Umschaltbewegungen und stand dabei in der Defensive kompakt. Nach einer Flanke brachte Marco Heieck (27.) den SV per Kopf verdient mit 1:0 in Front. Die Hausherren zeigten sich jedoch kämpferisch und verhinderten einen höheren Rückstand.

Nach Wiederanpfiff biss sich Queidersbach ins Spiel und drängte auf den Ausgleich. Zunächst haderte der FC mit den Entscheidungen des Schiedsrichters und forderte zweimal Strafstoß. Wenig später erkämpften sich die Gastgeber aber dennoch das Tor zum 1:1: Infolge eines Doppelpasses mit Patrick Freyer egalisierte Fabian Brödel (64.) den Rückstand. Die Begegnung gestaltete sich von nun an offen, beide Mannschaften spielten mutig nach vorne. Nach einem langen Pass war es Dennis Leist (80.), der für die Gäste das erneute Führungstor markierte. Kurz darauf zeigte der Unparteiische infolge eines Foulspiels zu Recht auf den Punkt. Leist (83.) verwandelte den Strafstoß souverän, schnürte damit einen Doppelpack und entschied die fair geführte Partie für den SV. Rodenbach steht aufgrund der starken ersten Hälfte verdient in der nächsten Runde des Verbandspokals. Der FC Queidersbach belohnte sich nicht für die Leistungssteigerung im zweiten Durchgang.

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