Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Manfred Mann und seine Earthband haben es noch voll drauf

Manfred Mann trat mit seiner Band in Kusel auf.
Manfred Mann trat mit seiner Band in Kusel auf.

Es war wohl der Höhepunkt im Kuseler Kulturprogramm - zumindest für Rockfans: Manfred Mann's Earth Band. Musikalisch viel Neues gab es nicht, es war ein Fest für Nostalgiker.

Wenn ein Weltstar nach Kusel kommt, lassen sich die Fans nicht lange bitten – auch nicht die aus der Westpfalz. Das Konzert mit Manfred Mann und seiner Earth Band am Sonntag in der Kuseler Fritz-Wunderlich-Halle war schon früh ausgebucht. Und die gute Stimmung ließ bei Auftakt-Titeln wie „Don’t Kill It Carol“ und „Martha’s Madman“ nicht lange auf sich warten. Dafür sind die fünf von Manfred Mann’s Earth Band zu sehr Profis: Schon nach wenigen Takten war das Publikum mittendrin, klatschte im Rhythmus und war happy. Sauberer englischer Rock mit dem für Mann unverwechselbaren Synthesizer-Sound sollte über 90 Minuten für richtig gute Laune sorgen.

Dafür war auf der Bühne allen voran Frontmann Robert Hart (Gesang, Gitarre) zuständig. „Wie geht’s?“, wollte er wissen und erntete natürlich Begeisterung. Nach guter Altrocker-Manier trug er sein Mikro gerne über die Bühne, kniete sich auch mal zum Händeschütteln herab, ließ sich ausgiebig feiern und genoss sichtlich den Applaus. Bei all dieser Interaktion wirkte Manfred Mann eher zurückgenommen. „Hat der was?“, mochte mancher denken. Doch der Mann mit dem Crocodile-Dundee-Hut, gerade 84 geworden, gab an den Tasten alles. Es gab auch Momente trockenen Humors, als Manfred Mann seinen Keyboard-Synthesizer-Aufbau verließ und nach vorne auf die Bühne kam – mit einem Skript! Als ob er seine Titel ablesen müsse ...

Hohes Maß an Energie

Sie können es noch, und wie! Dabei sind die Jungs um die von Mann 1971 gegründete Earth Band im Rentenalter und weit darüber. Neben Robert Hart, der mit immer noch starker rauchig-rostiger, aber auch gefühlvoller Stimme sowie schrillen Schreien gleichermaßen das Publikum begeisterte, sorgen Mick Rogers (Gitarre), Bassist Steve Kinch sowie John Lingwood (Schlagzeug) in der Earth-Band für ein hohes Maß an Energie.

Bei „Stronger than Me“ leuchteten die ersten Lichter im Publikum, in „You Angel You“ kamen die Besucher in den Genuss eines hinreißenden Gitarrensolos von Gründungsmitglied Mick Rogers. Improvisationen und zahlreiche Soli machten den Reiz dieses Konzertes aus. Dass der Meister der Tasten aus dem Jazz kommt, hörte man den Titeln durchaus an. Die Reaktionen der Zuhörer zeigten, dass Welthits wie „I Came For You“ mit seinem eingängig hämmernden Keyboard-Intro, „Blinded By The Light“ und „Davy’s On The Road Again“ bis heute keinen Staub angesetzt haben, und die Fans noch immer textsicher sind. Viele klatschten und sangen die Klassiker mit, auch hielt es sie schon bald nicht mehr alle auf den Sitzen.

Hitparaden-Querschnitt

Und dann waren da noch die leicht psychedelischen Klänge wie beim Vorspiel zu „Father of Day, Father of Night“ und den leiseren, aber wunderschönen Manfred-Mann-Titel „Pretty Flamingo“, die für reichlich Gänsehaut sorgten.

Nach einem schönen Querschnitt aus den Hitparaden von vor 40 Jahren und mehr wollten die Gäste aus dem Vereinigten Königreich eigentlich schon die Bühne räumen. Doch da fehlte doch noch was, dachten wohl die Besucher, und waren daraufhin selbst gefragt – während Manfred Mann eine kleine Pause hinter der Bühne einlegte.

Bei „Do Wah Diddy Diddy“ sang das Publikum mit reichlich Spaß zum schnellen Twist. Für „Mighty Quinn“, dem Bob-Dylan-Titel, den Manfred Mann 1968 zum Millionen-Hit machte, kamen dann alle noch mal auf die Bühne und gaben alles. Da war das Gefühl der 80er wieder ganz nah.

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