Kaiserslautern Maria Lauterberg ist seit 101 Jahren ein echtes „Lautrer Mädchen“
„Ich bin ein Glückskind“, sagt Maria Lauterberg über sich. Wie sie so dasitzt und als Platz für ein Foto die Terrasse im vierten Stock des Diakonissenhauses der Protestantischen Altenhilfe Westpfalz am Stadtpark vorschlägt, sieht man ihr das Alter nicht an. Am Mittwoch wurde Maria Lauterberg 101 Jahre alt. Mit Ehemann Anton Jecminek (92) und Gratulanten hat sie in einem Nebenraum der Caféteria des Altenheims ihren Geburtstag gefeiert. Kaffee und Kuchen, belegte Schnittchen, heiße Waffeln, Obst und Sekt hat es gegeben. „Natürlich alles in Maßen.“
Seit 2010 wohnt sie im Diakonissenhaus – lange zusammen mit ihrem Mann in einem Apartment im vierten Stock. Nachdem sie vor einem halben Jahr eine Pflegestufe bekam, bewohnt sie ein eigenes Zimmer.
Jeden Tag eine andere Entdeckung
Auf dem „Hahnenbalz“ hatte sie all die Jahre in einem Eigenheim gewohnt. „Wir hatten einen wunderbaren Blick über die Stadt, insbesondere auf den Humbergturm. Ich bin in Kaiserslautern geboren, ich bin ein Lautrer Mädchen“, betont Lauterberg. Die Luitpoldschule hat sie besucht, bei den Amerikanern in einer Großbäckerei gearbeitet. Als Mädchen sei sie in der Friedensstraße gerne spazieren gegangen. Sie habe jeden Tag eine andere Entdeckung machen können – und sei es nur eine Blume gewesen. Den Waldweg zum Bremerhof sei sie oft gelaufen. Unzählige Male sei sie die Stufen zum Humbergturm hochgestiegen. Der tolle Ausblick hat sie fasziniert. „In jüngeren Jahren war ich sehr aktiv. Ich war Präsidentin eines Kegelvereins.“
Ab 1965 hatte sie gut zehn Jahre lang in der Pariser Straße gegenüber der RHEINPFALZ einen Laden für An- und Verkauf. „Schmuck und Kleider“ gingen über die Ladentheke. Das Geschäft habe ihr Glück gebracht. „Da habe ich meinen Mann kennengelernt. Er kommt aus Böhmen im Sudetenland.“ 2002 hat das Paar geheiratet. „Unsere Familiennamen haben wir beibehalten.“ 1975 bis 1995 führte Maria Lauterberg unter der Bezeichnung „Marias Gift Shop“ einen Laden auf der Air Base in Ramstein. Sieben Verkäuferinnen waren bei ihr angestellt.
„Wer rastet, der rostet“
„Ich habe alles mit Liebe gemacht und war von dem, was ich tat, 100 Prozent überzeugt“, sagt Lauterberg. Sie sei froh, dass sie ihren Mann habe. „Wir sind gegenseitig froh, dass wir für uns da sein können.“ Dass beide ihren Platz im Altenheim am Stadtpark haben, ist ihrem Ehemann zu verdanken. Als das dortige Hallenbad abgerissen wurde, hat sich Anton Jecminek die Pläne für das Seniorenheim angeschaut. Als er den Grundriss des Apartments im vierten Stock gesehen hat, war für ihn klar: „Die Wohnung nehmen wir.“
„Wer rastet, der rostet“, verweist Lauterberg darauf, dass sie täglich die Treppen von der ersten bis zur vierten Etage zurücklegt. Nicht missen möchte sie die tägliche Lektüre der RHEINPFALZ. „Seit über 50 Jahren lese ich die Zeitung. Ich bin informiert und weiß Bescheid.“