Kaiserslautern / Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Markus Guthmann liest: Spannender Ausflug in die Welt des Weins

Autor Markus Guthmann las aus seinem aktuellen Roman Weinstrassenbetrug.
Autor Markus Guthmann las aus seinem aktuellen Roman Weinstrassenbetrug.

Am Anfang liegt ein toter Kellermeister in einer Weinpresse, am Ende war es ein abwechslungsreicher Abend zwischen Literatur-Genuss und praktisch erlebter Welt des Weins.

Der Pirmasenser Autor Markus Guthmann präsentierte am Donnerstagabend in der bis auf den letzten Platz besetzten Pfalzbibliothek Kaiserslautern seinen neuesten Krimi „Weinstraßenbetrug“ in einer elegant kombinierten Melange aus unterhaltsamer Lesung und thematisch passender Weinverkostung.

In Guthmanns achtem Roman aus seiner 2007 begonnenen „Weinstraßenkrimi“-Reihe stehen wieder die zwei bewährten Protagonisten Oberstaatsanwalt Röder und sein befreundeter Premium-Winzer Hellinger im Mittelpunkt der Handlung. Und die beginnt in der Lesung – trotz eines einführenden Streitgesprächs – noch eher launig.

Das Publikum schmunzelt

Da erlebt das schmunzelnde Publikum etwa die (übrigens auf einer wahren Begebenheit beruhende) Episode um den „Worschtmarkt“ krächzenden Amazonenpapagei Hugo, der bei Familie Röder durch widrige Umstände an einem Faschingsdienstag ordentlich einen in der Krone hat. Aber keine Sorge: Der an diesem Abend auch als Stofftier in der Pfalzbibliothek „anwesende“ Vogel hat sowohl literarisch als auch real alles gut überstanden.

Recht bald aber wurde es in Werk und Vortrag dramatisch. Dem Toten im Weinbetrieb – ebenfalls nach einem realen Fall – folgen unter anderem die harten Faustschläge eines gehörnten Ehemanns auf seinen Nebenbuhler und ein heftiger Polizeieinsatz mit letalem Ausgang. Und plötzlich war man mittendrin in einer Pfälzer Welt, in der ruchlose Geldautomaten-Sprenger ebenso vorkommen wie gierige Weinfälscher, die minderwertige Wein-Ware für viel Geld als edle Tropfen verkaufen. Allzu viel mehr zum Inhalt verriet der Autor in seiner Lesung aber freilich nicht – nur noch, dass es etliche weitere Tote, einige Verwicklungen und ein überraschendes Ende geben würde.

Lebendiger Vortrag

Aber bereits das, was man bis dahin erfuhr (und auf welche Art das geschah), machte genauso viel Appetit auf mehr wie es auch schon für gute Unterhaltung sorgte. Guthmann sprach seine Textpartien meistens sauber und gut akzentuiert (und gab dabei sogar Papagei Hugo eine eigene Stimme), gelegentlich mit szenischem Anstrich, wurde in hektischen Gesprächs-Passagen auch schon mal richtig laut, erging sich, als es Text und beschriebene Situation erforderten, auch schonmal in einem anhaltenden simulierten Hustenanfall. Das machte den Vortrag besonders lebendig und ließ manche Besucher denn auch beim Zuhören sichtlich mitfiebern.

Gefallen konnte ihnen dabei offensichtlich auch das Pfälzer Lokalkolorit, das sich neben den Schauplätzen noch in der (manchmal bewusst deftigen) Sprache inklusive Dialekt-Ausdrücken niederschlägt. Die Erwähnung darüber hinausgehender aktueller Erscheinungen (wie Influencer und Gendern) erhöhte zusätzlich die Realitätsnähe.

Professionelle Verkostung

Literatur über Wein zu genießen ist die eine Sache, Wein selbst zu goutieren eine andere. So ergänzte zunächst in der Pause der gut organisierten Veranstaltung eine professionelle Weinverkostung unter der fachkundigen Leitung des Kaiserslauterer Weinkenners Stefan Erb (bekannt durch Weinseminare an der Volkshochschule) den literarischen Teil des Abends.

Zum Ausschank kamen zunächst mit einem Riesling und einem Weißburgunder zwei „Paradeweine der Pfalz“ (Erb), die nach Farbe, Geruch und Geschmack verkostet und beschrieben wurden (zwei Rotweine wurden dann entsprechend noch nach der Lesung behandelt). Viele weitere interessante Informationen rund um die Weinkultur bis hin zum korrekten Öffnen einer verkorkten Flasche – von einem bereitwilligen Zuschauer live demonstriert – rundeten schließlich die sich gut ergänzende Mischung aus Wein-Literatur und Wein-Genuss ab.

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